Das Zwei-Lehrer-Prinzip

Von Peter Abelin, June 17, 2011
Trotz finanzieller Probleme will das Friedensdorf Neve Shalom am Prinzip festhalten, dass an seiner Primarschule jede Klasse von je einer jüdischen und einer arabischen Lehrkraft unterrichtet wird.
EVI GUGGENHEIM SHBETA (RECHTS) UND PRÄSIDENTIN ROSMARIE ZAPFL Schweizer Unterstützung für die Schule von Neve Shalom

Mit 14 Kindern wurde die Primarschule des Friedensdorfs Neve Shalom/Wahat al-Salam im Jahr 1984 eröffnet. Heute werden dort 220 Kinder unterrichtet, von denen 90 Prozent von ausserhalb kommen. Dies biete eine Möglichkeit, die Grundidee des friedlichen Zusammenlebens zwischen Juden und Palästinensern in Israel zu verbreiten, sagte Evi Guggenheim Shbeta an der Jahresversammlung der Schweizer Freunde in den Räumen der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich. Das Dorf zähle derzeit rund 250 Personen, weitere 34 Familien – zur Hälfte aus der zweiten Generation der Pioniere – würden bald einziehen, und täglich kämen Anfragen von jüdischen und arabischen Interessenten.
Das Grundprinzip der Primarschule, dass der Unterricht je von einer jüdischen und einer arabischen Lehrperson geleitet wird, sei wegen des weltweiten Spendenrückgangs in Folge der Finanzkrise gefährdet. Nur so könne den Kindern aber vorgelebt werden, wie eine gute Zusammenarbeit im Alltag funktioniere. Die Schweizer Freunde hätten deshalb beschlossen, in diesem Jahr speziell die Schule zu unterstützen, damit am «Zwei-Lehrer-Prinzip» festgehalten werden könne.
Mit der Finanzierung eines Schulbusses sei schon im vergangenen Jahr ein Anliegen der Schule verwirklicht worden, erklärte Präsidentin Rosmarie Zapfl in ihrem Jahresbericht. Kassier Peter Dreyfus konnte mitteilen, dass total 210 000 Franken nach Neve Shalom überwiesen werden konnten; anders als in den anderen Ländern sei kein Rückgang festzustellen gewesen, so dass die Schweiz sogar den grössten Anteil an der internationalen Unterstützung habe leisten können.