Das jüdische Wunder von Joplin
Es grenzt an ein Wunder. Aber als ein Tornado Ende Mai die Kleinstadt Joplin im US-Gliedstaat Missouri nahezu vollständig zerstört und 159 Menschenleben gefordert hat, blieb das Gebäude der kleinen jüdischen Reformgemeinde unversehrt. Diese musste auch keine menschlichen Verluste
beklagen. Etliche Angehörige der etwa 50 Köpfe starken Kongregation haben jedoch Haus und Habe verloren.
Die «United Hebrew Congregation» wird lediglich von einem Rabbinats-Studenten betreut. Doch der verheerende Sturm hat auch unter jüdischen Amerikanern eine breite Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. So sanden Gemeinden und Individuen nicht nur viele Tausend Dollar an Spenden und Hilfsgüter nach Joplin. Obendrein bot eine grosse Zahl von Rabbinern aus allen Teilen der USA ihren Beistand an. Die Gemeinde von Joplin nimmt die Hilfe dankbar an und hat ein Besuchsprogramm entwickelt, in dessen Rahmen je ein auswärtiger Rabbiner für ein Wochenende nach Missouri kommt. Wie Rabbi Brian Stoller aus Chicago bringen die Geistlichen gelegentlich auch Angehörige ihrer Heimatgemeinden mit, die bei den Aufräumarbeiten in Joplin helfen. Für die Juden von Joplin zeigt die Unterstützung von ausserhalb, dass sie nicht auf sich allein gestellt sind. Wie Gemeindemitglieder erklären, ist das fast die grösste Hilfe beim Neuanfang. [AM]