Das Festival Culturescapes

April 8, 2011

Culturescapes ist ein Festival, das sich als Antifestival versteht, denn es ist nicht auf einen Ort und eine kurze Zeitspanne beschränkt. Mit Basel als Hauptspielort finden jeweils während zweieinhalb bis drei Monaten in der ganzen Schweiz Veranstaltungen statt. Das Festival lebt davon, auf die verschiedensten Ausdrucksformen wie Literatur, Tanz, Musik, Film, Ausstellungen, Theater oder Vorträge einzugehen und als ihr Vermittler zu wirken. Der Name Culture­scapes, «Kulturlandschaften», soll diese Vielseitigkeit erfassen, denn eine Landschaft entsteht nur aus unterschiedlichen Elementen. Auch wenn die meisten Besucher nur eine kleinere Anzahl der Veranstaltungen besuchen, sollen sie die verbindende Linie zwischen diesen zumindest erahnen oder sogar verstehen können. Dazu gehört auch, dass Eigenveranstaltungen der Partnerveranstalter mit in das Programm aufgenommen werden. Culturescapes wirkt als die Klammer, die diese grosse Vielfalt bündelt. In diesem Jahr ist Israel der Themenschwerpunkt des Festivals. Festivaldirektor Jurriaan Cooiman wollte, nachdem die letzten drei Culturescapes der Türkei, Aserbaidschan und China gewidmet gewesen waren, bewusst einen Schritt weitergehen, Spannungen und Reibungen mit einbeziehen, die zur Frage leiten sollen, was denn eigentlich Kultur sei, ob sie eine gesellschaftliche Relevanz habe oder einfach nett und angenehm zu haben sei. Die derzeitigen Umwälzungen in der arabischen Welt, in deren Mitte Israel liegt, waren zum Zeitpunkt dieses Entscheids noch inexistent, verleihen nun aber dem diesjährigen Festival mit Sicherheit noch mehr Brisanz.     [yk]