Bombendrohung riss Loch in die Kasse
Eine Bombendrohung am Abend des 9. Septembers machte den zahllosen freiwilligen Helfern und Helferinnen der Wizo und den kauffreudigen Scharen aber einen traurigen Strich durch die Rechnung. Der Betrieb hatte erst so richtig angefangen ins Rollen zu kommen, als die Halle wegen besagter Drohung (die sich letztenendes glücklicherweise als falscher Alarm herausgestellt hatte) geräumt werden musste. Hält man sich vor Augen, dass alleine an einem Flohmärt-Samstagabend normalerweise 80 000 bis 120 000 Franken in die Kassen der Verkaufsstände und Restaurants flossen, kann man sich den Verlust leicht ausrechnen. Zwar gab es am Sonntag nicht wenige Sympathisanten, die «erst recht» noch einmal kamen, und der generelle Aufmarsch war (trotz der x-maligen Wiederholung der Bombenmeldung durch einen Basler Lokal-Radiosender) beachtlich, doch der Fehlbetrag konnte nicht mehr ganz ausgeglichen werden.
«Was in Zürich in Bezug auf die Sicherheit an vergleichbaren Anlässen übertrieben wird, das wurde hier untertrieben», meinte eine Dame des Organisationskomitees unter Anspielung auf die Tatsache, dass am Samstagabend die Kontrollen am Eingang zur Messehalle mehr als nonchalant waren. Der Hintereingang konnte sogar ohne Anwesenheit irgend eines (uniformierten oder nicht uniformierten) Vertreters der Ordnungskräfte benutzt werden. Immerhin darf gesagt werden, dass das zurückhaltende Auftreten der Polizei nach Bekanntwerden der Bombendrohung zusammen mit dem besonnenen Wirken der Verantwortlichen der Wizo dazu beigetragen hat, dass die nötig gewordene Räumung der Halle ohne Panik, ja fast unauffällig vonstatten ging. Nicht ganz verständlich ist hingegen, dass auch am Sonntag die Eingangskontrolle eher «diskret» war, und die Polizisten nur unregelmässig von den elektronischen Suchgeräten Gebrauch machten.
Das Finanzielle sei zwar nicht zu ignorieren, meinte ein Aktivist der Wizo, der am Sonntagnachmittag in der Hauptkasse aushalf, doch ihn beschäftige etwas anderes viel mehr: «Der menschliche Aspekt. Wie ist so etwas in Basel überhaupt möglich?» Der glimpflich abgelaufene Alarm vom Samstagabend unterstreicht leider nur allzu deutlich, dass die Globalisierung von Konflikten und Problemen auch vor der so friedlichen Stadt am Rheinknie nicht Halt macht. Viel härtere Zwischenfälle in Frankreich, Deutschland, den USA und an anderen Orten beweisen, dass es heute offenbar «in» ist, die Opposition gegen Israels Auftreten im derzeitigen Konflikt durch Aktionen gegen lokale jüdische Institutionen zu artikulieren. Die folgerichtige Antwort der jüdischen Gemeinden und ihrer nichtjüdischen Freunde sollte zweierlei zum Ausdruck gelangen: Einmal in einer verdoppelten Unterstützung der betroffenen Organisationen, wie jetzt der Wizo, und dann in einer offenen Solidarisierung mit dem Staate Israel.