Barbara Honigmann

May 13, 2011

 Die Schriftstellerin Barbara Honigmann wurde 1949 in Ostberlin geboren, wohin ihre Eltern aus dem britischen Exil zurückgekehrt waren. Sie arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin in Brandenburg, an der Volksbühne und am Deutschen Theater in Ostberlin. Seit 1975 ist sie als Autorin tätig. In den siebziger Jahren setzte sich Honigmann verstärkt mit ihrer jüdischen Identität auseinander, trat in die Ostberliner Gemeinde ein und heiratete 1981 nach jüdischem Ritus. 1984 reiste sie mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen aus der DDR aus und lebt seitdem in Strassburg. In ihrem Buch «Roman von einem Kinde» (1986) spricht sie von einem «dreifachen Todessprung ohne Netz: vom Osten in den Westen, von Deutschland nach Frankreich, und aus der Assimilation mitten in das Thora-Judentum hinein». Barbara Honigmann ist Mitglied des P.E.N.-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland, sie zählt zur deutsch schreibenden «zweiten Generation» jüdischer Familien, die die Schoah überlebt haben. Einen Namen machte sie sich unter anderem mit den Romanen «Eine Liebe aus nichts» (1991), «Ein Kapitel aus meinem Leben» (2004) und «Das überirdische Licht – Rückkehr nach New York» (2008). Honigmann wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem im Jahr 2004 mit dem New Yorker Koret Jewish Book Award und mit dem Solothurner Literaturpreis. Am 15. Mai wird ihr der Max-Frisch-Preis der Stadt Zürich verliehen.    [vw]