Auto­didakt

February 25, 2011
André Kertész

Ein Berufsleben lang fühlte sich der Fotograf André Kertész nicht richtig wahrgenommen: Erst in seinen späten Lebensjahren erhielt er die Aufmerksamkeit, nach der er sich stets gesehnt hatte. Dass das fotografische Werk des 1894 in Ungarn geborenen ­Kertész lange nicht zur Kenntnis genommen wurde, liegt auch an seiner Biografie. Nachdem er sich der ungeliebten Arbeit an der ungarischen Börse durch seinen Umzug nach Paris entzogen hatte, lebte der Autodidakt von Auftragsarbeiten für europäische Magazine, wurde aber auch in Galerien ausgestellt. Kaum hatte er sich eine gewisse Reputation erarbeitet, emigrierte er 1936 mit seiner Frau Elisabeth nach New York, wo er sich von Neuem etablieren musste. Sein zeitlebens mangelhaftes Englisch machte es ihm dabei nicht leichter. Erst ab den sechziger Jahren wurde Kertész’ Werk gebührend gewürdigt, unter anderem im ­Museum of Modern Art in New York. Das Fotomuseum Winterthur widmet dem Mitbegründer der Fotoreportage nun mit «André Kertész – Retro­spektive» ­eine Ausstellung.    [em]


Bis 15. Mai, Grüzen­strasse 44/45, Winterthur.
www.fotomuseum.ch