Arabische Staaten verlieren bisher über 55 Milliarden Dollar
Der «arabische Frühling», wie die Revolten der letzten Monate in der arabischen Welt vom Volksmund genannt werden, erweist sich finanziell als ein teures Vergnügen, das die am meisten betroffenen Staaten bisher über 55 Milliarden Dollar gekostet hat. Aufgrund einer statistischen Analyse von Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) durch die auf politische Risiken spezialisierte Beratungsfirma Geopolicity tragen Libyen und Syrien die Hauptlast des «Frühlings», gefolgt von Ägypten, Tunesien, Bahrain und Jemen. Vom Bruttoinlandprodukt dieser Länder haben sich demnach total 20,6 Milliarden Dollar in Luft aufgelöst. Gesunkene Einnahmen und steigende Kosten trugen weitere 35,3 Milliarden zum trüben «Frühlingsergebnis» bei. Weil aber die wichtigsten Ölstaaten wie Vereinigten Emirate, Saudi-Arabien und Kuwait die Revolutionswelle weitgehend von ihren Toren fernhalten konnten (oft durch massive Geldverteilungen unter den Bürgern), ist die regionale Produktivität im Jahr bis September um rund 38,9 Milliarden Dollar gestiegen. Der Rohölpreis, der von 90 Dollar pro Fass anfangs Jahr auf heute rund 113 Dollar zugenommen hat, ist massgeblich verantwortlich für die finanziell gestärkte Position der Erdöl-Staaten. [JU]