Aktion zu Ehren von Gilad Shalit

June 24, 2010

 Zum vierten Jahrestag der Verschleppung von Gilad Shalit durch die Hamas erloschen am Mittwochabend um 23 Uhr für symbolische fünf Minuten die Lichter der beiden Kirchen, die das Zürcher Stadtbild historisch prägen. Edi Rosenstein, Präsident der Augustin-Keller-Loge (AKL) in Zürich, hatte kurzfristig von B’nai B’rith Europe aus Brüssel erfahren, dass zum Jahrestag der Geiselnahme von Shalit die Lichter am Kolosseum in Rom ausgehen würden. Die Idee gefiel ihm, und er handelte sofort, «aus ethischer Verantwortung und jüdischer Solidarität mit der Geisel Shalit», wie er tachles erklärt. Die imposantesten Gebäude von Zürich sind die Kirchen der Innenstadt. Rosenstein nahm Kontakt mit den Kirchgemeinden auf und bat um eine symbolische Verdunkelung wie in Rom. Umgehend erhielt er die durch ihre Kirchgemeinde abgesegnete Zusage der Grossmünster-Pfarrerin Käthi La Roche. Auch die Kirchgemeinde Fraumünster mit Pfarrer Niklaus Peter zog mit. Stadtrat Andres Türler wies daraufhin das EWZ an, am Mittwochabend die Aussenbeleuchtungen der beiden Kirchen von Hand ab- und fünf Minuten später wieder einschalten zu lassen. Weil dieser Einsatz bereits fünf Mitarbeiter benötigte, war es nicht möglich, noch mehr Kirchen einzubeziehen, beispielsweise St. Peter mit den markanten grössten Zifferblatt Europas. Die Personalkosten von rund 1000 Franken übernimmt wohl die AKL. Die Aktion wird ausser von der AKL Zürich auch von B’nai B’rith Europe, der Gesellschaft Schweiz Israel, Sektion Zürich, und der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich mitgetragen. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund informierte die angeschlossenen jüdischen Gemeinden und versuchte, koordinierend ähnliche Anfragen an Kirchgemeinden anderer Städte zu begleiten, doch auf die Schnelle liess sich ausser in Zürich nichts Gleichwertiges organisieren. Die jüdische Studentenschaft plante allerdings bei Redaktionsschluss eine Mahnwache vor den verdunkelten Zürcher Gotteshäusern. Stadtrat Andreas Türler liess wissen, dass es sich um einen rein technischen Auftrag handle und weder Stadtrat noch EWZ sich inhaltlich zum Anlass äussern würden. Wie auch immer: Zwei verdunkelte Zürcher Gotteshäuser mahnten am Mittwoch Abend fünf Minuten lang an das düstere Schicksal des durch die Hamas entführten und in Geiselhaft gehaltenen israelischen Soldaten Gilad Shalit. [gb]