Ablösung von der IGB?

April 8, 2011

Am kommenden Montag, 11. April, findet eine ausserordentliche Mitgliederversammlung von Ofek statt, an der die anwesenden Vereinsmitglieder darüber abstimmen können, welchen Weg Ofek künftig beschreiten soll – zur Debatte steht auch eine Fusion mit der Liberalen Jüdischen Gemeinde Migwan und eine damit verbundene Ablösung von der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB). Die Probleme sind nicht neu: Seit vielen Jahren führt Ofek Schiurim in der Karger-Bibliothek und seit gut einem Jahr religiöse Anlässe im Cercle durch. Für Ofek-Präsident Rolf Stürm ist dies aber nicht mehr als «eine komfortable Zwischenlösung». Wenn die IGB als Einheitsgemeinde Ofek als gleichberechtigte jüdische Glaubensgemeinschaft behandeln wolle, so solle sie Ofek auch die kleine Synagoge zur Verfügung stellen, so Stürm. Diskutiert wird über dieses Thema seit Langem: Die einen meinen, die Forderung widerspreche den Gemeindestatuten und deshalb müssten diese auf demokratischem Weg abgeändert werden. Die anderen sind der Meinung, es genüge, wenn das Rabbinat in dieser Frage künftig Zurückhaltung übe. Am Montag wird Rolf Stürm allen Anwesenden die beiden Lösungen zur Abstimmung vorlegen: Zum einen die Fortsetzung der Integration in die IGB mit der Forderung auf die Benutzung der kleinen Synagoge mit den Untervarianten, dass man sich mit einer stillschweigenden Duldung durch das Rabbinat zufriedengibt, oder dass man eine Statutenrevision anstrebt. Der andere Weg wäre die Ablösung in Form einer Fusion mit Migwan. Stürm selbst gibt gegenüber tachles keine Auskunft über seine persönliche Meinung, da er die Versammlung als neutraler Tagespräsident leiten will. Er versichert aber, dass er das dritte Jahr seiner Amtszeit in jedem Falle mit vollem Einsatz zu Ende führen werde.  [vw]