2:0 für Haider

von Yves Kugelmann, October 9, 2008

Haiders taktischer Rückzug vom Parteipräsidium der FPÖ ist ein weiterer Schritt auf seinem Siegesmarsch mit dem Ziel, Bundeskanzler zu werden. Der Rückzug in die Alpen ist die Flucht nach vorn. Indem sich Haider aus der Verantwortung zieht, ist er nicht mehr Zielscheibe, kaum mehr direkt angreifbar.
Wie soll man sich jetzt verhalten? Es ist immer gefährlich, wenn kurzfristiges Reagieren auf einen von langer Hand vorbereiteten Plan prallt. So auch im Falle der willkürlichen internationalen Isolationspolitik gegen Österreich nach der Regierungsbildung vor einem Monat. Resultat ist, dass ein ganzes Land und nicht die anvisierte Partei - die ja lediglich 30 Prozent der Bevölkerung repräsentiert - getroffen wird. Resultat ist, dass eine unbeeinflussbare Eigendynamik ihren Lauf nimmt, ohne dass gezielt auf die Situation eingewirkt wird. Resultat ist, dass FPÖ-Wähler noch stärker zu Haider halten. Resultat ist, dass ein machtgieriger Schüssel die FPÖ zur politisch relevanten Grösse emporstilisierte.
Haider ist nicht im Januar 2000 geboren worden. Haider und sein Wahlsieg sind die Konsequenz einer über 10-jährigen konsequenten Aufbauarbeit. Jetzt in selbstbemitleidenden Moralfetischismus abzusinken, ist Zeichen von Blindheit und eine Fortsetzung der Versäumnisse in den letzten Jahren.
Das Einfrieren diplomatischer Beziehungen manifestiert die Unfähigkeit, auf ein Problem zuzugehen, es an seinen Ursachen und nicht seinen Symptomen zu bekämpfen. All dies macht Haider stärker, und so wird die internationale Gemeinschaft, und nicht zuletzt auch Israel, zum Wahlhelfer für Haider. Die Taktik des Fremdenhassers Haider und seines Alibijuden Sichrovsky ist aufgegangen.