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US-VORWAHLEN DER REPUBLIKANER

Mitt teilt aus in Tampa

January 24, 2012
Bei der nunmehr 16. Debatte der republikanischen Präsidentschaftskandidaten überrascht Mitt Romney mit direkten Attacken auf Newt Gingrich.
Mitt Romney (links) und Newt Gingrich an der Debatte in Tampa

Was für einen Unterschied ein Wahltag machen kann: Seit er bei dem Stimmgang der Republikaner für die Nominierung ihres Präsidentschaftskandidaten in South Carolina eine herbe Niederlage einstecken musste, ist Mitt Romney zu direkten Angriffen auf den Gewinner Newt Gingrich übergegangen. Bislang überliess Romney diese unangenehme Arbeit Unterstützern, die ein nominell von ihm unabhängiges Wahl-Komitee betreiben. Auf der nunmehr 16. Debatte der republikanischen Präsidentschaftskandidaten letzte Nacht in Tampa, Florida, hat Romney seine Attacken auf Gingrich aus nächster Nähe wiederholt und dabei ersten Medienreaktionen zufolge auch solide gepunktet.

Romney zog über Minuten die Diskussionsführung an sich. Offensichtlich bestens vorbereitet, warf er Gingrich immer wieder dessen Aktivitäten als Consultant für die halbstaatlichen Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac vor. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts bezeichnete dies als ungeziemlichen «Einflusshandel». Damit wollte er einen klaren Gegensatz zu seinen Verdiensten als Investmentbanker und Gouverneur aufzeigen. Gingrich schien von den Attacken überrumpelt und fand erst nach mehreren Anläufen halbwegs zu seiner Fassung zurück.

Neben diesem spannenden Eklat setzten die Kandidaten jedoch ihren inzwischen ermüdenden Wettbewerb um möglichst radikal-konservative Positionen in der Steuer- und Wirtschaftspolitik, sowie gegenüber dem Iran fort. Substantiell unterscheiden sich Gingrich, Romney und der ebenfalls noch im Rennen verbleibende Ex-Senator Rick Santorum hierbei jedoch kaum. Der texanische Kongressabgeordnete hob sich erneut von diesem Trio ab und rief nach einer Abkehr Amerikas von Interventionen und «Nationenbau» in Übersee.

In den kommenden Tagen werden die Umfragen zeigen, ob Romney den Höheflug des 68-Jährigen Politikveteranen aus Georgia mit seinen pointierten Schlägen bremsen kann. Am Donnerstag findet bereits die nächste Debatte statt, ehe die Floridians am kommenden Dienstag an die Urnen gehen. Mit der ihm eigenen Disziplin und Weitsicht hat Romney dabei schon vorgebaut: Seine Wahlorganisation im «Sunshine State» hat bereits Hunderttausende von Briefwahlformularen versandt und setzt darauf, dass die Empfänger ihr Kreuzchen bei Mitt machen.  [AM] 





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