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VOR KONFRONTATIONEN MIT SYRISCHEN SOLDATEN?

IDF bereitet sich auf alle Möglichkeiten vor

August 11, 2011
Zum ersten Mal seit dem Jom-Kippur-Krieg schliessen israelische Offiziere einen Zusammenstoss mit Truppen der syrischen Armee nicht mehr aus.

 

Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte bereiten sich auf mögliche Zusammenstösse mit Truppen der syrischen Armee für den Fall vor, dass Damaskus im September nach der zu erwartenden Uno-Abstimmung über den Palästinenerstaat palästinensischen Demonstranten aktiv oder passiv bei einem Versuch helfen sollten, die Waffenstillstandslinien auf den Golanhöhen zu stürmen. Das schreibt die Zeitung «Haaretz» am Donnerstag. Nach Ansicht hochrangiger IDF-Offiziere könnten die syrischen Machthaber mit einer solchen Politik versuchen, die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit von den Vorgängen in Syrien selber abzulenken, wie dies im Mai bereits einmal geschehen war. Sollte eine erneute Masseninfiltration auf dem Golan die israelische Armee zwingen, auf Demonstranten zu schiessen, könnte Damaskus nach Ansicht der IDF die Situation ausnutzen und Einheiten «zur Verteidigung von syrischen Bürgern» an die Grenze entsenden. Das ist eine wesentliche Modifikation der israelischen Lagebeurteilung, die bisher auf der Annahme basiert hatte, Syrien sei an der Aufrechterhaltung der Ruhe auf der Golanhöhe interessiert. – Als Vorbereitung auf alle Eventualitäten hat die IDF laut «Haaretz» in den Offizierkursen eine Übungsvariante eingeführt, die sich mit dem Verhalten der Truppen im Fall von zivilen Massenunruhen befasst. – Ganz offensichtlich ist die Administration Obama interessiert an einer Entfernung des syrischen Präsidenten Bashar Assad von der internationalen politischen Szene. Die amerikanische Uno-Botschafterin Susan Rice jedenfalls erklärte in einer Twitter-Post am Mittwoch, Syrien würde es ohne Assad viel besser gehen. Der Präsident habe «seine Legitimität verloren». [JU]

 





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