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AMSTERDAM

Grossrabbiner suspendiert

January 19, 2012
Er bekannte sich mit seiner Unterschrift zur «Heilbarkeit» von Homosexualität.
Hat vormoderne Ansichten zur Homosexualität: Amsterdams suspendierter Grossrabbiner Aryeh Ralbag

Grossrabbiner Aryeh Ralbag wurde von seinem Amsterdamer Amt suspendiert, weil er ein Dokument zur «Heilung» von Homosexualität unterzeichnet hat. Ralbag lebt in New York, reist aber jedes Jahr wiederholt in die Niederlande, um dort jüdische Rechtsfälle zu beurteilen. Gemeinsam mit 180 Rabbinern, Gemeindeführern und auf dem Gebiet psychischer Krankheiten Berufstätiger unterzeichnete er die «Erklärung zum Ansatz der Thora gegenüber der Homosexualität». Darin ist zu lesen: «Wir lehnen die Überzeugung vehement ab, dass eine homosexuell veranlagte Person ihre Neigung und Lust nicht überwinden könne. Verhaltensmuster können geändert werden. Die Thora verbietet nicht etwas, das zu vermeiden unmöglich ist.» Ferner steht darin, dass «Therapie und Teschuwa» Homosexualität bezwingen können. Ralbag unterzeichnete das Dokument als Vertreter all seiner Ämter, einschliesslich jener des Rabbiners der Congregation Ahavath Israel, von Young Israel of Avenue K in Brooklyn, Av Beth Din Agudas Harabbonim der Union Orthodoxer Rabbiner sowie des Oberrabbiners von Amsterdam. Der letztere Vermerk wurde inzwischen auf dem Dokument gelöscht. Die Suspension in den Niederlanden soll mindestens bis zum Zeitpunkt gelten, zu dem führende Persönlichkeiten der Gemeinde die Angelegenheit mit Ralbag persönlich besprechen können. Die Jüdisch-Orthodoxe Gemeinde von Amsterdam distanziert sich davon, Ralbags Ansicht zu teilen. Homosexuelle seien willkommene und vollwertige Mitglieder der Gemeinde. [TA]





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