logo
DEUTSCHLAND

Den letzten noch lebenden Nazis auf der Spur

October 6, 2011
Demjanjuks Verurteilung gibt Nazi-Jägern neuen Auftrieb.

Die im vergangenen Frühling in Deutschland erfolgte Verurteilung des 91jährigen John Demjanjuk als Komplize für Mordtaten im KZ-Lager von Sobibor habe den Weg geebnet für die Wiedereröffnung hunderter weiterer Fälle. Das erklärte Efraim Zuroff, der in Jerusalem domizilierte Nazijäger des Simon-Wiesenthal-Zentrums, nach Gesprächen mit zuständigen Stellen in Deutschland. «Ich gewann den Eindruck», sagte er, «dass nach dem Demjanjuk-Prozess ein gewaltiges Potential vorhanden ist für die Verfolgung von Individuen, die in den Todeslagern Treblinka, Belzec, Sobibor und Chelmno sowie in den als Einsatzgruppen bekannten mobilen Todesschwadronen gedient hatten.» Weil er offenbar von der Bereitschaft der deutschen Seite zur Kooperation überzeugt ist, reaktiviert Zuroff die «Operation letzte Chance» zur Aufspürung der letzten noch lebenden Nazi-Kriegsverbrecher. Zuroff spricht von der Möglichkeit, mehrerer dutzend Holocaust-Verbrecher habhaft zu werden, die oft bis zu zwei Jahre in der Verübung von Massenmord auf täglicher Basis verwickelt gewesen seien. [JU]

 





» zurück zur Auswahl