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ÄRZTLICHE HILFE PER INTERNET

Das E-Mail macht es möglich

November 8, 2011
Das Leben einer schwangeren iranischen Patientin konnte dank Rat eines israelischen Arztes gerettet werden.

Doktor Adi Weissbuch von der Abteilung für gefährdete Schwangerschaften am Kaplan-Krankenhaus in Rehovot erhielt unlängst eine dringende Anfrage via E-Mail von einer an einem iranischen Universitätsspital arbeitenden Kollegin. Es ging um eine schwangere Patientin mit lebensgefährlichen Komplikationen. Die Dringlichkeit der Anfrage war, wie die «Jerusalem Post» berichtete, darauf zurückzuführen, dass laut islamischem Gesetz Abtreibungen nach der 18. Woche verboten sind, und die Frau bereits in der 16. Woche schwanger war. Beratungen unter Ärzten sind weltweit nichts ungewöhnliches, doch für die iranische Führung gilt Israel als der «kleine Satan», der zu vernichten ist. Aus diesem Grund identifizierte sich die iranische Ärztin, die Weissbuch Kopien von den Laboruntersuchungen mailte und um seine Meinung ersuchte, auch nur mit «N.N.» Sie bezog sich auf einen in einer internationalen medizinischen Zeitschrift erschienenen Artikel, in dem Weissbuch über eine seltene genetische Komplikation bei Schwangerschaften schrieb und am Schluss seine E-Mail-Adresse in Israel angab. Nach den Auskünften, die die Ärztin in Iran von Weissbuch erhielt, empfahl sie ihrer Patientin, sich unverzüglich einer Abtreibung zu unterziehen, was dann auch geschah. «Als Arzt», meinte Weissbuch gegenüber der «Jerusalem Post», «hängt für mich die Hilfe an Patienten nicht von deren Nationalität, Geschlecht oder Religion ab. Wir sind moralisch verpflichtet, allen, die es benötigen, die angebrachte Behandlung und Beratung zu erteilen.» In seiner Korrespondenz mit der iranischen Kollegin fügte Weissbuch unter seinem Namen stets die Zeile «Staat Israel» hinzu. [JU]

 





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