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NEW YORK

Buslinie droht Lizenzentzug

October 24, 2011
Geschlechtertrennung erregt die Gemüter bis hinauf zum Bürgermeister.

Das Transportdepartement von New York City droht der Private Transportation Corp., einer privaten Busgesellschaft, mit dem Entzug der Betriebslizenz, wenn sie fortfahre, ihre Passagiere aufzufordern, in den Fahrzeugen nach Männern und Frauen getrennt zu sitzen. Diese Praxis würde, wie das Departement in einem Brief festhält, eine «direkte Verletzung des Lizenzabkommens darstellen», und könnte zu dessen Kündigung führen. Die Gesellschaft könne, so heisst es in dem Schreiben, keine Sondergenehmigung aus religiösen Gründen erhalten. Die Buslinie B110, die auf Grund eines fast 40 Jahre alten Abkommens zwischen den Quartieren von Brooklyn und Borough Park im New Yorker Stadtviertel Williamsburg verkehrt, fordert in Plakaten im Innern des Fahrzeugs weibliche Passagiere auf, dem Chauffeur das Ticket zu bezahlen, dann aber, wenn der Bus stark besetzt ist, den hinteren Eingang zu benutzen und sich im hinteren Teil des Gefährts hinzusetzen. In beiden Quartieren dominiert eine strikt orthodox-jüdische Bevölkerung das Strassenbild. Berichte über den Disput haben ihre Wege in Publikationen wie unter anderem die «New York Times» und die «New York Post» gefunden. Der (jüdische) New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sprach sich gegen die Geschlechtersegregation auf öffentlichen Bussen aus. Private Kreise hingegen könnten sich, so Bloomberg, einen privaten Bus mieten und in diesem tun und lassen, was ihnen passe. [TA]

 





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