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HITLER-BRIEF ERREGT AUFSEHEN

Antisemitismus auf «rational-wissenschaftlicher» Basis

October 3, 2011
Ein Schreiben Adolf Hitlers aus dem Jahre 1919 wird als Dokument von immenser historischer Bedeutung eingestuft.
Das Schreiben von Hitler aus dem Jahr 1919

Wenige Monate nach Ende des 1. Weltkriegs erklärte im Jahre 1919 ein 30-jähriger deutscher Armeeveteran in einem zweiseitigen Brief die «jüdische Frage» auf einer «rational-wissenschaftlichen Basis». Ein auf Vernunft fussender Antisemitismus müsse, so schrieb der Mann, zu einer «systematischen Bekämpfung und Eliminierung» der Privilegien für Juden führen. Das «oberste Ziel» müsse die unwiderrufliche Entfernung von Juden im Allgemeinen sein. Der Autor war kein anderer als Adolf Hitler. Für seine Ideen erhielt er von seinen Vorgesetzten viel Lob, war die deutsche Armee damals doch in einen bitteren Propagandakrieg gegen die neu gegründete Weimarer Republik verwickelt, die als das Werk von Bolschewiken, Sozialisten und Juden angesehen wurde. In beinahe wissenschaftlich anmutender Manier schreibt Hitler unter anderem, der Antisemitismus werde nur allzu leicht als rein emotionales Phänomen betrachtet. «Das ist nicht korrekt. Antisemitismus als eine politische Bewegung kann und darf nicht durch emotionale Impulse definiert werden, sondern nur durch die Anerkennung der Tatsachen.» Eine dieser Tatsachen sei, dass Judentum «absolut» eine Rasse und nicht eine religiöse Vereinigung sei.  – Hitlers Brief, das erste schriftliche politische Statement des nachmaligen Führers, wird als Dokument von immensem historischem Wert angesehen. Es wird der Öffentlichkeit ab dem 4. Oktober im Toleranz-Museum des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles zugänglich gemacht. – Für den Erwerb des Briefes hatte Rabbiner Marvin Hier, Gründer des Wiesenthal-Zentrums, 150'000 Dollar mobilisiert. Die Bedeutung des Briefes liegt für Hier darin, dass er noch klarer als Hitlers Buch «Mein Kampf» den obsessiven Judenhass des späteren Führers beweisen würde. Auf die Gegenwart bezogen, erklärte Rabbiner Hier, der Brief mache deutlich, dass die Gesellschaft es sich nicht erlauben könne, die Demagogen ihrer Zeit, wie etwa den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad, zu «ignorieren oder lächerlich zu machen». [JU]

 


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