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SARKOZY UND OBAMA

ADL «sehr enttäuscht» über Beleidigungen gegen Netanyahu

November 9, 2011
Sarkozy bezeichnet den israelischen Regierungschef als «Lügner», den er nicht mehr ausstehen könne.
Obama und Sarkozy während der Pressekonferenz des G20-Gipfels von Cannes.

«Zutiefst enttäuscht» gibt sich die Anti-Defamation League (ADL) über höchst unvorteilhafte Äusserungen, die der französische Präsident Nicolas Sarkozy und sein amerikanischer Amtskollege Barack Obama in einer Konversation übe den israelischen Premierminister Binyamin Netanyahu machten. Die Sache sei, so die ADL, Präsidenten «unwürdig». Die beiden Staatsmänner dachten, es handle sich um einen «privaten» Meinungsaustausch, doch offenbar haben sie falsch gedacht. Am Rande der G20-Konferenz in Cannes unterhielten sich Sarkozy und Obama ohne die sonst auf dem diplomatischen Parkett übliche Zurückhaltung und Heuchelei, übersahen dabei aber, dass das Mikrofon irrtümlicherweise (oder auch nicht?) offen geblieben war. So konnten Journalisten die pikante Unterhaltung mit verfolgen. «Ich kann ihn nicht mehr ausstehen, er ist ein Lügner», sagte Sarkozy ohne den sonst für ihn so charakteristischen Charme über Netanyahu. Obama blieb seinem Gesprächspartner nichts schuldig. «Sie mögen genug haben von ihm», antwortete er Sarkozy, «doch ich muss mich mit ihm tagtäglich befassen.» - Eine offizielle Reaktion aus Jerusalem auf diesen ungewöhnlichen Wortwechsel lag zunächst nicht vor. [JU]

 





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