Vier Pinocchios für Bachmann
Die republikanischen Bewerber um die US-Präsidentschaft wetteifern in ihren Freundschaftsbekundungen Israel gegenüber und werfen Barack Obama vor, den jüdischen Staat zu existenziell bedrohlichen Zugeständnissen an die Palästinenser zwingen zu wollen. Diese Rhetorik richtet sich neben der christlich-fundamentalistischen Basis der Republikaner vor allem an jüdische Wähler, die laut jüngsten Umfragen noch zu 60 Prozent hinter Obama stehen. Dies stellt gegenüber dem Stimmgang 2008 einen Rückgang um 18 Prozent dar und dürfte das Weisse Haus alarmieren. Die «Washington Post» hat die Vorwürfe jüngst ihrem populären «fact check» unterzogen. Dabei hat sich die Tea-Party-Favoritin Michelle Bachmann die Höchstzahl von vier «Pinocchios» für ihre absurde Behauptung eingehandelt, Obama wolle Israel zum vollständigen Rückzug auf die Grenzen vor dem Sechstagekrieg 1967 zwingen. Ob der Präsident Israel wirklich aus tiefstem Herzen liebt, will die Zeitung jedoch dem Urteil ihrer Leser überlassen. [am]


