logo

Urbaner Brückenbauer

Von Gisela Blau, September 23, 2011
Samuel Dubno, Gemeinderat der Grünliberalen Partei in der Stadt Zürich, kandidiert für den Nationalrat.
SAMUEL DUBNO «Meine Wählerinnen und Wähler werden mein Komitee sein»

Zürich ist ihm nicht zu eng geworden, ganz im Gegenteil. Gern nach Bern ginge Samuel Dubno, um sich als urbaner Nationalrat auch für die Anliegen der untervertretenen grössten Schweizer Stadt einzusetzen. Der 45-Jährige tut dies bereits seit mehr als einem Jahr im Gemeinderat der Stadt Zürich, als Mitglied der erfolgreichen Grünliberalen Partei (GLP), die auf Anhieb die Fraktionsstärke schaffte.
In der kurzen bisherigen Zeit ihrer Existenz hat die GLP, so scheint es, auf die jüdische Gemeinschaft besonders attraktiv gewirkt. «Es gefällt mir, dass unsere Partei zwar ökologische, aber auch marktwirtschaftliche Grundsätze vertritt und dazu sozial- und gesellschaftsliberale Werte», sagt Dubno. «Wir sind weder dogmatisch noch ideologisch fixiert und schaffen je nach Thema auch Schnittstellen mit anderen Lagern.»



Ein geborener Politiker

Als früher Grünliberaler half Dubno bei der Gründung der Partei im Zürcher Wahlkreis 1 und 2, in dem er mit seiner Familie wohnt, und wurde Vizepräsident. 2009 wählte ihn die GLP in den städtischen Vorstand. 2010 schrieb Dubno als Co-Autor mit am Wahlprogramm und zog in den Gemeinderat ein. Dort politisiert er in der wichtigen Rechnungsprüfungskommission. Zudem sitzt er in der Kommission für die Gleichstellung von Frau und Mann, die der Stadtpräsidentin unterstellt ist, vom Stadtrat gewählt wird und nicht nur aus Gemeinderäten besteht. Samuel Dubno dürfte noch einen respektablen politischen Weg vor sich haben, auch wenn dieser diesmal nicht nach Bern führen sollte.
Der Kandidat ist zwar Betriebsökonom und seit einem Jahr an der Führung des Familienunternehmens (Bekleidung und Gastronomie) beteiligt. Aber er ist der geborene Politiker im besten Sinn: Ein ausgezeichneter Verhandler mit Charme und jener subtilen, beharrlichen Überzeugungskraft, die Brücken baut und Kompromisse ermöglicht. Dubno ist gründlich, kreativ und geduldig; gute Voraussetzungen für politische Ämter. Und er scheut weder klare Worte noch Verantwortung.
«Das Analysieren von Geschäften und das Vertreten nicht nur populärer Lösungen konnte ich in der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich üben», sagt er. Dort war er erst in zwei schwierigen Kommissionen tätig und später als Delegierter des neuen Vorstands. So hofft er, dass die Israelitische Cultusgemeinde Zürich ihn den Gemeindemitgliedern zur Wahl empfehlen wird.

Ein entspannter Wahlkampf

Die politische Arbeit in Bern wäre noch aufwändiger als jene im Gemeinderat, das weiss Samuel Dubno. Er weiss auch, dass seine Wahlchancen auf Platz 21 der Liste 6 mit 34 Kandidaturen nicht überwältigend gross sind. Es wäre schön, sagt er, wenn der Kanton Zürich einen vierten oder gar fünften grünliberalen Nationalratssitz gewinnen würde.
Als Kandidat führt Dubno einen entspannten Wahlkampf. Er ist zwar auf Social-Media-Plattformen aktiv und wird sich an Wochentagen an Standaktionen beteiligen, liess jedoch weder Plakate noch Flugblätter drucken. Sein Internetauftritt www.samueldubno.ch ist nüchtern und er verfügt über kein Komitee. «Meine Wähler und Wählerinnen werden mein Komitee sein», lacht er. 



» zurück zur Auswahl


Mehr zu diesem Thema...

Wahlen 2011 in tachles
September 23, 2011