Unbeirrte Chefdiplomatin
Micheline Calmy-Rey beendet dieses Jahr ihr zweites Amtsjahr als Bundespräsidentin und tritt dann als Bundesrätin nach neun Jahren zurück. Sie war und ist eine Aussenministerin, die der Schweiz und ihrer Diplomatie Präsenz und Ansehen verschaffte. Ihr besonderes Interesse galt den Zivilgesellschaften. Als Chefdiplomatin förderte sie die Frauen und führte weltweit einmalig das Job-Sharing auf Botschaften durch Diplomaten-
Ehepaare ein. Sie ging ihren Weg unbeirrt, obwohl dies nicht allen Parteien und nicht allen Diplomaten gefiel. Zur jüdischen Gemeinschaft pflegte sie vor allem in den letzten Jahren ein entspanntes Verhältnis, und in Bezug auf den Nahostkonflikt sprach sie oft deutliche Worte. Dies tut sie auch im traditionellen Bundespräsidenten-Interview von tachles zum jüdischen Neujahr. [gb/yk]


