logo
9. Juli 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 27 Ausgabe: Nr. 27 » July 8, 2010

Alle Blockaden aufheben!

Von David Grossman, July 8, 2010
Der israelische Autor, der in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt wird, fordert das Ende aller Terroraktivitäten von Gaza aus, einen totalen Waffenstillstand und eine Aufhebung der Blockade.
Anstatt seit Jahren auf Zahl und Identität der im Austausch gegen Gilad Shalit freizulassenden Hamas-Gefangenen zu bestehen – Gefangene, die Israel am Ende im Rahmen dieses oder jenes Abkommens sowieso auf freien Fuss setzen wird –, sollte Israel sich jetzt vielleicht mit einem viel breiter... more...

«Der weibliche Sokrates»

Interview Yves Kugelmann, July 8, 2010
Vor zehn Jahren starb Jeanne Hersch. Nächste Woche erinnert eine Feier anlässlich ihres 100. Geburtstags an die Genfer Philosophin. Die Basler Philosophin und Mitglied der Jeanne-Hersch-Gesellschaft Annemarie Pieper im Gespräch über Jeanne Herschs Leben, Bedeutung und Werk.
TACHLES: Jeanne Hersch war die bedeutendste Schweizer Philosophin. Doch bereits zehn Jahre nach ihrem Tod ist sie in Vergessenheit geraten. Weshalb?
ANNEMARIE PIEPER: Ihre Themen und Texte sind nach wie vor aktuell. Aber sie ging eben unters Volk, hielt Vorträge und war beim Aufkommen von... more...

Rückhalt

July 8, 2010
Europäische Politiker, die sich überzeugt hinter Israel stellen, sind heute eher eine Ausnahmeerscheinung.
Eine solche Erscheinung ist sicher der bulgarische Aussenminister Nikolay Mladenov, der zum Abschluss einer Visite in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten darüber klagte, dass Europa sein Gefühl für die israelischen Sicherheitserfordernisse verloren habe. In einem Interview mit der... more...

Treuer Freund Israels

July 8, 2010
Guido Frei war von 1965 bis 1979 Direktor des Schweizer Fernsehens und setzte sich beruflich für eine faire Berichterstattung über den Nahost-Konflikt ein.

Privat war er seit Jahrzehnten Mitglied der Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI) mit sehr persönlichem Bezug zu Israel wegen seiner Frau. In Erinnerung bleiben Guido Freis fundierte Referate, auch über kulturelle und archäologische Aspekte Israels. Er nahm häufig an GSI-Veranstaltungen teil und war... more...

Entlassung des Oberrabbiners von Turin

von Ruth Ellen Gruber, July 8, 2010
Der jahrelange Zwist, der nun mit der Entlassung des Oberrabbiners von Turin endete, beleuchtet eine Identitätskrise des 21. Jahrhunderts, welche die älteste jüdische Diasporagemeinde befallen hat.
Rabbiner Alberto Somekh, der wie alle anerkannten Rabbiner des Landes orthodox ist, war seit 1992 Oberrabbiner von Turin. Seine Kritiker halten ihm vor, mit seinem auf Konfrontation bedachten persönlichen Stil einen wesentlichen Teil der vorwiegend nicht orthodoxen 900 Mitglieder der Gemeinde von... more...

Dialog mit dem Judentum

von Gisela Blau, July 8, 2010
Kurt Koch (60) ist vom Papst zum Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen ernannt worden und hat sein neues Amt bereits angetreten. Er wurde gleichzeitig Erzbischof und wird wohl bald auch die Kardinals-Insignien erhalten. Der bisherige Bischof des Bistums Basel (seit 1995) mit Sitz in Solothurn ist nun gleichzeitig Präsident des Päpstlichen Rats für den Dialog mit dem Judentum, den interreligiösen Dialog.

Kochs Vorgänger, der deutsche Kardinal Walter Kasper, der jetzt mit 77 Jahren zurücktrat, unterhielt als Ratspräsident seit 2001 beste Beziehungen zu jüdischen Organisationen und zum israelischen Oberrabbinat und versuchte in Kontroversen zu vermitteln, etwa als der deutsche Papst die... more...

WM als Fest der Integration

July 8, 2010
Editorial von Valerie Wendenburg

Patriotismus. Das Bild, das sich den Menschen in der Schweiz nach dem Sieg der Nationalmannschaft gegen Spanien bot, ist kein für die Schweiz typisches. Öffentlich demonstrierte Geselligkeit in Kombination mit wehenden Schweizfahnen ist in diesem sonst eher dem Bedächtigen zugetanen Land... more...

Treffen Obama - Netanyahu

July 8, 2010
Mehr als nur Zwischenhoch?
 Der Unterschied zwischen dem letzten Treffen von Barack Obama und Binyamin Netanyahu in Washington und demjenigen vom Dienstag dieser Woche könnte eklatanter nicht sein. War das vorletzte Treffen getrübt von einer Krise rund um die israelische Bautätigkeit in... more...

Antirassismus-Strafnorm

von Hans Stutz, July 8, 2010
Zivilgesellschaftliches Engagement ist gefragt

Der Bundesrat hat vergangene Woche entschieden, dass er auf eine Ausweitung der Antirassismus-Strafnorm verzichten wolle. Keine Strafe soll es in Zukunft für jene geben, die «rassistische Symbole, insbesondere Symbole des Nationalsozialismus oder Abwandlungen davon», öffentlich verwenden oder... more...

Als Jude in der Roten Armee

von Anna Rudnitskaya, July 8, 2010
In der noch bis Ende Juli in Moskau zu sehenden Ausstellung «Schriften und Überlegungen jüdischer Soldaten in der Roten Armee» stehen nicht Generäle und Politiker im Mittelpunkt, sondern gewöhnliche Menschen, deren gemeinsamer Nenner ihre jüdische Abstammung war.
Als Lev Fein, ein jüdischer Soldat in der Roten Armee, 1945 nach Minsk nach Hause zurückkehrte, fand er einen Brief vor, der ihm von der Ermordung seiner Familie durch die Nazis und von den schlimmen Folgen der Besetzung Weissrusslands für die dortigen Juden berichtete. «Vater und Onkel Fein... more...

Der dritte Libanon-Krieg

July 8, 2010
Ari Shavit Zur Lage in israel

Der dritte Libanon-Krieg wird ungefähr so aussehen: Innerhalb von drei bis vier Tagen werden 2000 bis 3000 Raketen auf Israel niederregnen. Die meisten von ihnen werden Kurzstreckengeschosse sein, die nördlich von Haifa landen werden. Eine kleine Anzahl von Mittelstreckenraketen wird von Herzlia... more...

Philosophin der Debatte

July 8, 2010
Jeanne Hersch gilt als wichtigste Schweizer Philosophin und als eine der wichtigsten des 20. Jahrhunderts. Geboren 1910 in Genf als Tochter eines Mathematikprofessors und einer Ärztin, beide polnisch-jüdische Immigranten sowie Bundisten, fühlte sich Hersch als Philosophin rasch den... more...

Neugierig

July 8, 2010
Begonnen hat seine Karriere mit vier Jahren: Damals attestierte man Maxim Vengerov ein ganz grosses Talent.
Der 1974 im sibirischen Novosibirsk geborene Vengerov stammt aus einer musikalischen Familie: Sein Vater war erster Oboist des städtischen Symphonieorchesters, die Mutter leitete ein Waisenhaus und war dabei auch für den Kinderchor verantwortlich. Bis zu sieben Stunden übte der junge Violinist... more...

» zurück zur Auswahl