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8. April 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 15 Ausgabe: Nr. 15 » April 8, 2009

Jüdische Delegationen in Genf – ein Augenschein vor Ort

Alexander Alon, April 21, 2009
Auffallend an der Position jüdischer Gruppierungen, die in Genf an der Folgekonferenz der Weltkonferenz gegen Rassismus von Durban teilnehmen, ist ihre einheitliche Position. Beinahe uniform wird die DDPA, die «Durban Declaration and Programme of Action» verurteilt, die den Nahostkonflikt als... more...

Netanyahu wird Farbe bekennen müssen

von Jacques Ungar, April 8, 2009
Die Botschaften des guten Willens sind ausgetauscht, der Friedenswille ist allseits beteuert worden. Jetzt muss Israels neue Regierung unter Premier Binyamin Netanyahu die Floskeln mit Inhalt versehen, und hier wird es klar mühsamer werden für die Entscheidungsträger in Jerusalem.
Allmählich ebbt die Welle der Gratulationen aus aller Welt an die Adresse der neuen israelischen Regierung aus Anlass ihres Amtsantritts ab, und der Alltag hält wieder Einzug. Dabei kristallisiert sich folgende, nicht sonderlich überraschende Grundhaltung: Die internationale Völkergemeinschaft... more...

Zeit der Selbstbestimmung

von Rabbiner François Garaï, April 8, 2009
Die Geschichte von Pessach ist auch die Geschichte des Aufbruchs des jüdischen Volkes in die Selbstverantwortung.
In der Pessach-Haggada wird Gott als der Einzige dargestellt, der den Hebräern die Möglichkeit gab, sich von den Ägyptern zu befreien. Im Gegensatz dazu wird am Schabbat vor Rosch chodesch Nissan innerhalb des ganzen zwölften Kapitels von Exodus eine andere Sichtweise vermittelt. Es ist deshalb... more...

Die vergessenen Rechercheure

April 8, 2009
Roy Oppenheim über den Fall Paul Grüninger

Tatsächlich liest sich nicht nur das von Gisela Blau besprochene Buch (vgl. tachles 14/09. «Gerechtigkeit für Paul Grüninger. Verurteilungen und Rehabilitierung eines Schweizer Fluchthelfers») wie ein Thriller. Auch die Geschichte dieser Geschichte ist ein Krimi. Heutzutage scheint kaum jemand... more...

Der endlose Ärger um ein Anwesen

Von Andreas Mink, April 8, 2009
Die aus Hitler-Deutschland geflohene Opernsängerin Gabriele Hammerstein kämpft seit 1990 gegen deutsche Behörden und die jüdische Claims Conference um das Anwesen ihrer Eltern in Schwerin. Einst eine renommierte Klinik, bietet die Immobilie am Schlossgarten heute einen erbärmlichen Anblick. Daran ist auch Hammerstein selbst nicht ganz unschuldig.
Unter dem Motto «Sieben Gärten» wird am 23. April rund um das berühmte Schloss in Schwerin die Bundesgartenschau (BUGA) eröffnet. Wenn sie der Ausstellung von Osten her über die Schlossgartenallee zustreben, werden Millionen Besucher kurz vor dem Eingang ein Gebäude sehen, das so gar nicht zu... more...

Spontane Hilfe für Elie Wiesel

von Andreas Mink, April 8, 2009
Die Meldungen über die enormen Verluste, die Elie Wiesel durch den Betrüger Bernard Madoff erlitten hat, haben weltweit eine Welle der spontanen Hilfsbereitschaft ausgelöst
Der Friedensnobelpreisträger hat fast sein gesamtes Privatvermögen und sämtliche Rücklagen seiner humanitären Stiftung in Höhe von 15,2 Millionen Dollar verloren. Inzwischen sind bei der Wiesel Foundation for Humanity rund 400 000 Dollar an Spenden eingegangen, fast überwiegend in kleinen... more...

Guten Morgen Hans-Rudolf Merz!

Yves Kugelmann, April 19, 2009
Was für ein schöner Frühjahrssonntag, nicht wahr? Doch heute entscheidet nicht das Wetter darüber, wie dieser Tag und diese Woche rückblickend eingeordnet werden. Sie, Herr Bundespräsident, dürfen diesen Tag schon gar nicht vor dem Abend loben. Aber Sie haben jetzt noch die Möglichkeit, auf... more...

Die Matzot im Brotkörbchen

Von Emanuel Cohn, April 8, 2009
Über die Rolle gesäuerter und ungesäuerter Brote im einstigen Tempeldienst und die Symbolik der Matza in der modernen Zeit.
Als ich in meinen Basler Jugendjahren im lokalen koscheren Restaurant essen ging, gab es ein Detail, das mir stets ein bisschen ein Dorn im Auge war und welches das köstliche Mahl beinahe etwas in den Schatten stellte: Im Brotkörbchen gab es nebst feiner Baguettescheiben immer eine Handvoll... more...

«Wissenschaft und Judentum» an der ETH

von Simon Spiegel, April 8, 2009
Eine neue Gastprofessur der ETH Zürich wird sich speziell dem Verhältnis von Judentum und Wissenschaft widmen.

In Zürich tut sich was im Bereich der jüdischen Studien: Neben der Sigi-Feigel-Gastprofessur, die an der Theologischen Fakultät der Universität angesiedelt ist (vgl. tachles 02/09), wird es ab Frühling 2010 zudem eine Gastprofessur für Wissenschaft und Judentum im Departement Geistes-, Sozial... more...

Netanyahus nicht gehaltene Rede

April 8, 2009
Ari Shavit zur Lage in Israel

Ein wenig getrübt war die beachtliche Vereidigungszeremonie der 32. israelischen Regierung in der Knesset. Der designierte Premierminister Binyamin Netanyahu, dessen Büro offenbar noch nicht aufgeräumt war, begab sich mit dem falschen Manuskript in der Hand ans Rednerpult. Die inspirierenden... more...

«Es besteht ein akuter Vertrauensverlust»

Interview Yves Kugelmann, April 8, 2009
Jakob Tanner ist Wirtschaftshistoriker und ehemaliges Mitglied der Bergier-Kommission. Im Gespräch mit tachles spricht er über die aktuelle Wirtschaftskrise im Kontext der Geschichte.
Tachles: Wie würden Sie die aktuelle Finanzkrise im historischen Kontext der letzten 100 Jahre einstufen?Jakob Tanner: Als historischen Umschlagpunkt, als prägendes Ereignis, als «Krise» im Wortsinne, welche die Grundlagen bisherigen Verhaltens in Frage stellt, auch neue Fragen aufwirft. Diese... more...

Totalitarismus der Dekadenz

April 8, 2009
Editorial von Yves Kugelmann

Zedaka. Judentum ist Sozialismus. Unideologischer Sozialismus. Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Judentum war einst. Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Entsolidarisierung sind heute. Auch die jüdische Gemeinschaft hat sich längst im Angesicht des Kapitals von sich entfremdet und von ihren... more...

Gedenken auf der Kegelbahn

von Harald Neuber, April 8, 2009
In Erfurt wird im Herbst ein jüdisches Museum in einem der ältesten Synagogengebäude Deutschlands und Europas eröffnet.
Manchmal liegt das Offensichtliche vor aller Augen. Inmitten der Altstadt von Erfurt befand sich über Jahrhunderte unbemerkt eines der ältesten Synagogengebäude Europas. Das Bauwerk stammt – wie Holzproben ergaben – aus der Zeit um das Jahr 1100. Dass es sich einst um ein jüdisches... more...

Eine universelle Botschaft

Interview Yves Kugelmann, April 8, 2009
Wenn sich am 20. April alle jüdischen Gemeinden gemeinsam mit anderen Glaubensgemeinschaften daran erinnern, was zwischen 1939 und 1945 geschah, so soll dies auch im Hinblick auf Durban II ein Signal setzen.
tachles: Weshalb reagieren Sie auf die Durban-II-Konferenz mit einem Jom-Haschoah-Anlass?Joël Herzog: Die Gedenkfeier zu Jom Haschoah, die ja immer am 20. April stattfindet, ist an sich keine Reaktion auf Durban II. Angesichts des Umstandes, dass die Konferenz am gleichen ¬Datum eröffnet wird,... more...

Ambitiöses Wiederbelebungsprogramm für Jerusalem

von Dina Kraft, April 8, 2009
Jerusalems neuer Bürgermeister Nir Barkat will zur wirtschaftlichen Erholung der Stadt Partnerschaften mit Juden in der Diaspora eingehen und in Jerusalem spezifische Wirtschaftszonen errichten.
Über seinem Schreibtisch hat der neue Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat ein Foto hängen, das ihn während des Halbmarathons durch Jerusalem zeigt. Seinen Besuchern erklärt der 49-Jährige sofort, dass er auch die ganze Marathonstrecke rennt. Und das ist gut so, denn er wird das... more...

Die Bewahrung historischer Schätze

von Ruth Ellen Gruber, April 8, 2009
Jüdische Vertreter aus 15 europäischen Ländern nahmen an einer Konferenz in Bratislava teil, an der die Renovierung und Rettung von Gebäuden im Zentrum stand, die den jüdischen Gemeinden von den Nazis und den Kommunisten entwendet worden waren.
Die Rückgabe von jüdischem Gemeindebesitz in Zentral- und Osteuropa ist seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor fast 20 Jahren ein heisses Thema. Vor dem Hintergrund des zähen und schmerzvollen juristischen Tauziehens um von den Nazis beschlagnahmte oder von den Kommunisten verstaatlichte... more...

Popstar der Gaumenfreuden

von Dania Zafran, April 8, 2009
Er sei der Nachfolger von Jamie Oliver, sagen die Briten über den jungen Starkoch Sam Stern. Mit 15 Jahren brachte er sein erstes Kochbuch auf den Markt, heute, vier Jahre später, kennt man den jungen Engländer auch jenseits seiner Landesgrenzen, und Mütter und ihre jungen Töchter himmeln den Jungkoch an wie einen Popstar.
So mancher Teenager wird berühmt wegen seiner Stimme, seinem Talent, in andere Rollen zu schlüpfen oder seinem Aussehen. Bei Sam Stern war es seine Gabe, Zitronenpoulet und Schokoladenmousse herzustellen, die ihm zu Ruhm und Berühmtheit verhalf. Mit zarten 15 Jahren brachte der Engländer mit dem... more...

Die Vergangenheit als Zukunftsvision

von Sonja Galler, April 8, 2009
Die Islamwissenschaftlerin Sabine Schmidtke untersucht interreligiöse Symbiosen des Mittelalters.
Tag für Tag füllen Schlagzeilen aus der Konfliktzone Nahost die Zeitungen. Sie berichten von einer zersplitterten Region und einer schwierigen bis unmöglichen Verständigung zwischen den einzelnen Volks- und Religionsgruppen. Eine Lösung scheint auf Übermorgen verschoben. Um diesen Bildern und... more...

Jom-Haschoah-Feier in Genf

April 8, 2009
Die traditionelle Genfer Gedenkfeier zum Jom Haschoah wird dieses Jahr besonders symbolträchtig ausfallen: Der von den jüdischen Gemeinden Genfs organisierte Anlass wird unmittelbar vor dem Palais des Nations stattfinden, wo zur selben Zeit die Durban-Überprüfungskonferenz (Durban II) für den... more...

Durban-II-Chronik – Alle Meldungen zur Uno-Konferenz

April 23, 2009
Proisraelische Demonstration in Genf
Gestern Abend fand vor dem Uno-Hauptsitz in Genf eine Demonstration unter dem Motto «Israel will Frieden» statt. Organisiert wurde diese von einem Bündnis von zwei Dutzend mehrheitlich jüdischen Organisationen, die damit gegen antiisraelische Positionen... more...

Israelischer Boykott wahrscheinlich

April 8, 2009
Eine offizielle, definitive israelische Antwort auf den Beschluss des Uno-Menschenrechts¬rates, die angeblich von Israel während der Operation «Gegossenes Blei» im Gazastreifen begangenen Kriegsverbrechen durch eine hochkarätige sogenannte Fakten-Findungs-Mission untersuchen zu lassen, liegt... more...

Die Bewahrung historischer Schätze

von Ruth Ellen Gruber, April 8, 2009
Jüdische Vertreter aus 15 europäischen Ländern nahmen an einer Konferenz in Bratislava teil, an der die Renovierung und Rettung von Gebäuden im Zentrum stand, die den jüdischen Gemeinden von den Nazis und den Kommunisten entwendet worden waren.
Die Rückgabe von jüdischem Gemeindebesitz in Zentral- und Osteuropa ist seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor fast 20 Jahren ein heisses Thema. Vor dem Hintergrund des zähen und schmerzvollen juristischen Tauziehens um von den Nazis beschlagnahmte oder von den Kommunisten verstaatlichte... more...

Sederabende der ganz besonderen Art

von Amy Klein, April 8, 2009
Auf der Suche nach neuen Inhalten für den Sederabend hat ein rekonstruktionistischer Rabbiner in den USA eine Freiheits-Haggadah mit zeitgenössischen Bezügen geschaffen. Andere Themen, die gewisse Kreise am Seder in den Mittelpunkt stellen, sind der grassierende Hunger und die bedrohte Umwelt.
Am 5. April 1968 bahnte sich Arthur Waskow den Weg zu seiner Wohnung in Washington durch Demonstranten und bewaffnete Sicherheitstruppen hindurch. Sein Quartier war mit einer Ausgangssperre belegt, die Nacht zuvor war Martin Luther King jr. ermordet worden. Der in der Menschenrechtsbewegung aktive... more...

Für die Wahrung der Menschenrechte

Valerie Doepgen, April 8, 2009
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Die Institution gehört zu den erfolgreichsten internationalen Justizorganen, und dennoch scheinen aufgrund historischer und aktueller Entwicklungen grundlegende Reformen nötig.
Als der der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) im Jahr 1959 gegründet wurde, waren sich die beteiligten Staaten, alle geprägt durch die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs, vor allem in einem Punkt einig: Eine Missachtung der Menschenrechte, wie sie im Holocaust stattgefunden... more...

Hoffnung für Uno-Konferenz

von Gisela Blau, April 8, 2009
Wenn nicht in der letzten Vorbereitungsrunde der Antirassismus-Folgekonferenz in Genf noch unannehmbare Anträge kommen, sieht der neue Entwurf des Schlussdokuments akzeptabel aus.
Diese und nächste Woche gibt es nochmals zwei entscheidende Runden vor Beginn der Uno-Konferenz, die in Genf vom 20. bis 24. April stattfinden soll. Das Schlussdokument muss fertig verhandelt werden, um die Teilnahme der USA, der EU-Staaten und nicht zuletzt der Schweiz zu ermöglichen. Ziel dieser... more...
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