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7. November 2008, 8. Jahrgang, Ausgabe 45 Ausgabe: Nr. 45 » November 6, 2008

Die Karten werden neu gemischt

von Jacques Ungar, November 6, 2008
Nach dem Sieg von Barack Obama über John McCain jubeln auch die Demokraten in Israel. Der eigentliche Fokus im Land ist aber auf die nun im Frühjahr anstehenden Neuwahlen in der Knesset gerichtet.
Die Amerikaner haben am Dienstag gewählt, und auch in Israel jubilieren die Anhänger der Demokraten. Der amtierende Premierminister Ehud Olmert meinte vor den Wahlen, jeder neue amerikanische Präsident werde Israel gegenüber freundschaftlich eingestellt sein, und er habe keine Zweifel, dass man... more...

Provokationen und Gewalt

von Valerie Doepgen, November 6, 2008
Am vergangenen Sonntag kam es während des Spiels der A-Junioren von Racing Club Zürich gegen den FC Industrie Turicum zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit offenbar antisemitischem Hintergrund. Die Vereine haben auf den Vorfall reagiert und der Fussballverband Region Zürich ermittelt.

Bereits während des Spiels, das der FC Industrie Turicum mit 9 zu 0 Toren gegen den Racing Club Zürich gewann, kam es zu gegenseitigen Provokationen: So soll der Torschütze des FC Industrie vor der Ersatzbank seines Gegners, dessen Spieler alle beim jüdischen FC Hakoah angemeldet sind, die Hosen... more...

Kampf um das Gedenken

von Anton Maegerle und Hans Stutz, November 6, 2008
Unter dem Motto «Gegen einseitige Vergangenheitsbewältigung! Gedenkt der deutschen Opfer!» wollten Neonazis im Vorfeld des 70. Jahrestags der Pogromnacht von 1938 in Aachen demonstrieren. In Fulda hat die NPD eine Kundgebung gerichtlich durchsetzen können. Seit Jahren versuchen Rechtsextreme eine Umdeutung der deutschen Geschichte.

Der 9. November ist der Tag, an dem sich Deutschlands Weg mehrmals wendete. Vor 90 Jahren, am 9. November 1918, trat der Kaiser zurück, das Kaiserreich fiel in sich zusammen und die Sozialdemokraten riefen die Republik aus. Fünf Jahre später versuchte Adolf Hitler einen Putsch, indem er mit... more...

Mindestens noch ein Jahr auf Sendung

Nicole Dreyfus, November 6, 2008
Radio Energy legt gegen den Verlust der Konzession Rekurs ein. Damit sichert sich der Sender vorerst für ein Jahr die Frequenz.

Der Radiosender Energy Zürich ist vom Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikatio im laufenden Konzessionsverfahren nicht berücksichtigt worden und hat damit für die Region Zürich-Glarus keine Konzession erhalten. Wie aus einer aktuellen Medienmitteilung hervorgeht, wird gegen den... more...

Symbol und Agent des Wandels

November 6, 2008
Mit der Wahl von Barack Obama zum Präsidenten demonstriert Amerika den Wunsch nach Erneuerung und zeigt: Konstant ist in den USA nur der Wandel.
Als Barack Obama am Mittwochmorgen kurz nach Mitternacht vor die unüberschaubare Menge seiner Anhänger in Chicago tritt, sagt Joanne mit Tränen in den Augen: «Vor vier Jahren haben wir um diese Uhrzeit noch auf einen Sieg in Ohio gewartet, der nie gekommen ist.» Obama hat nicht nur Ohio und... more...

Als die Synagogen brannten

von Gisela Blau, November 6, 2008
Am 9. und 10. November jähren sich zum 70. Mal die Pogromnächte in Deutschland und Österreich. Hunderte von jüdischen Menschen kamen um, Hunderte Synagogen, Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört. In der Schweiz lebende Zeitzeugen erinnern sich.
Lutz Zwillenberg war genau einen Monat von seinem 13. Geburtstag entfernt. Am 9. November 1938 rief die Sekretärin seines Vaters an und informierte die Mutter, dass sein Vater von zwei Gestapo-Männern in den typischen hellen Regenmänteln in seinem Büro verhaftet worden war. «Nun begann ein... more...

Wie wird Obama regieren?

November 6, 2008
Editorial von Andreas Mink

Kalkül. Die Wahlkampagne von Barack Obama hatte einige Erfolgsgeheimnisse. Doch eines davon wird in diesen ersten Tagen nach dem historischen Sieg des Sohns eines Kenianers und einer Weissen aus Kansas kaum diskutiert: Knallhart kalkulierend, hat Obama seine Prinzipien rasch hintangestellt, um... more...

Boomende Vorzeigestadt

von Lior Dattel und Lital Grossman, November 6, 2008
Die Wohnungspreise in Tel Aviv steigen raketenhaft in die Höhe, es hat nicht genügend Parkplätze und die Vorschulklassen sind heillos überlastet. Dennoch geht es der Stadt eigentlich ganz gut.
Tel Aviv ist unbestritten die kulturelle Hauptstadt Israels, das dynamischste Unterhaltungszentrum und das grösste Geschäftszentrum des Landes. Tel Aviv zieht junge Leute aus ganz Israel an. Dank einer in den letzten Jahren ausgezeichneten Steuerverwaltung ist es der Stadtverwaltung gelungen,... more...

Sehnsucht nach Heimat

Von Julian Voloj, November 6, 2008
Mit viel Glück überlebte die Berlinerin Margot Friedländer das KZ Theresienstadt und kam 1946 nach Amerika. Nach Deutschland reiste sie erst 60 Jahre später wieder – nachdem sie angefangen hatte, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben und im Rahmen eines Dokumentarfilmprojekts.
Kaum ein Begriff ist in der deutschen Sprache so gefühlsbeladen wie das Wort «Heimat». Alle Hochkultursprachen sind imstande, das Konzept «Heimat» mit ihren spezifischen Mitteln auszudrücken, wobei die Konnotationen des Heimatkonzepts variieren. Das lateinische Wort «patria» beispielsweise... more...

Einige Lichtblicke in Sicht

November 6, 2008
Yoel Marcus zur Lage in Israel

Die Vorverschiebung der Knessetwahlen ist nicht unbedingt das Höchste der Gefühle. Israelische Durchschnittsbürger ärgert es, dass in allen Jahren der Existenz dieses Staates nur eine einzige Regierung ihre Kadenz vollenden konnte. Pessimisten glauben, dass nach den Wahlen sowieso alles so sein... more...

Prognose

November 6, 2008
Weil sie oft nicht stark genug seien, um in Zeiten wie den heutigen zu bestehen, und weil sie das am meisten verwundbare Segment im Falle einer dramatischen Kreditbremse seien, schliesst Israels Zentralbankgouverneur Stanley Fischer die Schaffung eines «speziellen Anleihenmechanismus» für Klein- und Mittelbetriebe nicht aus.
Vor der Auslandspresse in Jerusalem beschwichtigte Fischer aber sofort und betonte, die Wirtschaft des Landes wachse zwar langsamer, doch gebe es «keinerlei Anzeichen» dafür, dass sie sich auf eine Rezession hin bewege. Der Gouverneur räumte aber ein, dass Israels Wirtschaft, die der globalen... more...

Oral History

November 6, 2008
Er war der Interviewer schlechthin. Aus Gesprächen mit Zeitgenossen schuf er eines der lebendigsten Panoramen Amerikas. Fast ein halbes Jahrhundert lang moderierte Louis «Studs» Terkel bis 1997 jeden Wochentag seine legendäre Radiosendung in Chicago, nachdem seine Fernsehkarriere in der McCarthy-Ära ein Ende gefunden hatte.
Der am 16. Mai 1912 in der Bronx geborene Sohn russisch-jüdischer Einwanderer war das offene Ohr Amerikas. Seine Gespräche mit Politikern, Stars und dem Volk von der Strasse machten ihn berühmt und bescherten ihm 1985 für sein Buch «Der gute Krieg» den Pulitzer-Preis. Terkel lässt Amerikaner... more...

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