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3. Dezember 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 48 Ausgabe: Nr. 48 » December 3, 2010

Ursprung und Bedeutung des Chanukkageldes

Von Emanuel Cohn, December 3, 2010
Chanukkageld, Chanukkaspiele und Chanukkageschenke sind fester Bestandteil des Lichterfestes geworden. Wie steht es um den Ursprung und die Bedeutung dieser Bräuche?
Der grosse jiddischsprachige Schriftsteller Scholem Alejchem (1859–1916) beginnt seine Kindererzählung «Chanike-Geld» (1900) folgendermassen: «Treft, Kinder, vosser Jontef is der bester fun alle Jomim Toivim? Chanike!» (Ratet, Kinder, welcher Feiertag ist der beste... more...

Mehr Integrationsarbeit nötig

Von Daniel Zuber, December 3, 2010
Rassismus und Rechtsextremismus sind in europäischen Fussballstadien weit verbreitet. Ein Blick auf dieSituation in der Schweiz.
Fussball ist eine der beliebtesten und verbreitetsten Sportarten der Welt. Es wird nicht nur auf der ganzen Welt Fussball gespielt, Millionen von Menschen besuchen auch regelmässig die Stadien ihrer bevorzugten Mannschaft und verfolgen die Spiele am TV. Das Spiel hat ein gewaltiges integratives... more...

Iran ist effektive Bedrohung

Von Jacques Ungar, December 3, 2010
Gleichgültig lassen die seit Sonntag ununterbrochen in die guten Stuben hineinflimmernden Massen-Indiskretionen von WikiLeaks niemanden, die Reaktionen sind aber sehr unterschiedlich ausgefallen.
Während US-Aussenministerin Hillary Clinton meinte, die Veröffentlichungen der diplomatischen Dialoge durch WikiLeaks würden nicht nur den USA schaden, sondern der ganzen globalen Gesellschaft, hüllten arabische Stellen sich tagelang in verlegenes Schweigen, weil ihre an sich... more...

Legitimität ist keine Frage des Geldes

Von Fabio Luks, December 3, 2010
Mit der undemokratischen Wahl von Igor Kolomoisky als neuem Präsidenten des European Council of Jewish Communities hat Jonathan Joseph keine glückliche Entscheidung getroffen. Alexander Zanzer, General­direktor der Royal Society for Jewish Welfare, will nun mit einer Generalversammlung die Sachlage klären.

Ende Oktober hat Jonathan Joseph an einer Konferenz des European Council of Jewish Communities (ECJC) in Berlin seinen Nachfolger, Igor Kolomoisky, im Amt des Präsidenten des ECJC bekanntgegeben. Diese Entscheidung wurde ohne das Wissen und Einverständnis der Vorstandsmitglieder getroffen,... more...

Ein bisschen Liberalisierung

Von Andreas Schneitter, December 3, 2010
Seit bekannt ist, dass EasyJet ab Dezember von der Schweiz aus Tel Aviv anfliegen wird, haben Swiss und El Al ihre Preise markant gesenkt. Der Markeintritt des Billigfliegers bedeutet das Ende einer Tarifpolitik der hohen Preise, die jahrzehntelang durch ein Staatsabkommen legitimiert war.
Am kommenden Sonntag, 5. Dezember, wenn kurz vor 8.00 Uhr der Flug 1191 von Basel nach Tel Aviv abheben wird, werden die «künstlich hoch gehaltenen Flugpreise» der Vergangenheit angehören, sagt Thomas Haagensen. Haagensen muss es wissen, er ist Verkaufsdirektor für... more...

Der unbekannte Kaufhauskönig

Von Francesco Welti, December 3, 2010
Ein braungebrannter Herr, der sich gerne auf seiner Insel, seinem Boot oder auf dem von ihm finanzierten Golfplatz in Ascona vergnügte: So wurde Max Emden in seinem zweiten Leben gesehen. In seinem ersten hatte er es zum Kaufhauskönig gebracht.
Max Emden, 1874 in eine Hamburger Kaufmannsfamilie geboren, wurde von seinem Vater und seinem Onkel früh in die Führung des Unternehmens eingebunden. Um die Jahrhundertwende, als die ersten Kaufhäuser auf deutschem Boden entstanden, wuchs das Handelshaus M. J. Emden & Söhne... more...

«Big Mick» macht Sturm

Von Eva Burke, December 3, 2010
Mick Davis, Vorsitzender des britischen United Jewish Israel Appeal und CEO von XStrata, hat mit seinen öffentlichen Bemerkungen betreffend israelische Politik und Politiker einen Sturm ausgelöst. Davis, der nicht nur wegen seiner körperlich imposanten Figur hierzulande «Big Mick» genannt wird, füllt seit zwei Wochen die Zeitungsspalten.
In Grossbritannien scheint nun offensichtlich Schluss damit zu sein, dass Diaspora-Juden sich ein freiwilliges Schweigegebot auferlegen, wenn das Gesprächsthema  die israelische Politik ist, egal, ob nun ihre Meinung  persönlicher oder offizieller Natur ist. So äusserte sich... more...

Für einen humaneren Islam

Von Israel Schrenzel, December 3, 2010
Der liberale und kontroverse muslimische Philosoph Nasr Hamid Abu Zayd, der im Sommer verstorben ist, hinterlässt Arbeiten, welche den humanen, zugänglichen Charakter des Korans betonen. Der Artikel wirft einen Blick auf die Debatte um den Islam, die auch hinsichtlich der Parlamentswahlen in Ägypten aktuell ist.
Kurz vor seinem 67. Geburtstag starb in Ägypten Nasr Hamid Abu Zayd, einer der grössten liberalen muslimischen Philosophen unserer Zeit. Die Erwähnung seiner Heimat wäre nicht wichtig gewesen, hätte er nicht nach einem handfesten Skandal Mitte der neunziger Jahre ins... more...

Vernünftiges Parlament oder Verfassungsgericht

Editorial von Gisela Blau, December 3, 2010
Stil. Der Gewinn einer Abstimmung darf nicht zum Auftrumpfen verleiten; das hat keinen Stil und ist undemokratisch. Zumal die Initiative zur Ausschaffung von straffälligen Ausländern nicht zwingend war. Die Sicherheit der Schweiz war nicht in Gefahr. Missetäter mit fremden Pässen... more...

Von menschlichem Abfall und verflüssigter Moderne

Von Daniel Zuber, December 3, 2010
Er gilt als einer der einflussreichsten und bedeutendsten Soziologen unserer Zeit. Ein Blick auf Leben und Werk von Zygmunt Bauman zum Anlass seines 85. Geburtstags.
Seine Analysen sind auf dem Hintergrund eines Lebenswegs entstanden, der die Lasten der Moderne als persönliches Schicksal miteinschliesst. «Ich habe in einem langen Leben in den verschiedensten Gesellschaftssystemen mit ihren Hoffnungen und Ängsten gelebt. Vielleicht ist es meine... more...

Naive amerikanische Märchenstunde

von Andreas Mink, December 3, 2010
In seinem neuen Kinderbuch reduziert Barack Obama die amerikanische Geschichte auf platte Formeln. Dabei zeigt er mehr über sein Politikverständnis, als ihm lieb sein kann.
Eine Zeile des patriotischen Liedes «America» aus dem Jahr 1831 lautet «Of Thee I Sing». Dieses lässt sich leichter singen als die amerikanische Nationalhymne und dürfte auch deshalb das bekannteste Stück Musik in den USA sein. Jüngst hat US-Präsident... more...

Bürgermeister?

December 3, 2010
Er wollte schon immer Bürgermeister seiner Heimatstadt Chicago werden. Deshalb hat Rahm Emanuel im Oktober seinen Posten als Stabschef von Barack Obama aufgegeben und sich in den Wahlkampf in der «Stadt der breiten Schultern» gestürzt. Doch nun droht Rahms Lebenstraum zu... more...

Palästinas Grenzen

Elisha Efrat zur Lage in Israel, December 3, 2010
Noch fehlt eine offizielle israelische Reaktion auf den amerikanischen Wunsch, Premier Netanyahu möge die Grenzen eines künftigen Palästinenserstaates markieren und den Prozentsatz der Westbank nennen, aus dem Israel sich zurückziehen würde, um die Gründung dieses... more...

Zwischen Integration und Ghettoisierung

December 3, 2010
Seit der Emanzipation streben Jüdinnen und Juden die gleichberechtigte Anerkennung durch die nicht jüdische Umwelt an und setzen sich dafür ein, dass Vernunft und Demokratie über Vorurteil und Willkür gewinnen. Dass der Abschied von den abgesonderten Lebensweisen im Stetl... more...

Im Bewusstsein der Differenz leben

Von Fabio Luks, December 3, 2010
Ende November kam der britische Oberrabbiner Lord Jonathan Sacks nach Basel. Am Vorabend des Dies academicus hielt er den traditionellen Vortrag und bekam die Ehrendoktorwürde verliehen. Am vergangenen Schabbat war er zu Gast in der Israelitischen Gemeinde Basel.
Vor der Verleihung der Ehrendoktorwürde am Donnerstagnachmittag traf sich Jonathan Sacks  (vgl. tachles 46/10) im Basler Institut für Jüdische Studien mit Studenten und Vertretern der Gruppe Zelt Abrahams. Es ging um Beziehungen zwischen Religionen, zwischen Menschen. Dabei... more...

Qasr al-Yahud erwacht zu neuem Leben

Von Gitit Ginat, December 3, 2010
Nach Jahren der Stagnation und Vernachlässigung sieht Qasr al-Yahud östlich von Jericho, wo laut Überlieferung Jesus am Jordanfluss die Taufe empfangen hat, einer Zukunft mit Renovationen, Pilgern und Touristen, aber ohne Sicherheitszäune und militärische Begleitung entgegen.
Im Winter des Jahres 2003 stand Saar Kfir, Direktor der Taufstelle Qasr al-Yahud, nicht weit vom anschwellenden Jordan: «Der Jordanfluss dehnte sich um Hunderte von Metern aus und überflutete und zerstörte den Pilgerpavillon auf dem Hügel und dazu noch einige neuere... more...
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