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28. August 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 35 Ausgabe: Nr. 35 » August 27, 2009

Undiplomatisches Gepolter

Von Jacques Ungar, August 27, 2009
Israel und Schweden liegen sich in den Haaren. Vordergründiger Zankapfel ist die Pressefreiheit beziehungsweise deren Missbrauch. Donald Bostrom, der zuletzt 2006 in Israel gearbeitet hatte, publizierte in der
Zeitung «Aftonbladet» eine haarsträubende Mär von Organen, die die israelische Armee zuvor getöteten
Palästinensern entnommen und verkauft haben soll (vgl. tachles 34/09). Mit emotionalen, polternden
Reaktionen und Forderungen erleichtert vor allem Israels Aussenminister Avigdor Lieberman den Schweden die aktuelle Situation. Ein Kommentar.
Der «Aftonbladet»-Korrespondent Donald Bostrom und das derzeit den EU-Vorsitz versehende Stockholm haben in der Organhandel-Angelegenheit den Bogen der Pressefreiheit mehr als überspannt. Während der Journalist das tut, was vor und nach ihm zahllose Kollegen schon getan haben beziehungsweise tun... more...

Brisante Themen werden ausgespart

von Mirjam Buschor, August 27, 2009
Der Rat der Religionen, im Mai 2006 von Vertretern der drei abrahamitischen Religionsgemeinschaften gegründet, hat mit Ausnahme weniger Communiqués bisher nicht viel von sich hören lassen. Weshalb der Rat bis anhin umstrittene Themen gemieden hat, ist unklar. Fragt man die Räte, so heisst es, die Mitglieder seien immer noch mit Vertrauensbildung beschäftigt.
Mit grossen Worten und begleitet von erheblicher Aufmerksamkeit der Medien haben sich die Vertreter der drei abrahamitischen Religionsgemeinschaften gemeinsam an einen «runden Tisch» gesetzt. Nach anfänglichen Turbulenzen, ausgelöst durch die nicht vertretene weibliche Seite in diesem Gremium... more...

Subway führt die Liste an

von Sue Fishkoff, August 27, 2009
Auf der Liste der amerikanischen Fast-Food-Ketten gibt es nicht wenige, die auch koschere Filialen betreiben: Subway, Mendy’s, Dunkin’ Donuts, um nur einige zu nennen. Ein Problem ist ihnen allen gemeinsam:
Die koschere Küche ist teuer, also muss der Gast für sein Sandwich bedeutend mehr zahlen als in einem nicht koscheren Etablissement.
Welches ist die grösste koschere Restaurantkette der USA? Mendy’s? Sechs Filialen, sieben,  wenn die milchigen und fleischigen Verkaufstände am New Yorker Grand Central Bahnhof mitgezählt werden. Oder Dougie’s? Fünf Filialen in New York und New Jersey; von Nathan’s Famous kann man... more...

Jüdische Literatur aus europäischer Perspektive

August 27, 2009
TACHLES: Was ist das Ziel dieser 
Tagung?ALFRED BODENHEIMER: Bis anhin war die jüdische Literatur immer Gegenstand der deutschen, englischen oder französischen Literaturforschung. Es gibt viele Hinweise, dass es in Europa schon vor dem Versinken in den Nationalismus ein jüdisch-europäisches... more...

Tag der Trauer – Tag der Zuversicht

August 27, 2009
Editorial von Gisela Blau

«Nobody». Nein, zu feiern gibt es wirklich nichts am 1. September, auch wenn die offizielle Schweiz dies wieder einmal tut. Der Tag ist, wie in jedem Jahr, ein Tag der Trauer und der Besinnung. Vor 70 Jahren startete ein wahnsinniger und grössenwahnsinniger «Nobody» aus Österreich den Zweiten... more...

Demagogie

August 27, 2009
Die Wellen im österreichischen Wahlkampf schlagen hoch: Das Jüdische Museum Hohenems (JMH) kritisierte in einem offenen Brief die ausländerfeindlichen Wahlplakate der österreichischen FPÖ.
FPÖ-Landeschef Dieter Egger, der von der gleichen Werbeagentur vertreten wird wie Christoph Blocher, schlug zurück und wandte sich direkt gegen Hanno Loewy, Direktor des JMH, indem er sagte, den «Exiljuden aus Amerika in seinem hoch subventionierten Museum» gehe die Innenpolitik nichts an. Für... more...

Europa als Sehnsucht und Bedrohung

von Mirjam Buschor, August 27, 2009
Vom 1. bis zum 3. September findet im Literaturhaus Basel die zweite Internationale Konferenz der Gesellschaft für europäisch-jüdische Literaturstudien in Zusammenarbeit mit dem Institut für Jüdische Studien der Universität Basel statt.

Zentrales Thema der Konferenz bilden die Veränderungen der europäischen Dimension jüdischen Schreibens vor, während und nach den zentralen Brüchen des 20. Jahrhunderts. Diskutiert werden soll die Bedeutung der räumlichen Verschiebungen jüdischen Schreibens durch die israelische... more...

Brisante Themen werden ausgespart

von Mirjam Buschorvon Mirjam Buschor, August 27, 2009
Der Rat der Religionen, im Mai 2006 von Vertretern der drei abrahamitischen Religionsgemeinschaften gegründet, hat mit Ausnahme weniger Communiqués bisher nicht viel von sich hören lassen. Weshalb der Rat bis anhin umstrittene Themen gemieden hat, ist unklar. Fragt man die Räte, so heisst es, die Mitglieder seien immer noch mit Vertrauensbildung beschäftigt.
Mit grossen Worten und begleitet von erheblicher Aufmerksamkeit der Medien haben sich die Vertreter der drei abrahamitischen Religionsgemeinschaften gemeinsam an einen «runden Tisch» gesetzt. Nach anfänglichen Turbulenzen, ausgelöst durch die nicht vertretene weibliche Seite in diesem Gremium... more...

Das Jahr des Hasses

August 27, 2009
Aluf Benn zur Lage in Israel

In Israel sollte das Jahr 2009 zum «Jahr des Hasses» deklariert werden. Seit einigen Monaten konzentriert sich die öffentliche Debatte im Lande auf virulente Attacken gegen verschiedene Gruppen: Araber, Ultraorthodoxe, Siedler oder Liberal-Säkulare. «Sie» werden als schreckliche Feinde... more...

Jüdische Feste und Traditionen

von Daniel Zuber, August 27, 2009
Am Sonntag, 6. September, findet der zehnte Europäische Tag der jüdischen Kultur in 30 Ländern Europas statt. Der Tag lädt dazu ein, das historische und kulturelle Erbe der Juden kennenzulernen (vgl. tachles 30/09). In der Schweiz wird in sieben Städten ein attraktives Programm geboten, welches informative Unterhaltung verspricht.

Im Fokus des diesjährigen Europäischen Tages der jüdischen Kultur stehen jüdische Feste und Traditionen. In Basel veranstaltet das Jüdische Museum der Schweiz einen Tag der Offenen Tür mit verschiedenen Führungen. So werden Interessierte durch die Dauerausstellung «Was ist koscher?», die... more...

Schweizer Juden und die Grenzerfahrung

Von Yves Kugelmann, August 27, 2009
Der Überfall Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 markiert den offiziellen Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die Schweiz blieb weitgehend verschont. Doch für die Schweizer Juden und die Juden in der Schweiz bedeuteten die Kriegsjahre – und bereits deren Vorläufer – eine Zäsur. Sie sind ein Schlüssel zum Verständnis der heutigen jüdischen Gemeinschaft.
Die Grenze, vorläufige Endstation für viele, Rettung für wenige Verfolgte zwischen 1939 und 1945. Erfahrungen mit Grenzen sind seit jeher ein bestimmender Faktor jüdischer Existenz. Ausgrenzung, Begrenzung, Abgrenzung, aber auch Grenzüberschreitungen – all das führte dazu, dass das... more...

Weisser Rauch lässt auf sich warten

August 27, 2009
 Derzeit wird um zwei zentrale Themen gerungen: Die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern und die Freilassung Gilad Shalits aus den Händen der Hamas.

Diese Woche wurde Gilad Shalit 23 Jahre alt, es war der vierte Geburtstag, den er im Gazastreifen «feiern» musste. Auch wenn der weisse Rauch noch aus keinem der Verhandlungszimmer in London, Berlin oder Jerusalem 
aufsteigt, deutet vieles darauf hin, dass in die Fragen des Baustopps in den... more...

weltweit einzigartig

August 27, 2009
 Der Schweizerische Rat der Religionen wurde am 15. Mai 2006 gegründet. Die drei abrahamitischen Religionsgemeinschaften in der Schweiz, Juden, Christen und Muslime, sind darin vertreten. Seine Funktion ist es, die Verständigung und Vertrauensbildung zwischen den Religionsgemeinschaften zu... more...

Transit

August 27, 2009
Dass Alain de Botton nicht nur Langstreckenflüge, sondern auch Transithallen von Flughäfen mag, bekannte er im letzten Jahr im «Magazin».
So war die vergangene Woche denn nach seinem Geschmack. Denn de Botton hatte einen ganz besonderen Arbeitsplatz: den Terminal 5 des Flughafens London Heathrow, der bei seiner Eröffnung vor anderthalb Jahren mit einem gigantischen Gepäckchaos zu kämpfen hatte und damit für grossen Ärger bei den... more...

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