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24. Oktober 2008, 8. Jahrgang, Ausgabe 43 Ausgabe: Nr. 43 » October 23, 2008

Tzippi Livni ist unter Druck

Jaques Ungar, October 23, 2008
Tzippi Livnis Bemühungen um die Bildung einer Regierung mit ihr an der Spitze verlaufen harziger als erwartet. Die massiven finanziellen Forderungen der ultrareligiösen Shas lassen den Schluss zu, dass die Partei von Rabbiner Ovadia Yosef an einer Mitgliedschaft in der Koalition nicht interessiert ist, und von einem engen Bündnis mit Meretz, Arbeitspartei, Rentnerpartei und der Unterstützung von aussen durch Araber und Charedim wollen Livnis Parteikollegen Shaul Mofaz und seine Freunde nichts wissen. Die Aussenministerin hat noch bis Montag, 3. November, Zeit.
Die feiertäglichen «Herbstmanöver» gehören der Vergangenheit an, und Israel ist bereits wieder nahtlos zum Alltag übergegangen. Bis spätestens zum 3. November werden in dessen Mittelpunkt zweifelsohne die Bemühungen von Aussenministerin und Kadima-Chefin Tzippi Livni stehen, eine neue... more...

Skepsis und berechtigte Sorgen

Alexander Alon, October 23, 2008
Vergangenen Freitag endete die zweite Sitzung des Vorbereitungskomittees der Folgekonferenz zur viel geschmähten UN-Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz, die 2001 in Durban, Südafrika, stattfand. Der Entwurf des Schluss-dokuments, der an der Konferenz im April in Genf verhandelt werden soll, liegt noch nicht vor.
Die Konferenz in Durban steht im Bewusstsein vieler Juden für anti-israelische und antisemitische Exzesse. Es ist unbestritten, dass diese tatsächlich stattgefunden haben. Schriftlichen Niederschlag fanden sie allerdings lediglich im Schlussdokument des parallel zur Konferenz stattfindenden... more...

Jeschiwa-Universität in Nöten

Adam Dickter, October 23, 2008
Die New Yorker Jeschiwa-Universität steckt in einer tiefen Finanzkrise. Gegenüber der «Jewish Week» gibt Universitätspräsident Richard Joel zu, dass man umdenken müsse, betont gleichzeitig aber, dass das Bildungsinstitut mit seinem «einzigartigen Angebot» die Probleme mit Hilfe von Unterstützern und einer Redimensionierung werde überwinden können.
Führende Persönlichkeiten der New Yorker Jeschiwa-Universität (YU) betonen, man werde nicht, um die Buchhaltung auszugleichen, die Investitionen der letzten fünf Jahre in Frage stellen, die teilweise für das Defizit von 24 Millionen Dollar verantwortlich sind, welche die Institution im... more...

Die Geschichte der Helfenden dokumentieren

Nicole Dreyfus, October 23, 2008
Für sein Projekt «Mutige Menschen» sucht Urs Urech Menschen, die sich im Kanton Aargau während des Zweiten Weltkriegs jüdischer Flüchtlinge angenommen haben. Damit möchte er einen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte leisten.

Es sind der Bauer und der Pfarrer von nebenan, die Urs Urech interessieren. «Archive, die für uns Geschichte konservieren, haben wir genügend. Darum ist es an der Zeit, Einzelschicksale zu dokumentieren», sagt Urech über sein Projekt, das er diesen Januar gestartet hat. Dieses hat zum Ziel,... more...

Erde und Himmel

Rabbiner David Bollag, Jerusalem, October 23, 2008
Sidra bereschit

Der Schöpfungsbericht hat in den Lehrhäusern von Hillel und Schammai eine grosse grundsätzliche Diskussion ausgelöst. Schon beim Studium von Paraschat Bereschit, des allerersten Wochenabschnitts der Thora, zeigt sich der grundlegende Unterschied zwischen den beiden grossen Gelehrten. Hillel und... more...

De mortius...

Editorial Jaques Ungar, October 23, 2008
Entschluss. Carl Djerassi kam in Wien in einer jüdischen Familie zur Welt. Die Nazis veranlassten seine Mutter, Europa zusammen mit dem jungen Carl zu verlassen. In den USA wurde der heute 85-jährige Djerassi zum berühmten Schriftsteller und Chemiker, der unter anderem an der Entwicklung der... more...

Rückkehr zum einstigen kulturellen Erbe

Gerard Wirtz, October 23, 2008
70 Jahre nach der Zerstörung der Lörracher Synagoge in der Pogromnacht durch die Nazis erhält die jüdische Gemeinde der Stadt ein neues Gotteshaus.
Die deutsche Grenzstadt Lörrach, lange als hässliches Nachkriegsentlein vor den Toren Basels verspottet, hat sich zur zarten, heranwachsenden Schönheit im Euroland entwickelt. Eine kluge Regierung hat rechtzeitig nicht nur auf eine vertiefte Zusammenarbeit mit den angrenzenden Nachbarländern... more...

«Man ist allein und ratlos»

Valerie Doepgen, October 23, 2008
Der nun in dem Buch «Herzzeit» veröffentlichte Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan wirft ein neues Licht auf das Verhältnis der wohl bedeutendsten beiden deutschsprachigen Dichter nach 1945. Die Korrespondenz ist ein bewegendes Zeugnis; ein Ringen nicht nur um die richtigen Worte, sondern auch um Verständnis und Freundschaft zweier Menschen, deren persönlicher Hintergrund unterschiedlicher kaum sein könnte.
Viel wusste die Forschung bislang nicht über das Verhältnis von Ingeborg Bachmann und Paul Celan, dem Poeten, der den Zweiten Weltkrieg zwar überlebte, dessen Eltern aber im deutschen Vernichtungslager Michailowka in der Ukraine umkamen. Der 1920 geborene Celan traf die sechs Jahre jüngere... more...

Besserer Schutz vor Raketenangriffen

Amos Harel, October 23, 2008
Ein computerisiertes System, an dessen Entwicklung Israels Luftwaffe arbeitet, soll die Einschlagstelle feindlicher Raketen mit hoher Genauigkeit prognostizieren können. Einmal einsatzbereit, könnte das System die Zahl der Menschen beträchtlich reduzieren, die im Falle eines Raketenangriffs in die Unterstände fliehen müssen.

Die israelische Luftwaffe entwickelt ein computerisiertes System, das kurz nach dem Abschuss einer feindlichen Rakete mit beträchtlicher Genauigkeit bestimmen kann, wo sie in Israel landen wird. Das würde dem Heimfrontkommando ermöglichen, den Aufruf an die Bevölkerung, sich in Unterstände zu... more...

Wechselbeziehung Religion und Politik

Joël Hoffmann, October 23, 2008
Wechselbeziehung Religion und Politik Religion und religiöse Themen in der Öffentlichkeit und Politik gewinnen seit der Jahrtausendwende an Bedeutung. An der Zürcher Paulus-Akademie wurde zu diesem Thema eine Tagung abgehalten.
Mit der direkten und gleichzeitig offenen Frage «Ist mit Religion ein Staat zu machen?» wandte sich die Paulus-Akademie in Zürich am 2. Oktober der Wechselbeziehung zwischen Religion und Politik zu. An der inhaltlich breit gefächerten Tagung referierten Experten unter anderem darüber, wie die... more...

Friedliches Kandidatenforum in New York

Andreas Mink, October 23, 2008
Als Vertreter von John McCain und von Barack Obama betonen die Politik-Veteranen Alfonse D’Amato und Jerrold Nadler die unerschütterliche Freundschaft beider Parteien zu Israel.
Wer einen harten Schlagabtausch erwartet hatte, sah sich dieser Tage enttäuscht, als Alfonse D’Amato und Jerrold Nadler in der ehrwürdigen New Yorker Park East Synagoge aufeinandertrafen, um jüdischen Wählern die Differenzen zwischen John McCain und Barack Obama aufzuzeigen. Dabei hat der... more...

Auszeichnung für Paul Krugman

Andreas Mink, October 23, 2008
Der Princeton-Ökonom hat sich unter Kollegen mit Arbeiten zur Handelstheorie einen Namen gemacht. Die US-Öffentlichkeit kennt Paul Krugman als frühen und unerbittlichen Kritiker von George W. Bush.
Für Experten ist es keine Überraschung, dass der an der renommierten Princeton Universität lehrende Ökonom Paul Krugman nun mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet worden ist. Der 1953 auf Long Island geborene Nachkomme russich-jüdischer Einwanderer gilt seit Mitte der... more...

Für eine einheitliche Front

Moshe Arens zur Lage in Israel, October 23, 2008
Geeint haben wir Bestand, doch wenn wir zerstritten sind, fallen wir. Dieses alte geflügelte Wort von den Vorteilen einer geeinten Front versteht sich beinahe von selbst. Dennoch verlangt es nach einigen Erläuterungen, wenn es auf eine demokratische Gesellschaft angewandt wird, wo einheitliche Denkweisen weder die Regel noch erwünscht sind. Das Lebenselixier einer Demokratie sind Meinungsunterschiede zwischen verschiedenen Elementen der Gesellschaft. Diese Divergenzen werden in demokratischen Wahlen debattiert und gelöst.

Was also bedeutet eine einheitliche Front für eine demokratische Gesellschaft? Und ganz speziell für Israel mit seiner heterogenen Gesellschaft, die vor Feinden, Problemen und Herausforderungen steht? Vereint sein bedeutet hier, dass die verschiedenen Segmente der israelischen Gesellschaft sich... more...

Hintergrund

October 23, 2008
Aus dem Schlussdokument 2001
Punkt 63 der Erklärung lautet: «Wir sind besorgt über die Not des unter ausländischer Besatzung stehenden palästinensischen Volkes. Wir anerkennen das unveräusserliche Recht des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung und die Gründung eines... more...

Alles gut gemacht?

Harald Neuber, October 23, 2008
Zum 50. Todestag von Papst Pius XII. ist die Debatte um seine Mitschuld am Holocaust neu entbrannt.
Natürlich war das Datum bewusst gewählt: Zum 50. Todestag von Papst Pius XII. hat der Amtsinhaber Benedikt XVI. seinen Vorgänger ausdrücklich gegen den Vorwurf verteidigt, er habe durch sein Schweigen zum Holocaust beigetragen. Am 9. Oktober rief Joseph Ratzinger als Oberhaupt der katholischen... more...

Die Sorgenfalten werden tiefer

Jaques Ungar, October 23, 2008
Israel gehört zurzeit noch nicht zu den Hauptopfern der weltweiten Finanzkrise. Damit dies möglichst lange so bleibt, wollen die Zentralbank und das Finanzministerium Notstandspläne vorbreiten, die sich im Bedarfsfall rasch realisieren lassen.
Israel ist bisher in der derzeitigen weltweiten Finanzkrise im internationalen Vergleich zwar noch ziemlich glimpflich davongekommen, doch auch im jüdischen Staat haben sich die Prioritäten verschoben, und die Sorgenfalten auf den Stirnen von wirtschaftlichen Entscheidungsträgern sind bedeutend... more...
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