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22. September 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 38/39 Ausgabe: Nr. 38 » September 22, 2010

«Chronisches Problem mit den Juden»

von Valerie Wendenburg, September 22, 2010
Der schweizerisch-französische Regisseur Jean-Luc Godard wird von der US-Filmakademie mit dem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet. «Gewagt und manchmal umstritten» seien seine Filme, so die Begründung. Gleiches trifft auch auf seine Äusserungen über Juden zu, zu denen Godard ein offensichtlich ambivalentes Verhältnis hat.
Er gilt als einer der führenden Vertreter der französischen Nouvelle Vague («Neuen Welle»), seine Filme gelten als richtungsweisend. Von Anfang an widersetzte sich Jean-Luc Godard, der als Sohn von Schweizer Eltern in Paris geboren und 1953 im waadtländischen Gland... more...

Sex will gelernt sein

Von Rachel Manetsch, September 22, 2010
Im Gespräch mit tachles erzählt die Zürcher Sexualtherapeutin und Psychologin Dania Schiftan aus ihrem nicht alltäglichen Beruf, spricht über das Verhältnis von Sexualität und Religion und gibt preis, was sie von Ruth Westheimer hält.
Der Therapieraum von Dania Schiftan ist hell und freundlich, durch das offene Fenster dringt Vogelgezwitscher. Ein kleines Sofa, zwei Stühle und ein Beistelltisch sowie farbige Bilder versprühen Vertrauen und Wohlfühlatmosphäre. Vergeblich sucht man etwas Schmuddeliges,... more...

Thora als göttliches Ziel der Schöpfung

Von Emanuel Cohn, September 22, 2010
Rabbiner Mosche Botschko, einer der grossen Lehrer des frankophonen Judentums, ist am letzten Freitag, am Eingang des Jom-Kippur-Feiertags, in Jerusalem verstorben.
Mosche Botschko wurde 1917 in Basel geboren. Er lernte an der legendären Ez-Hachajim-Jeschiwa in Montreux, welche sein Vater Rabbiner Elijahu Botschko im Jahre 1927 gegründet hatte. Nach dessen Tod 1956 übernahm der junge Mosche die verantwortungsvolle Aufgabe des Rosch Jeschiwa, des... more...

Ueli Maurer will trotz Kritik reisen

Von Gisela Blau, September 22, 2010
Der Schweizer Verteidigungs- und Sportminister, Bundesrat Ueli Maurer, wird «Anfang Oktober» Israel offiziell besuchen. Die letzte Bundesratsvisite in diesem Jahrzehnt fand vor fünf Jahren statt.
Das Datum der Israel-Reise wird in Ueli Maurers Ministerium im Ostflügel des Berner Bundeshauses gehütet wie ein Staatsgeheimnis. «Im Herbst» wurde tachles beschieden. Die Gesellschaft Schweiz ohne Armee (GSoA) wird mit einer Reisezeit vom 8. bis 10. Oktober zitiert; andere... more...

Das ungarische «Gulasch-Judentum»

Von Ruth Ellen Gruber, September 22, 2010
Nicht weniger als 90 000 Juden leben heute in der ungarischen Hauptstadt Budapest, mehr als in irgendeiner anderen zentraleuropäischen Stadt. Die überwiegende Mehrheit dieser Menschen gehört keiner Gemeinde an und hat nicht die Absicht, daran etwas zu ändern. Ein Gang durch die zahlreichen Synagogen von Budapest.
Wer sich heute in Ungarn als Jude identifiziert, hat eine immer grössere Auswahl an öffentlichen oder privaten, kulturellen und säkularen Möglichkeiten, diesem Wunsch stattzugeben. Das gilt auch für die gastronomische Szene: So buk einer meiner Freunde dieses Jahr zu Rosch... more...

Gelassen und selbstsicher

Von Jacques Ungar, September 22, 2010
Der Name «Heartlander» des in Har Bracha bei Nablus gezüchteten Weins macht es klar: Für die jüdischen Siedler sind und bleibt das Gebiet von Nordsamaria das «Herzland» von Israel. Ein Augenschein wenige Tage vor dem offiziellen Auslaufen des Baustopps am 26. September.
Unaufhaltsam rieselt der Sand in der in grossen Buchstaben mit «Baustopp» angeschriebenen Uhr. Wenn an dem von allen gefürchteten oder ersehnten Datum – am 26. September, dem offiziellen Ende des partiellen Baumoratoriums für die Siedlungen der Westbank – das letzte... more...

Fluch der bösen Tat

Editorial von Gisela Blau, September 22, 2010
Strategien. Eine merkwürdige Kabale ohne Liebe wabert gegenwärtig um die Schweizer Aussenministerin. Es sah danach aus, dass die ungeliebte Micheline Calmy-Rey als übernächste und dann gar als nächste Bundespräsidentin abgeschossen werden sollte. Wäre Moritz... more...

Appell

September 22, 2010
Der Revolutionsführer und frühere Staatschef Kubas Fidel Castro appellierte an den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad, seinen Antisemitismus abzulegen.
Das berichtet Jeffrey Goldberg, Korrespondent des Magazins «The Atlantic», welcher ein mehrstündiges Interview mit Castro halten durfte, in seinem Blog. Es gebe nichts, was mit dem Holocaust zu vergleichen sei, Ahmadinejad solle den Holocaust akzeptieren und versuchen, Israels... more...

Der Verstand ist der Weg

Von Rabbiner Tovia Ben-Chorin, September 22, 2010
Gründet der Glaube auf der Vernunft oder auf der Erfahrung? Gedanken zu den Feiertagen.
Eine der wichtigsten Herausforderungen, denen sich die jüdischen Gemeinden heute in der westlichen Welt stellen müssen, hängt mit der Frage zusammen, wie man Frauen und Männer zwischen 20 und 30 Jahren dem Judentum nahe bringen und sie in die jüdischen Institutionen... more...

Absolute Verjährung eingetreten

von Hans Stutz, September 22, 2010
Ein unrühmliches Kapitel der Zürcher Justizgeschichte erhielt vor Kurzem ein stilles Begräbnis – ohne weitere öffentliche Verhandlung. Das Obergericht stellte ein Verfahren gegen Erwin Kessler, Präsident des Vereins gegen Tierfabriken, endgültig ein, weil inzwischen in allen Anklagepunkten die Verjährung eingetreten ist.
Begonnen hatte das Verfahren im Jahre 1999. Die Staatsanwaltschaft warf Erwin Kessler – in insgesamt vier verschiedenen Anklageschriften – vor, auch gegen die Anti-Rassismus-Strafnorm verstossen zu haben. Kessler soll einerseits durch die Verbreitung von Schriften von Holocaust-Leugnern... more...

Familiengeschichte und Judenmission

September 22, 2010
In seinem Buch «Perlen für Messias» widmet sich Theophil Spoerri der «Goldstein-Hufschmid-Saga», wie es im Untertitel heisst, der bearbeiteten Geschichte seiner Familie Feinstein-Spoerri, in der sich Jüdisches und Christliches heftig verschränkt.


Der Klappentext informiert: «In diesem Buch erzählt Theophil Spoerri in Form einer sich über drei Generationen hinweg erstreckenden Familiensaga das letzte Kapitel der Geschichte der protestantischen Judenmission.» Das stimmt und stimmt nicht. «Perlen für... more...

Eine neue Touristenstadt

Von Noam Dvir, September 22, 2010
Die Stadtverwaltung von Hadera entwickelt einen Plan zur Errichtung eines neuen Wohnviertels am Nordrand der Stadt entlang der Mittelmeerküste. Neben Wohngegenden soll das Viertel vor allem Hotels beherbergen. Etwas über die Hälfte des rund zwei Millionen Quadratmeter umfassenden neuen Geländes soll offenes Gelände bleiben.

Das neue Wohnbauprojekt von Hadera ist geplant für das Gebiet zwischen der Ortschaft Givat Olga und dem Kraftwerk Orot Rabin. Neben rund 10 000 Wohneinheiten und 1400 Hotelzimmern ist eine Strandpromenade von 2,5 Kilometern Länge vorgesehen. Das geplante Wohnviertel, das den... more...

Der Etrog von Neuseeland

Von Emanuel Cohn, September 22, 2010
Der Etrog, die gelb-grüne Zitrusfrucht des Sukkot-Feststrausses, hat eine besondere Bedeutung. Diese soll durch die folgende Geschichte, welche sich vor zehn Jahren in Neuseeland zugetragen hat, veranschaulicht werden.
Am Sukkotfest werden die «arba minim», vier Pflanzenarten, beim Gebet feierlich gehalten und geschwungen. Diese bestehen bekanntlich aus einem Etrog (Zitrusfrucht), einem Lulav (Palmenzweig), drei Hadassim (Myrtenzweige) und zwei Arawot (Bachweiden). Im Talmud wird betont, dass diese... more...

Wenig Komplimente für Israel

Von Or Kashti, September 22, 2010
Die Lehrerlöhne in Israel sowie die Staatsausgaben pro Student gehören zu den niedrigsten in der entwickelten Welt. Das wird in einem unlängst veröffentlichten Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung festgehalten.
Der jüngste Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dessen Zahlen sich auf die Jahre 2007 und 2008 beziehen, vergleicht die von jedem Land für die Bildung ausgegebenen Gelder sowie das Funktionieren der verschiedenen... more...

Fällt die Steuerbefreiung?

Von Andreas Schneitter, September 22, 2010
Weil Israel nicht mehr als Entwicklungsland gilt, bewertet das Zürcher Steueramt die Steuerbefreiung von Stiftungen mit Israel-Bezug neu. Das sorgt für Verunsicherung.
Im Frühjahr 2009 erhielt Walter L. Blum, Zentralsekretär der Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI), einen Hilferuf einer Zürcher Stiftung. Der Stiftung mit jüdisch-religiösem Umfeld und mehrheitlich in Israel engagiert, wurde vom Zürcher Steueramt nach einer... more...

Der Niedergang des osmanischen Sultanats

Von Gundula Madeleine Tegtmeyer, September 22, 2010
Bis heute halten sich in der Türkei hartnäckig Gerüchte und Verschwörungstheorien, die besagen, Atatürk sei ein «dönme», ein sogenannter Kryptojude, gewesen. Sein erklärtes politisches Ziel: die Abschaffung des letzten Kalifats.
Am 29. Oktober 1923 wird die türkische Republik ausgerufen. Erstes Staatsoberhaupt wird Mustafa Kemal Pascha, auch Atatürk, Vater der Türken, genannt. Der Niedergang des Osmanischen Reiches, an dessen Stelle die Republik trat, begann mit dem Ersten Weltkrieg, den das Reich an der... more...

Das demografische Schreckgespenst

Moshe Arens zur Lage in Israel, September 22, 2010
Einige der israelischen Befürworter der Zweistaatenlösung, die ständig von den demografischen Gefahren für Israel sprechen, dürften nach dem Durchblättern des jüngsten, vor Rosch Haschana erschienenen demografischen Berichts des statistischen Zentralbüros ein... more...

Drehkreuz für Technologien

Von Avi Bar-Eli, September 22, 2010
Ein Regierungsplan, der am Sonntag vorgelegt wird, soll Israel zu einem Weltzentrum der alternativen Energietechnologien machen.
Ein Komitee, dessen Aufgabe darin besteht, Israel zu einem internationalen Drehkreuz für Technologien zur Reduktion des globalen Ölverbrauchs werden zu lassen, legte am 19. September dem Kabinett seine Untersuchungsergebnisse vor. Die Regierung plant ein Investitionsvolumen von zwei... more...

Kadima

September 22, 2010
Nach nur drei Jahren gibt Dan Halutz seinen Posten als Vorsitzender des Autoimporteurs Kamor Motors Ltd. bereits wieder auf, obwohl er dem Vernehmen nach sehr erfolgreich gewirkt und nicht zuletzt den Israel-Umsatz der von Kamor eingeführten BMW-Modelle beträchtlich erhöht haben soll.
Halutz, dessen Performance als Autoverkäufer offenbar ungleich viel besser gewesen ist als sein Wirken als israelischer Generalstabschef während des zweiten Libanon-Kriegs, will sich aber nicht zur Ruhe setzen, vielmehr will er zurück in die Politik wechseln. Offiziell hat er es zwar... more...
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