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21. Januar 2011, 11. Jahrgang, Ausgabe 03 Ausgabe: Nr. 3 » January 21, 2011

Grosses Sesselrücken im Wahljahr 2011

Von Valerie Wendenburg, January 21, 2011
Es ist das Jahr der Erneuerungswahlen in Parlament und Kantonsregierungen – und auch in jüdischen Gemeinden, wie etwa der Israelitischen Gemeinde Basel und der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich. Am Montag kündigte die Israelitische Gemeinde Basel Rücktritte von sieben der zehn Vorstandsmitglieder an. Wer nachrückt, ist noch unklar.
Die ausserordentliche Generalversammlung dauerte nicht mal eine Stunde. Doch die Punkte, über die am Montagabend vor den 81 Mitgliedern gesprochen wurde, werden die Gemeinde länger beschäftigen. So werden zum Sommer sieben der heute zehn Vorstandsmitglieder ihre Arbeit niederlegen.... more...

Heimliche Wohnungssuche in Galiläa

Von Jacques Ungar , January 21, 2011
Politisch mögen die 1981 von Jerusalem annektierten Golanhöhen an der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Syrien viel Explosions- und Gesprächsstoff bieten, doch dank der relativ dünnen Besiedlung kommen Israeli und Drusen ohne grössere Reibungen aneinander vorbei. Für die Einhaltung der Waffenruhe sorgen seit 1974 die Soldaten der United Nations Disengagement Observer Force. – Jacques Ungar sah sich für tachles auf dem Golan um.
Offiziell vertreten die rund 18 000 Drusen auf den 1860 Quadratkilometer umfassenden Golanhöhen alle die gleiche Linie: Man sei syrisch und erwarte sehnlichst die Rückkehr in den Schoss der Heimat im Rahmen eines Friedensabkommens zwischen Damaskus und Jerusalem. Hinter... more...

Eine instabile Situation

Von Jacques Ungar, January 21, 2011
Die Geschehnisse in Tunesien haben viele der rund 1500 lokalen Juden – 1100 von ihnen leben auf der Insel Djerba, 300 in der Hauptstadt Tunis, der Rest in anderen Städten und Ortschaften – aus ihrem während Jahrzehnten geträumten Traum von der friedlichen Koexistenz mit der muslimischen Umgebung wachgerüttelt.
Die Jewish Agency (JA) liess diese Woche durchblicken, dass sie gerüstet sei für eine eventuelle grössere Einwanderungswelle tunesischer Juden. Im Jahr 2010 zählte man noch 16 Immigranten aus diesem nordafrikanischen Land, seit der Staatsgründung 1948 haben sich insgesamt... more...

Zurück auf die hinteren Ränge

Von Andreas Schneitter, January 21, 2011
Das Weltwirtschaftsforum 2011 in Davos wartet erneut mit einer prominenten Besucherschar auf. Marginal vertreten sind im Vergleich zu früheren Jahren jedoch die religiösen Themen und deren Fürsprecher.
Die Atempause ist vorbei, und nun geht’s um den Wiederaufbau: Das 41. Welt­wirtschaftsforum (WEF) in Davos, das am 26. Januar beginnt, steht noch unter dem Eindruck der Finanzkrise. «Shared Norms for The New Reality» lautet das Leitthema, und wie ein gemeinsamer Werte- und... more...

Das Leben des Benjamin Melendez

Von Julian Voloj, January 21, 2011
Der Mann, der den Frieden in die Bronx brachte Benjamin Melendez, Sohn puertoricanischer Einwanderer in New York, ging einen langen Weg vom Gang-Anführer zum praktizierenden Juden.
Vor 40 Jahren stand New York kurz vor dem Bankrott. Viele Teile der Stadt waren so verwahrlost, dass man denken konnte, ein Krieg sei gerade zu Ende gegangen. In der Bronx gab es über 100 Strassengangs mit 11 000 Anhängern, die den Stadtteil unsicher machten. An jeder Ecke lauerte... more...

Kriegsverbrecher und Agent

Harald Neuber, January 21, 2011
Neue Aktenfunde belegen: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete Klaus Barbie für US-Geheimdienste und den westdeutschen Bundesnachrichtendienst.
Nach und nach kommt die Wahrheit über die Nachkriegsbiografie ehemaliger NS-Kriegsverbrecher als Tageslicht. Nach Recherchen des deutschen Historikers Peter Hammerschmidt von der Universität Mainz setzte Klaus Barbie, der sogenannte «Schlächter von Lyon», nach 1945 seine... more...

Protest

January 21, 2011
Die im vergangenen Oktober erschienene 32-seitige Protestschrift «Indignez-vous!» («Empört euch!») des französischen Widerstandskämpfers, Diplomaten und Lyrikers Stéphane Hessel ist in Frankreich ein grosser Erfolg. Die Auflage des Heftes, welches... more...

Signal Sperling

January 21, 2011
Mit Spannung erwartet wurde in Washington Barack Obamas Entscheidung über die Nachfolge von Larry Summers als Wirtschaftsberater. Nun hat der US-Präsident dazu mit Gene Sperling einen renommierten Ökonomen bestimmt, der viel mit Summers gemein hat. Er hat unter Bill Clinton als... more...

Pointen, Nostalgie und Witz am Pfyfferli

January 21, 2011
Integration, Konfrontation der Kulturen und das Thema Nahost prägten die Premiere der diesjährigen Ausgabe des Pfyfferli im Theater Fauteuil. Ein guter, pointierter und mitunter mutiger Jahrgang der traditionsreichen Vorfasnachtsveranstaltung, die unter anderem in einer Adaption von... more...

Ein schwarzer Fleck

Von Daniel Zuber, January 21, 2011
Der politische Einzelkämpfer Edouard Wahl engagiert sich für die Würdigung Max Emdens auf den Brissago-Inseln.

Seit über 60 Jahren gibt es auf den Brissago-Inseln im Lago Maggiore einen botanischen Garten. Bevor dieser entstanden ist, gehörten die Inseln dem Kaufhausbesitzer Max Emden (vgl. tachles 48/ 2010). Emden erwarb die Inseln im Jahr 1927 und errichtete auf der grösseren der beiden... more...

Vorsitz

January 21, 2011
Wenn mehrere Personen oder Gruppen sich in den Haaren liegen, gelingt es meistens einer Seite, die anderen auszumanövrieren. Kriegsgewinnler nennt der Volksmund den Sieger. Ein solcher im übertragenen Sinne war diese Woche Effi Stenzler, Weltvorsitzender des Keren Kayemeth Leisrael (KKL).... more...

«Im Zentrum steht immer der Mensch»

Interview Yves Kugelmann, January 21, 2011
Sami Bollag ist seit zehn Jahren Präsident des Keren Hajessod Schweiz. Im Hinblick auf die Magbit­Eröffnungen in diesem Jahr spricht er im Interview mit tachles über Prioritäten der Organisation, neue Projekte und die absurde Situation, Spenden für eine erfolgreiche Wirtschaftsnation zu sammeln.

TACHLES: Israel hat die Wirtschaftskrise bisher glänzend überstanden, ist eine führende Wirtschaftsnation. Macht es da noch Sinn, dass Keren Hajessod (KH) für das Land Geld sammelt?SAMI BOLLAG: In Israel leben mehr als 20 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.... more...

Torturen im Aussenlager

Von Fabio Luks, January 21, 2011
Am 27. Januar findet der internationale Holocaust-Gedenktag statt. Gedacht wird vor allem der Geschehnisse im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, das am 27. Januar 1945 befreit worden ist. Es steht stellvertretend für die Millionen Opfer und den Völkermord des Naziregimes. Im Folgenden soll am Beispiel des Aussenlagers Echterdingen auf die KZ-Aussenlager hingewiesen werden, in welchen auf deutschem und französischem Grund der Holocaust sozusagen direkt vor der Haustür stattfand.
Vor zwei Jahren stiess Arlette Cahen-Brunschwig aus Basel im Internet auf einen Artikel der «Stuttgarter Zeitung», in welchem ihr Onkel André Brunschwig erwähnt wurde. Diesem Bericht zufolge war ihr Onkel nicht, wie sie bis zu diesem Zeitpunkt angenommen hatte, mit seiner... more...

Armut inmitten der Fülle

Moshe Arens zur Lage in Israel, January 21, 2011
Seit Jahren heisst es, Israel besitze keine natürlichen Ressourcen unter der Erdoberfläche, vielmehr seien seine natürlichen Ressourcen an der Oberfläche zu finden – in seiner Bevölkerung. Auch wenn sich jetzt herausstellt, dass Israel sehr wohl über... more...
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