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15. Mai 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 21 Ausgabe: Nr. 20 » May 19, 2009

Obama bremst Netanyahu

Von Jacques Ungar, May 19, 2009
Nervosität, Unsicherheit und Unbehagen – so lassen sich die Gefühle beschreiben, die in der israelischen Delegation unter Leitung von Premier Netanyahu vorherrschten, als sie am Montagabend in Washington eintraf.
Vor dem von den israelischen Medien als «historisch», «schicksalhaft» und «entscheidend» etikettierten Washingtoner Treffen vom Montagabend zwischen Premier Netanyahu und Präsident Obama standen die Zeichen zwischen den beiden befreundeten Nationen zwar nicht gerade auf Sturm, doch... more...

Jüdischer Kulturweg Endingen–Lengnau

May 19, 2009
Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss wird anwesend sein, wenn am Donnerstag, 21. Mai, um 15 Uhr im aargauischen Lengnau der Jüdische Kulturweg Endingen–Lengnau eingeweiht wird, ein Lehrpfad mit 21 Stelen zwischen den beiden ehemaligen sogenannten Judendörfern. Die noch reichlich vorhandenen Spuren... more...

Ein völkischer Kandidat

May 19, 2009
Wenn an diesem Wochenende vom 23./24. Mai die über 1200-köpfige Bundesversammlung in Berlin den neuen deutschen Bundespräsidenten für die kommenden fünf Jahre wählt, geht auch ein Kandidat ins Rennen, der unter anderem von der NPD vorgeschlagen wurde.
Neben dem aktuellen Stelleninhaber Horst Köhler (CDU), sei-ner SPD-Konkurrentin Gesine Schwan und dem Kandidaten der Linken, dem Schauspieler Peter Sodann, kandidiert auch Frank Rennicke, vorgeschlagen von zwei rechtsextremen Parteien, nämlich der Deutschen Volksunion (DVU) und der... more...

Nur ein Umweg

von Gisela Blau, May 19, 2009
Der Export von Rüstungsgütern nach Israel ist ein politischer Dauerbrenner und findet heute kaum mehr statt. Umso überraschender, dass Israel auf der neuesten Liste schweizerischer Kriegsmaterialexporte als Empfänger aufgeführt ist.
Der Export von Rüstungsgütern nach Israel ist ein politischer Dauerbrenner und findet heute kaum mehr statt. Umso überraschender, dass Israel auf der neuesten Liste schweizerischer Kriegsmaterialexporte als Empfänger aufgeführt ist. Von Januar bis März erhielt Israel aus der Schweiz... more...

Vor allem die Armen werden leiden

von Dana Weiler Polak und Amiram Cohen, May 19, 2009
Auf dem Papier wird der Beschluss der israelischen Regierung, die Mehrwertsteuer neu auch auf Obst und Gemüse anzuwenden, dem Staat Hunderte von Millionen einbringen. In der Praxis aber scheint dies eher ein Papiertiger zu sein, der dem Schwarzhandel auf den Märkten zu neuem Leben verhelfen wird.
Die vom israelischen Kabinett abgesegnete vorübergehende Erhöhung der Mehrwertsteuer um ein Prozent – ein Mittel zur Neutralisierung der Budgetkürzungen – hat bei Wohlfahrtsgruppen und sozial ausgerichteten Knessetabgeordneten heftige Opposition ausgelöst. Vor allem Familien in niedrigeren... more...

Eine Demokratie macht Fortschritte

von Neri Livneh, May 19, 2009
Maguy Kakon ist als Tochter eines wohlhabenden Ehepaars in der marokkanischen Stadt Marrakesch aufgewachsen. Heute führt sie in Casablanca ein Immobilien-Beratungsbüro, ist politisch tätig und hätte es unlängst fast ins marokkanische Parlament geschafft. Maguy Kakon fühlt sich in Marokko zu Hause und findet, die Demokratie des Landes mache unter dem jungen, liberalen König Mohammed VI. enorme Fortschritte.
Maguy Kakon lebt in Casablanca, Paris, Florida und manchmal auch in Israel. Sie hat einen Chauffeur, eine Sekretärin und ein Büro im Zentrum von Casablanca, von wo aus sie ihr erfolgreiches Immobilien-Beratungsgeschäft führt. Ihr um 13 Jahre älterer Gatte, Aimé Kakon, ist einer der... more...

Eine verpasste Chance

May 19, 2009
Michael Kohn zur Lage des SIG

Man hat den Eindruck, dass die bevorstehende Delegiertenversammlung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG) in Endingen wie gewohnt friedlich, festlich und problemlos ablaufen wird. Aus der Distanz betrachtet ist aber die Situation des SIG als politische Vertretung der Schweizer Juden... more...

Fragen

May 19, 2009
Mit der Software Mathematica wurde er reich, doch sein neuester Coup könnte den 50-jährigen Stephen Wolfram weltberühmt machen.
Der Webdienst Wolfram Alpha, der Ende letzter Woche für die Öffentlichkeit zugänglich wurde, wurde bereits als «Google Killer» bezeichnet, doch das trifft die Sache nicht. Denn Wolfram Alpha sucht nicht wie Google nach Stichworten im Web, sondern versucht vielmehr, die Frage des Benutzers zu... more...

Die Sache richtig anpacken

May 19, 2009
Editorial von Jaques Ungar

Divergenzen. Wenn zwei Politiker wie Präsident Barack Obama und Premier Binyamin Netanyahu sich ein Stelldichein geben, gilt es, auf jedes noch so unwichtig erscheinende Detail zu achten. Auf dieser Ebene gibt es nämlich nichts Belangloses, und zu einem Zeitpunkt wie dem jetzigen kann in jeder... more...

Politische Karriere

May 19, 2009
Doris Leuthard wuchs im aargauischen Merenschwand auf. Politik war bereits im Elternhaus wichtig: Ihr Vater amtierte als Gemeindeschreiber und sass im Grossen Rat, wie auch später seine älteste Tochter. Die 46-jährige verheiratete Doris Leuthard besitzt das Anwaltspatent. Ihre Wahl in den... more...

Kleine Gemeinde mit grosser Vergangenheit

von Gisela Blau, May 19, 2009
Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund führt seine Delegiertenversammlung dieses Jahr wieder in Endingen durch. Die kleine Gemeinde mit der grossen Vergangenheit empfing zuletzt 1998 die jüdische Vertretung aus der ganzen Schweiz.
Das Surbtal ist seit der mittleren Steinzeit reich an Siedlungsgeschichte. Nach dem Mittelalter, als es nach Mord, Vertreibung und Verbannung keine jüdische Besiedlung der Schweiz mehr gab, erlaubten zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert nur die beiden Surbtaler Gemeinden Endingen und Lengnau... more...

Wie «natürlich» ist der Zuwachs der Siedlungen?

Akiva Eldar, May 19, 2009
Die jüngsten Zahlen des Statistischen Zentralbüros Israels lassen ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Behauptung aufkommen, die Bautätigkeit in den jüdischen Siedlungen der Westbank diene einzig der Bewältigung des «natürlichen Wachstums».
Das unlängst vom Statistischen Zentralbüro veröffentlichte Zahlenmaterial lässt ernsthafte Zweifel aufkommen, ob die Aussagen von Staatsbeamten zur angeblichen Wohnungsknappheit in den Siedlungen der Westbank korrekt sind. Die Behauptung, dass junge Paare keine Wohnungen finden, ist eines der... more...

«In der Krise nicht sofort nach dem Staat rufen»

Interview von Gisela Blau, May 19, 2009
Bundesrätin Doris Leuthard, Wirtschaftsministerin der Schweiz und Vizepräsidentin des Bundesrats, überbringt am Gala-Abend vor der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG) in Endingen die Grüsse der Landesregierung. Bundesrätin Leuthard wird hier von tachles zur Situation der jüdischen Minderheit und zur wirtschaftlichen Lage der Schweiz in Zeiten der Finanzkrise befragt; wegen Frau Leuthards starker zeitlicher Belastung musste das Interview schriftlich geführt werden.
tachles: Frau Bundesrätin Leuthard, was haben Sie als Aargauerin in der Schule über die Dörfer Endingen und Lengnau gelernt? Frau Bundesrätin Leuthard: Endingen und Lengnau boten, immerhin auf Beschluss der eidgenössischen Tagsatzung, jüdischen Familien ein Heim, als dies leider in weiten... more...

Beobachter

May 19, 2009
Er hat stets genau hingeschaut – als Journalist und als Schriftsteller. Joseph Roth hat mit seinem Roman «Radetzkymarsch» (1932) den Untergang des kaiserlich-königlichen Österreich-Ungarn literarisch verdichtet wie kaum ein anderer.
Der 1894 in Brody geborene Schriftsteller studierte in Wien, bis er sich 1916 freiwillig für den Ersten Weltkrieg meldete. Der Tod von Kaiser Franz Joseph I. im selben Jahr kennzeichnete das Ende der ihm vertrauten Welt. 1920 siedelte Roth nach Berlin über, wo er für das Feuilleton der... more...

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