logo
19. Juni 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 25 Ausgabe: Nr. 25 » June 18, 2009

Welche Taten folgen den Worten?

Von Jacques Ungar, June 18, 2009
Eines muss man dem israelischen Regierungschef Binyamin Netanyahu neidlos zugestehen: Mit seiner politischen Programmrede vom letzten Sonntag hat er keinen seiner Zuhörer und Zuschauer in aller Welt gleich-gültig gelassen. Barack Obama lobte die Rede als einen «wichtigen Schritt auf einem langen Weg», während der palästinensische Politiker Saeb Erekat orakelte, dass Israel auch «in 1000 Jahren» keinen einzigen Palästinenser finden werde, der auf die von Netanyahu gestellten Bedingungen eingehen werde.
Unter dem Strich dürften Premier Netanyahu und sein Beraterteam die für sie wichtigsten positiven Auswirkungen der politischen Programmrede vom vergangenen Sonntag wohl auf innenpolitischem Gebiet registrieren. Die Zustimmung im Volk für Netanyahu, die nach der Knessetdebatte vom 14. Mai über... more...

Die Grande Dame des Pferdesports

von Katja Behling, June 18, 2009
Baronin Karin von Ullmann ist Anfang Juni im Alter von 87 Jahren in Köln verstorben. Die aus der Bankendynastie Oppenheim stammende jüdische Unternehmerin und Chefin des ältesten deutschen Privatgestüts zählte zu den reichsten Frauen Deutschlands.
Ihren grössten sportlichen Erfolg feierte die Rennstallbesitzerin Karin von Ullmann 2007 beim Derbysieg ihres Top-Galoppers Adlerflug in Hamburg. Seit 1908 hatten 16 Pferde aus dem Stall ihres Gutes das Blaue Band gewonnen. Mit diesem Erfolg stehen die Pferde aus dem Hause Schlenderhan... more...

Der Putsch – und wie weiter?

von Behrouz Khosrozadeh, June 18, 2009
Es ist ein dramatischer Irrtum des Teheraner Regimes zu glauben, das iranische Volk würde sich nicht gegen die Machthaber auflehnen.
Diktaturen sind in der Regel kurzsichtig, unterschätzen die Geduld ihres Volkes und muten ihm vieles zu. Die seit 30 Jahren andauernde Diktatur der Rechtgelehrten in Iran, die niemals ernstlich herausgefordert worden ist, hat den Machthabern in Teheran suggeriert, dass sie alles mit den Iranern tun... more...

Neuer Verwaltungsrat

June 18, 2009
Die JM Jüdische Medien AG (JMAG), Herausgeberin unter anderem der Magazine tachles und revue juive, hat den Verwaltungsrat neu bestellt.

Gewählt wurden als Präsident Ralph Lewin, alt Regierunsrat des Kantons Basel-Stadt, sowie als Verwaltungsräte Thomas Karger, Verleger Karger-Verlag, Eva Koralnik, Leiterin der Literaturagentur Liepman, und Yves Kugelmann. more...

Verlustgeschäft

June 18, 2009
Nachdem die «New York Times» am vergangenen Sonntag das Format ihres beliebten Magazins erneut reduziert hat, scheint sich der von gravierenden Anzeigenverlusten geplagte Verleger Arthur Sulzberger Jr. nun doch vom «Boston Globe» trennen zu wollen.
Die «Times» hatte das grosse Regionalblatt 1993 für 1,1 Milliarden Dollar gekauft. Der Preis galt unter Experten bereits damals als völlig überzogen. Die Investition hat sich nicht ausgezahlt und der «Globe» schreibt seit einiger Zeit höhere Verluste als die «Times». Obwohl sie kaum... more...

Obamas «Platz des himmlischen Friedens»

June 18, 2009
Editorial von Andreas Mink

Als vor 20 Jahren Demonstranten auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking den Panzern der Volksarmee entgegentraten, stellten sie den US-Präsidenten George H. W. Bush vor eine folgenschwere Entscheidung: Sollte Washington seiner hochtönenden Freiheitsrhetorik Taten folgen lassen und den... more...

Sorge vor emotionalem Abstimmungskampf

June 18, 2009
Der Ständerat hat die Minarett-Initiative für rechtens erklärt, sie aber deutlich abgelehnt. Er folgte mit dieser Entscheidung der Regierung und dem Nationalrat. Sorge bereitet nun vor allem der Abstimmungskampf und das negative Image der Schweiz.
Der Ständerat hat die Minarett-Initiative vehement mit 36 zu drei Stimmen zur Ablehnung empfohlen. Ein Komitee aus SVP- und EDU-Politikern hatte die Initiative Anfang Juli 2008 mit 113 540 Stimmen eingereicht – und ihr Text besteht aus einem Satz, der dem Artikel 72 der Bundesverfassung zu Kirche... more...

«Das dicke Ende kommt noch»

von Valerie Wendenburg, June 18, 2009
Die Washingtoner Raubkunst-Richtlinien wurden vor zehn Jahren verabschiedet. Eine Tagung am Europa-Institut der Universität Zürich zeigte auf, dass nach wie vor – und besonders in der Schweiz – grosser Handlungsbedarf im Umgang mit sogenannter Raubkunst besteht.
Der Titel der Tagung hätte passender nicht sein können: «Kunst und Recht – Nachwehen des Holocaust» hiess die Veranstaltung, an der Experten auf dem Gebiet der Raubkunst eine Einschätzung der aktuellen Situation vor allem in Deutschland und der Schweiz gaben – zehn Jahre nachdem die... more...

Was ist in Eli Yishai gefahren?

June 18, 2009
Avirama Golan zur Lage in Israel

Was ist mit Eli Yishai geschehen, dem Vorsitzenden der Shas-Partei? Wer seine Karriere verfolgt hat, ist heute schockiert über seine rechtsgerichtete und ultraorthodoxe Wende. Yishai scheint die konservativste ultranationalistische und antiliberale Politik zu vertreten. Sprechen wir von demselben... more...

Die Sieger kommen aus Zürich und Basel

von Jeremy Weill, June 18, 2009
Gute Spiele, hitzige Szenen und vor allem das grossartige Wetter prägten das 40. Maccabi-Grümpelturnier auf der Schützenmatte in Basel.
Mit 16 Teams bei den Aktiven waren zwar nicht ganz so viele Teilnehmer wie in den letzten Jahren dabei, doch dies tat der guten Stimmung am vergangenen Sonntag keinen Abbruch. Die Sieger kamen heuer aus Basel und Zürich. Bei den Jüngsten (Jahrgang 1998 und jünger), einem Turnier mit vier... more...

Gedenken

June 18, 2009
Der Komponist Ernest Bloch wurde 1880 in Genf geboren und war Bürger von Lengnau im Aargau. Mehr als jeder andere Komponist des 20. Jahrhunderts verhalf Bloch der jüdischen Musik zu internationalem Ansehen.
 Seit 1916 lebte der ausgebildete Geiger in den USA, wo er als Direktor des Cleveland Institute of Music und des San Francisco Conservatory of Music tätig war. Zu seinen ehemaligen Schülern gehörten unter anderem George Antheil, Frederick Jacobi und Roger Sessions. 1959 starb Bloch in... more...

Das natürliche Wachstum der Araber

von Akiva Eldar, June 18, 2009
Auf einmal ist der Begriff des «natürlichen Wachstums» in aller Munde. Dabei geht es stets um Israeli – vom Wachstum der arabischen Bevölkerung ist kaum je die Rede.
Vielleicht ist es kein Zufall, dass Sprecher der israelischen Regierung darauf bestehen, die Wohnungen, die in den Siedlungen der Westbank gebaut werden sollen, als «Heime für aus der Armee zurückkehrende Söhne» zu bezeichnenen und nicht als Heime für junge Paare oder Studenten. Jemand könnte... more...

Hat der Antisemitismus zu- oder abgenommen?

von Simon Spiegel, June 18, 2009
Zwei jüngst veröffentlichte Berichte zum Antisemitismus in der Schweiz kommen zu höchst unterschiedlichen Befunden. Die verschiedenen Organisation bedienen sich dabei nicht der gleichen Methoden; für die Zukunft ist aber eine Vereinheitlichung geplant.
Die Situation ist einigermassen erstaunlich: Mitte vergangener Woche verschickte der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) seinen jährlichen Antisemitismus-Bericht. In dem Bericht, für den das Stephen Roth Institute der Universität Tel Aviv verantwortlich zeichnet, ist von einem... more...

Die Zukunft der kubanischen Juden ist unklar

von Florencia Arbiser, June 18, 2009
Das kürzlich angebrochene Tauwetter in den Beziehungen zwischen den USA und Kuba wird von den Juden auf der karibischen Insel zurückhaltend und uneinheitlich beurteilt.
Im April hatte die Administration von US-Präsident Barack Obama verkündet, dass die Reisebeschränkungen für US-Bürger, die nach Kuba fliegen wollen, gelockert werden; ebenso sollen Geldüberweisungen in die Inselrepublik künftig weniger Restriktionen unterliegen. Vor zwei Wochen kamen die 34... more...
» zurück zur Auswahl