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18. April 2008, 8. Jahrgang, Ausgabe 16 Ausgabe: Nr. 16 » April 18, 2008

Mehr Herzlichkeit und Wärme

April 18, 2008
André Bollag und Shella Kertész führen seit 100 Tagen das Präsidium der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ). Im Gespräch mit tachles sprechen sie über die Krise im Restaurant Schalom, heikle Personalentscheide und anstehende Projekte.
tachles: Am letzten Wochenende haben Sie mit einem Chasanut-Wochenende
und einem Empfang erstmals einen öffentlichen Anlass organisiert, der auf
grossen Zuspruch gestossen ist.
André Bollag: Ja. Das war eine schöne Erfahrung.
Und wir wollen auch in Zukunft... more...

Knasterfahrener Angeklagter

April 18, 2008
Am 28. April wird der notorische HolocaustLeugner Horst Mahler, Sohn eines glühenden Antisemiten und Nationalsozialisten, im bayerischen Erding wieder einmal vor Gericht stehen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 72-jährigen Mahler Volksverhetzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Beleidigung vor.

Auslöser des Verfahrens ist ein Interview, das Mahler Anfang Oktober 2007
dem Gesellschaftsmagazin «Vanity Fair» gegeben hat. Das Gespräch
hatte Michel Friedman geführt – vormals Vizepräsident des Zentralrats
der Juden in Deutschland. Mahler, einst Mitglied der KPD... more...

Externe Bedrohungen und interne Konflikte

April 18, 2008
Im Vorfeld von Pessach liefen die Geschäfte in Israel auf Hochtouren, doch am Horizont zeigen sich erste Schatten einer anziehenden Inflation. Eine umstrittene palästinensische Ordensverleihung ist sodann dazu angetan, das Verhältnis zwischen Ramallah und Jerusalem zu trüben, und ein drohender Chamez-Krieg könnte der Beginn einer neuen Runde im innerjüdischen Kulturkrieg sein.
Von Jacques Ungar
Das Pessachfest steht vor der Türe. Am Samstagabend wird es mit dem traditionellen
Seder eröffnet, an dem Juden in aller Welt des Auszugs ihrer Vorfahren
aus der ägyptischen Sklaverei ins verheissene Land gedenken. Vorgängig
zu diesem... more...

Ein besonderes Kissen

April 18, 2008
Pessach naht, weshalb auf einen Kissenbezug aus Lengnau hingewiesen sei, der in der Sonder-Ausstellung «Endingen-Lengnau, auf den Spuren der Juden im Aargau» im Jüdischen Museum der Schweiz zu sehen ist.

Der an prominenter Stelle ausgestellte auffallend bunt bestickte, fast quadratische
Seder-Kissenbezug aus Lengnau gehört zu den ältesten Textilien des
Museums. Die Kissenplatte aus hellem Leinenstoff ist sorgfältig mit Wollfäden
in Pastelltönen mit Ketten-, Knopfloch-... more...

Vor der Entscheidung in Pennsylvania

April 18, 2008
Am 22. April könnten die Vorwahlen der Demokraten in Pennsylvania das Rennen zwischen Hillary Clinton und Barack Obama entscheiden. Dreimal so gross wie die Schweiz, enthält der US-Bundesstaat einen Mikrokosmos regionaler Kulturen. Dennoch teilen Bürger in der Stahlstadt Johnstown und in den prosperierenden Vorstädten von Philadelphia die Hoffnung auf einen politischen Neuanfang.
Die Clinton Street in der heruntergekommenen Innenstadt von Johnstown weisst
zwei denkwürdige historische Lokalitäten auf: An ihrem nördlichen
Ende stösst das gigantische, seit über 30 Jahren stillgelegte Stahlwerk
der United Mills an den Stadtkern; einen Steinwurf... more...

Pessach im Weltall

April 18, 2008
Während Juden in aller Welt sich auf Pessach vorbereiten, das Fest der Freiheit, erlebt ein Abenteurer die Emanzipation auf eine ganz konkrete Weise. In seiner internationalen Raumfahrtstation hat NASA-Astronaut Garrett Reisman die Grenzen der Schwerkraft durchbrochen und wird erst wieder in rund zwei Monaten auf die Erde zurückkehren.
Der 40-jährige Garrett Reisman, ein Ingenieur aus Parsippany, New Jersey
hält sich als erster jüdischer Astronaut auf dem Raumfahrts-Aussenposten
Endeavour auf, einem multinationalen Komplex, der seit zehn Jahren im Bau ist.
Die Gewichtslosigkeit erfordert von ihm... more...

Kein «Koscher lePessach»-Restaurant in Zürich

April 18, 2008
Die Schliessung des Koscher-Restaurants Schalom hat weit reichende Konsequenzen: Faktisch gibt es damit in Zürich, der Schweizer Stadt mit den meisten Juden, keine Möglichkeit mehr, in einem Restaurant koscher fleischig zu essen.

Doch damit nicht genug: Wer während Pessach koscher auswärts essen
will, schaut ebenfalls in die Röhre; es gibt dieses Jahr in Zürich
schlicht kein Restaurant, das «Koscher lepessach-Essen anbietet. André
Bollag, Co-Präsident der Israelitischen Cultusgemeinde... more...

Die letzte Matza von Rabbiner Carlebach

April 18, 2008
Wenn wir unser «Brot der Armut» am Sederabend mit Mitmenschen teilen, wird es durch das Teilhaben anderer zum Brot der Freiheit.

Die Matza, das ungesäuerte Brot, gilt wohl als das Hauptsymbol des Pessachfestes.
Interessanterweise scheint jedoch bezüglich der Bedeutung der Matza ein
grundlegender Widerspruch zu bestehen. Einerseits wird sie zu Beginn der Pessach-Haggada
«Brot der Armut» («lachma... more...

Odysse nach London

April 18, 2008
Die umfangreiche private Bibliothek von Aby Warburg aus Hamburg konnte vor den Nationalsozialisten nach London gerettet werden. Heute ist die Sammlung im dortigen Warburg-Institut beheimatet und dient als exklusive Forschungsstätte für Wissenschaftler und Studierende.
Von Ines Stickler
Es war am 12. Dezember 1933, als die beiden Dampfer Hermia und Jessica, randvoll
beladen mit Bücherkisten, Regalen, Schreibtischen, Zettelkästen und
Buchbindemaschinen, den Hamburger Hafen verliessen und die Bibliothek von Aby
Warburg nach London... more...

Musik als Traumabewältigung

April 18, 2008
Die einst von der Schweizer Wizo mitbegründete Musikschule im nordisraelischen Maalot-Tarshiha tut viel für die von Terror und Krieg belastete jüdisch-arabische Bevölkerung der Stadt.

von Dania Zafran
Die kleine nordisraelische Stadt Maalot-Tarshiha, nur gerade zehn Kilometer
von der libanesischen Grenze entfernt und auf einem Plateau in den grünen,
pittoresken Hügeln des nördlichen Galiläa gelegen, ist den Israeli
aus tragischen Gründen ein... more...

Güte und Humor

April 18, 2008
Dass Jacques Berlowitz viele treue Freunde hatte, die ihn nicht vergessen werden, zeigte sich an der Gedenkveranstaltung für den kürzlich verstorbenen ehemaligen Präsidenten der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich in der Synagoge an der Löwenstrasse.

Gross war der Andrang an der Gedenkveranstaltung: Eine Delegation der Jüdischen
Liberalen Gemeinde Or Chadasch mit ihrem emeritierten Rabbiner Tovia Ben Chorin
war anwesend, wie auch der eben zurückgetretene Präsident der Gesellschaft
Minderheiten, Werner Kramer, und... more...

«Es ist spannender, einen Bösewicht zu spielen»

April 18, 2008
Mit der Rolle des Elvis, des Sidekicks und Cousins des James-Bond-Kontrahenten, schafft Schauspieler Anatole Taubman endgültig den Sprung in die Gilde der Hollywood-Schauspieler. Er gewährte tachles einen Einblick hinter die Kulissen des James-Bond-Films «Quantum of Solace» und erzählt aus dem Alltag eines Schauspielers.

tachles: Was ist Ihre Rolle im jüngsten
James-Bond-Film?
Anatole Taubman: Ich spiele einen Franzosen namens Elvis und
bin der Cousin des Hauptbösewichts und direkten Gegenspielers von James
Bond. In den bisherigen Filmen waren ja die Gefolgsmänner des Bösewichts... more...

Im Notfall an Ort und Stelle

April 18, 2008
Spricht man in Israel von Erster Hilfe, dann denkt man in der Regel an Magen David Adom, das israelische Pendant zum Roten Kreuz. Es stimmt, dass diese Organisation die grösste und am besten ausgerüstete dieser Art im Lande ist, doch existieren daneben noch zahlreiche «kleine Brüder», die in der Regel bestens mit dem «grossen Bruder» kooperieren. Ein solcher «kleiner Bruder» ist Ichud Hatzalah.
Eine der vielen Erste-Hilfe-Gruppen, die in Israel neben Magen David Adom (MDA)
existieren, ist Ichud Hatzalah, die vereinigte Hatzalah-(Rettungs-)Organisation.
Ihre Spezialität besteht darin, dass sie landesweit über rund 100
leichte, schnelle Motorräder verfügt,... more...

Undurchsichtige Geschäfte in Millionenhöhe

April 18, 2008
Hat sich der Milliardär Arkadi Gaydamak, der in der Politik des jüdischen Staates gerne eine führende Rolle spielen möchte, 365 Millionen Dollar angeeignet, die der Staat Angola Russland zurückzahlen wollte? Eine von zwei ausländischen Verwaltungsgesellschaften bei einem Jerusalemer Gericht vorgebrachte Klage behauptet dies.
Arkadi Gaydamak hat 365 Millionen Dollar an Geldern der angolanischen Regierung
auf seine privaten Bankkonti transferiert. Das behauptet eine Klage, die letzte
Woche laut einem Bericht des TV-Kanals 10 vor dem Jerusalemer Distriktsgericht
eingebracht worden ist. Das Geld... more...

Lust und Frust auf Kufen

April 18, 2008
Die Eishockeysaison in Europa geht mit den Playoff-Finalserien ihrem Höhepunkt zu, während in Nordamerika die Playoffs bereits diese Woche begonnen haben. Für einige jüdische Eishockeyprofis steht noch viel auf dem Spiel.
Das Fazit für die aktuelle Saison ist bei den diversen jüdischen
Eishockeyprofis unterschiedlich ausgefallen. Bei einigen lief es persönlich
sehr gut, aber das Team verpasste das Saisonziel. So wurde zum Beispiel Corey
Pecker vom Lausanne HC einstimmig zum besten... more...

Editorial von Yves Kugelmann

April 18, 2008
Ein Seder für den Anfang, ein Seder gegen das Ende

Die Zehn Plagen. Blut. Frösche. Ungeziefer. Wilde Tiere.
Pest. Aussatz. Hagel. Heuschrecken. Finsternis. Erschlagen aller Erstgeborenen.
Biblische Plagen, wie sie uns die Haggada erzählt und an die beim Seder
erinnert wird.
Im Zyklus des Brotes. Dass Getreide und... more...

Frieden jetzt!

April 18, 2008
Ari Shavit zur Lage in Israel

Der Slogan war sinnlos: Friede ist besser als Gross-Israel. – Natürlich
ist Friede besser als Gross-Israel, doch nicht einmal 1978, als die «Frieden
jetzt»-Bewegung ihre erste Kundgebung durchführte, waren dies echte
Alternativen. Heute, da die Bewegung ihren 30.... more...

Die letzten Tage des Berliner Flughafens?

April 18, 2008
Ronald S. Lauder hat sein Angebot erneuert und Interesse am von der Schliessung bedrohten Berliner Stadtflughafen Tempelhof bekundet. Auch eine Bürgerinitiative kämpft um den Erhalt des legendären Standorts – und damit um ein Stück Nachkriegsgeschichte.
Von Katja Behling
Am 27. April sollen die Berliner darüber abstimmen, ob der innerstädtische
Flughafen Tempelhof, wie vom Senat gewollt, gegen Ende des Jahres geschlossen
werden, oder ob er in Betrieb bleiben soll. Allerdings hat der Senat auch durchblicken
... more...
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