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14. November 2008, 8. Jahrgang, Ausgabe 46 Ausgabe: Nr. 46 » November 13, 2008

Ein politischer Erdrutsch

von Jaques Ungar, November 13, 2008
Mit Nir Barkat, der den ultraorthodoxen Gegenkandidaten Meir Porush in den Wahlen klar schlug, hat Jerusalem seit dieser Woche wieder einen säkularen Bürgermeister. In einer ersten öffentlichen Stellungnahme kritisierte Barkat Premier Ehud Olmert (selber einst Jerusalemer Bürgermeister), der von der Notwendigkeit sprach, im Rahmen einer Einigung mit den Palästinensern arabische Viertel der Stadt aufzugeben.
Als einen Sieg «von ganz Jerusalem von links bis rechts, von säkular bis orthodox, von jüdisch bis arabisch» feierte in der Nacht zum Mittwoch Nir Barkat seine Wahl zum Bürgermeister von Jerusalem. Der säkulare Barkat konnte nach Auszählung fast aller Wahllokale 52 Prozent der Stimmen auf... more...

Für einen Wandel

von Jaques Ungar, November 13, 2008
John Key, der neu gewählte konservative Regierungschef von Neuseeland, ist zwar kein praktizierender Jude, doch als Sohn der vor dem Zweiten Weltkrieg aus Wien geflüchteten und via London nach Neuseeland gekommenen Ruth Lazar ist er abstammungsmässig sehr wohl Jude. Aus dieser Tatsache macht er auch keinen Hehl.

Mit seinen 47 Jahren ist John Key genauso jung wie der designierte amerikanische Präsident Barack Obama. Und genauso wie der Amerikaner Obama hat der Neuseeländer Key am letzten Wochenende die Erfüllung seines politischen Traums erleben können, gewann seine konservative Nationale Partei doch bei... more...

Erfolgreiche Kooperation mit Brüchen

von Ora Cohen und Jacques Ungar, November 13, 2008
In den letzten zehn Jahren haben Indien und Israel bilaterale Rüstungsgeschäfte im Wert von neun Milliarden Dollar abgewickelt. Die Kooperation läuft weiter auf Hochtouren, doch zeigen sich in letzter Zeit einige Wolken am Horizont.
Indien verhandelt derzeit über den Abschluss eines Kaufs von vier Spionage- und Frühwarnflugzeugen von Israel im Wert von 1,5 Milliarden Dollar. Zu diesem Zweck führte in den letzten Tagen eine vom indischen Verteidigungssekretär Vijay Singh angeführte hochkarätige Delegation Gespräche in... more...

Klare Signale für den Neuanfang

Von Andreas Mink, November 13, 2008
Barack Obama stellt zügig das Team für seine Präsidentschaft zusammen. Jüdische Organisationen sehen sich derweil genötigt, ihre Positionen neu auszurichten.
Der Late-Night-Moderator David Letterman sprach jüngst nicht nur Amerika aus dem Herzen, sondern auch Staatsmännern in aller Welt: «Meine Damen und Herren – Barack Obama hat die Wahlen gewonnen und wird im Januar unser nächster Präsident. Ich hätte kein Problem damit, wenn er damit etwas... more...

Tatort Spielfeld

von Valerie Doepgen, November 13, 2008
Nachdem Anfang des Monats ein vermeintlich jüdischer Fussballtrainer nach einer Schlägerei ins Spital eingeliefert werden musste (vgl. tachles 45/08), kommt erneut die Frage nach Gewalt auf dem Fussballplatz und deren Motiven auf. Der Wille, sich gegen Rassismus und Antisemitismus auf dem Spielfeld zu engagieren, ist vielerorts gross, und auch der Bund sieht nun offenbar die Notwendigkeit, zu agieren.
Die immer wieder aufkommende Hoffnung, dass Sport vereinigend, neutral und frei von rassistischen Ressentiments sein kann, schwindet aufgrund vermehrt auftretender gewalttätiger Vorkommnisse der jüngsten Vergangenheit. Besonders im Männerfussball und auch im Juniorenfussball – eine relativ neue... more...

Von «Trumpfkarten» in Konflikten

Arie Rotter zur Lage in Israel, November 13, 2008
Wohl jeder Israeli ist von der Hilflosigkeit in der Affäre Gilad Shalit frustriert. Wie Zorn ist Frustration aber ein schlechter Ratgeber. Hin und wieder erteilt dennoch auch ein schlechter Ratgeber einen guten Rat. Jedenfalls legen Frustration und Ärger manchmal Einblicke frei, die man sich bei klarer Denkweise kaum vorzustellen vermag.

Eine militärische Option zur Befreiung Shalits scheint nicht zu existieren oder ist zumindest nicht plausibel genug angesichts der gefährdeten Menschenleben, einschliesslich des Lebens des entführten Soldaten selber, und auch nicht aus politischer Warte. Verhandlungen mit der Hamas scheinen... more...

Wie geht es uns?

von Gisela Blau, November 13, 2008
Laut Moshe Wjatscheslaw Kantor geht es der jüdischen Gemeinschaft in Europa heute schlechter als vor 60 oder 70 Jahren. Der Präsident des Europäisch-Jüdischen Weltkongresses (EJC) sieht laut Medienmitteilungen eine starke Diskriminierung: «Was Politiker und Regierungen heute in Europa erlauben, hätten wir uns vor 10 oder 20 Jahren nicht vorstellen können.» Es gebe in Europa mehr Neonazis und Nazi-Unterstützer als Juden, und die Erinnerung an den Holocaust verblasse. Man reibt sich die Augen. Lebt Moshe Kantor in einem anderen Europa?

Laut Moshe Wjatscheslaw Kantor schaffe vor allem die Finanzkrise einen Nährboden für Antisemitismus. Vielleicht eher für eigene unangenehme Ereignisse: Laut «Bilanz» soll der promovierte Spezialist für Kontrollsysteme in Raumfähren, der im Düngerbusiness reich geworden sei, mit seiner... more...

Das erste Museum für moderne arabische Kunst in Israel

Paul Uri Russak, November 13, 2008
Diese Woche wurde im Tel-Aviv-Museum der Startschuss gegeben für das erste Museum für zeitgenössische arabische Kunst in Israel.
Said Abu-Shakra, Gründer und Leiter der Kunstgalerie in der israelisch-arabischen Ortschaft Umm el-Fahm, stellte zusammen mit der Jury den Gewinner der Ausschreibung für den Bau des ersten Museums für zeitgenössische arabische Kunst in Israel vor, das im Jahre 2013 seine Tore öffnen soll. In... more...

Ein Koffer voller Geschichten

November 13, 2008
Zum ersten Mal ist ein Buch des russischen Schriftstellers Sergej Dowlatow auf Deutsch erschienen.
Wie erklärt man die Sowjetunion in wenigen Worten? Viele Schriftsteller, Lyriker, Essayisten haben es versucht, kaum einem ist es gelungen. Alexander Solschenizyn schrieb ein Buch namens «Archipel Gulag», und weil man im Westen meinte, er habe endlich der Welt die Augen geöffnet, liebte man ihn.... more...
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