logo

Substanzieller Beitrag

Yves Kugelmann, October 30, 2008

In der Schweiz gibt es eine Vielzahl jüdischer Stiftungen oder solcher, die von jüdischen Institutionen oder Familien der Schweiz, teilweise auch aus dem Ausland, ins Leben gerufen wurden. Verschiedene werden heute weitgehend professionell betrieben, viele sind in der Öffentlichkeit kaum oder gar nicht bekannt. Das Stiftungskapital beläuft sich je nach Schätzungen von Experten auf knapp eine oder sogar über eine Milliarde Franken. Die Stiftungszwecke sind sehr unterschiedlich und reichen von Wohltätigkeit, Wissenschafts-, Bildungs-, Studenten-, Kulturförderung bis hin zu zivilgesellschaftlichen Engagements. Wenngleich nicht der grösste Teil der Vergabungen an jüdische Institutionen fliesst, zählen jüdische Vereine, Gemeinden und Organisationen zu grossen Teilen auf jährliche Einnahmen durch Stiftungen. So etwa die Israelitische Gemeinde Basel, die ihr jährliches Defizit weitgehend durch die Emile-Dreyfus-Stiftung begleicht, oder der Schweizerische Israelitische Gemeindebund, der immer wieder auf Stiftungskapital gerade für Projektfinanzierungen zurückgreift. Insider gehen davon aus, dass die jährlichen Vergabungen der Stiftungen alleine an jüdische Institutionen mehr als 20 Millionen Franken ausmachen könnten. Darin sind Spenden, Legate und andere Zuwendungen durch Private nicht eingerechnet. Eine längere Periode einer Börsenbaisse oder gar Rezession würde somit die jüdische Gemeinde substantiell treffen. Zugleich profitierten viele Stiftungen in den letzten Jahren von markanten Kapitalgewinnen und somit konnten die Kassen etwa von Gemeinden entlastet werden.     





» zurück zur Auswahl


Mehr zu diesem Thema...

Buch- oder effektive Verluste?
October 30, 2008
Die weltweite Finanzkrise trifft auch jüdische Institutionen in der Schweiz. Mitten in der Budgetphase für 2009 wird sich bei vielen von ihnen Ende Dezember entscheiden, wie etwa Kapitalerträge und Wertschriftendepots, sinkende Steuereinnahmen oder ein steigender Fürsorgebedarf bewertet werden müssen. »Mehr