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Reise abgesagt

January 27, 2012

 

Die für den 11. März geplante Tagesreise nach Auschwitz speziell für Juden wurde am Mittwoch wieder abgesagt. Obwohl, so die Verantwortlichen, zehn Tage nach der Ausschreibung das Flugzeug schon fast halb voll gewesen sei, haben SIG und PLJS diese Woche entschieden, auf die Durchführung dieser Reise zu verzichten. Es hätten sich inzwischen Teilnehmende abgemeldet und es seien kaum zusätzliche dazugekommen, so die Erklärung gegenüber tachles. Die geplante Reise wurde ursprünglich mit dem Argument begründet, dass Reisen nach Auschwitz nicht eine «Reise schlechthin, sondern Teil einer persönlichen und  kollektiven Demarche» seien. Sabine Simkhovitch-Dreyfus, Vizepräsidentin des SIG und Nicole Poëll, Präsidentin der PLJS, betonen: «Dies gilt auch für uns Juden aus der Schweiz. Auschwitz ist ein Teil unseres Selbstverständnisses und wird als solches auch an die kommenden Generationen weitergegeben.» Gerade weil Auschwitz eine grosse symbolische Bedeutung für Juden habe, gehe die Tragweite eines solchen Besuches über den Ort selbst hinaus. «Diejenigen, die Auschwitz besuchen, tun dies ja auch deswegen, weil diese Frage sie beschäftigt. Dabei entscheiden sie selber, ob und wie sie damit umgehen.» Auslöser der Diskussion um die Tagesreise nach Auschwitz für Juden war die Berichterstattung in tachles Anfang Dezember 2011, die kritische Reaktionen nach sich gezogen hatte. [vw]

 

 





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