Nicht nur Hevesi
Mehrere Hauptakteure der Holocaust-Debatte in den neunziger Jahren erlebten wie Alan Hevesi ein unrühmliches Ende oder zumindest einen Knick in der Karriere. Einige von ihnen in alphabetischer Reihenfolge:
Alfonse D’Amato
Trotz seiner schrillen Kampagne gegen die Schweiz wurde er nicht als New Yorker Senator wiedergewählt.
Thomas Borer
Der effiziente Chef der Schweizer «Taskforce Schweiz – Zweiter Weltkrieg» wurde Botschafter in Berlin und trat wegen einer skurrilen Kampagne des «SonntagsBlick» zurück. Er ist heute Berater und Publizist.
Flavio Cotti
Als Bundesrat und Aussenminister war er von der Debatte überfordert. Rücktritt im März 1999, um der CVP zwei Sitze zu retten.
Avraham Burg
Beschuldigte die Schweiz oft an den Fakten vorbei. Er ist heute Buchautor und Referent.
Ed Fagan
Der Sammelklagen-Anwalt verlor wegen Aneignung von Restitutionszahlungen an seine Klienten die Anwaltslizenz.
Avraham Hirschson
In der Volcker-Kommission ein radikaler Schweiz-Kritiker. Ende der politischen Karriere wegen Korruptionsverfahren.
Carlo Jagmetti
Der USA-Botschafter erkannte als erster die Gefahr der Anschuldigungen durch D’Amato und den Jüdischen Weltkongress und warnte Cotti bereits im Dezember 1996. Er verwendete in seinem zu weit gestreuten vertraulichen Bericht, der zur «SonntagsZeitung» durchsickerte, Begriffe wie «Krieg». Rücktritt im Januar 1997. Er schrieb später das Buch «Alte Schatten, neue Schatten. Zeitzeuge in den USA 1995–1997» (NZZ-Verlag).
Arnold Koller
Kündigte ohne Rücksprache als Bundespräsident im Parlament eine Solidaritätsstiftung an, die nie zustande kam. Rücktritt im März 1999 mit Cotti.
Christoph Meili
Enttarnte mutig, dass die UBS trotz Vernichtungsverbot Dokumente schredderte, und wanderte in die USA aus. Heute lebt er wieder in der Schweiz und sucht Arbeit.
Israel Singer
Der mächtige Funktionär des Jüdischen Weltkongresses (WJC) war der härteste Kritiker der Schweiz. Präsident Bronfman entliess ihn im März 2007 fristlos wegen der jahrelangen Veruntreuung von Geldern des WJC, unter anderem auf einem Genfer Konto, und trat auch selber zurück.
Robert Studer
Der Chef der Schweizerischen Bankgesellschaft (heute UBS) nannte die nachrichtenlosen Vermögen jüdischer Holocaust-Opfer «peanuts». Er trat später zurück.


