Nach dem Massaker
Zehntausende von Menschen strömten am Sonntag zur Beerdigung von Udi Fogel, seiner Frau Ruth und drei ihrer Kinder, Yoav, Elad und Hadas – das jüngste Kind war 3 Monate alt – auf dem Har Hamenuchot in Jerusalem. Sie waren in der Nacht von Freitag auf Samstag von zwei palästinensischen Terroristen ermordet worden, die in ihr Haus in der Siedlung Itamar in der Nähe von Nablus im Westjordanland eingedrungen waren. Die älteste Tochter hatte die erstochenen, blutverschmierten Körper aufgefunden, als sie von einem Abend mit Bne Akiwa zurückkehrte. Zwei weitere ihrer Geschwister, Roi und Yishai, schliefen in einem getrennten Raum, was ihnen vermutlich das Leben rettete. Die Nachricht und vor allem die Brutalität des Massakers sandte Schockwellen in Israel aus, wo es seit längerer Zeit zu keinem grösseren Anschlag mehr gekommen war. Die Frage jedoch, ob dies nun eine Einzeltat oder der mögliche Anfang einer neuen Terrorwelle sei, wurde bald von der offiziellen Antwort des Regierung in Form einer Baugenehmigung für 300 bis 500 Siedlungswohneinheiten im Westjordanland verdrängt, die meisten allerdings in jenen Siedlungsblöcken, die auch nach einem Friedensabkommen mit den Palästinensern in israelischer Hand bleiben würden. Die Verurteilung des Anschlags von Palästinenserpräsident Mahmuod Abbas, die erst fast 24 Stunden später in den palästinensischen Medien veröffentlicht wurde, hielt Binyamin Netanyahu für unzulänglich und er forderte die Palästinenserbehörde dazu auf, mehr gegen antiisraelische Hetze in Schulen, Textbüchern und Moschee zu unternehmen. [gd]


