Lawrence Eagleburger
Am vergangenen Samstag ist der amerikanischen Spitzendiplomat Lawrence Eagleburger im Alter von 80 Jahren in Charlottesville, Virginia, gestorben. Im Gliedstaat Wisconsin als Sohn eines Arztes und einer Lehrerin aufgewachsen, ist es ¬Eagleburger als bislang einzigem Karrierediplomaten gelungen, zum amerikanischen Aussenminister aufzusteigen. Allerdings hatte er dieses Amt nur einige Monate lang am Ende der Amtszeit des älteren Präsidenten George Bush inne. Eagleburgers Karriere begann in den sechziger Jahren auf dem Balkan. Danach wurde er Chefassistent des Sicherheitsberaters und späteren Aussenministers Henry Kissinger. Eagleburger trat in den neunziger Jahren in den Ruhestand und war danach in der Beratungsfirma seines ehemaligen Vorgesetzten tätig. Korpulent und Kettenraucher, hat sich der Lutheraner aus dem Mittelwesten durch einen bärbeissigen Humor und eine Beharrlichkeit ausgezeichnet, die körperliche Leiden ebenso überwinden konnte wie die schwierigsten politischen Probleme. So gelang es Eagleburger vor dem ersten Golfkrieg, Israel von einer Vergeltung für ira¬kische Raketenangriffe abzuhalten. Er galt als leidenschaftlicher Unterstützer Israels, plädierte aber für eine Zweistaatenlösung und einen Dialog mit Iran. Daneben hat er jahrelang die äusserst diffizile Entschädigung von Versicherungsansprüchen aus der Holocaust-Ära in dem internationalen Gremium International Commission on Holocaust Era Insurance Claims geleitet. [Am]


