Keine Panik
Laut dem Präsidenten der jüdischen Gemeinde Tunesiens, Roger Bismuth, sind die Juden Tunesiens nicht mehr beunruhigt über die aktuelle Situation als die anderen Bürger Tunesiens. «Wir sind in erster Linie Tunesier, wie alle anderen auch», betonte Bismuth gegenüber tachles am Dienstag. Es herrsche keine Angst vor antisemitischen Ausschreitungen und er glaube nicht, dass Extremisten im Moment die Situation ausnutzen könnten. Auch Ozy Kidouchim von der Organisation Amicale des juifs de Jerba betont, dass die jüdischen Einwohner Tunesiens über die aktuellen Entwicklungen gleich besorgt seien wie alle Bürger. Ben Ali habe zwar einiges für die Juden in Tunesien getan, die jüdische Gemeinschaft unterstütze jedoch den Volkswillen. Dennoch bereiteten sich einige Juden Djerbas darauf vor, Tunesien zu verlassen, falls die Situation unsicher bleibe, oder sich herausstellen würde, dass das neue Regime sie nicht beschützen würde. Auch Habib Kazdaghli, Spezialist für die Geschichte von Minderheiten an der Université de La Manouba in Tunis, sieht keine speziellen Gefahren für die jüdische Gemeinschaft. Die Tunesier respektierten die verschiedenen Religionen im Land. Die Einführung der Demokratie betrachtet er jedoch als problematisch, da die Tunesier eine solche bis anhin nicht kannten. [ZU]


