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Jüdischer Kulturweg Endingen–Lengnau

May 19, 2009

Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss wird anwesend sein, wenn am Donnerstag, 21. Mai, um 15 Uhr im aargauischen Lengnau der Jüdische Kulturweg Endingen–Lengnau eingeweiht wird, ein Lehrpfad mit 21 Stelen zwischen den beiden ehemaligen sogenannten Judendörfern. Die noch reichlich vorhandenen Spuren dieser Judendörfer locken ohnehin jedes Jahr mehrere Tausend Menschen in diese geschichtlich und landschaftlich reizvolle Gegend. Nun sollen es noch mehr werden. 2007 wurde auf Initiative der Gemeinde Lengnau die Projektgruppe Jüdischer Kulturweg Endingen–Lengnau gegründet. Ziel war ein Lehrpfad mit Erklärungen zum «Rütli der Schweizer Juden». Ausgangspunkt sind die Dorfzentren in Endingen oder Lengnau, wo jeweils eine Tafel mit einem Übersichtsplan die Besucher empfängt. Der Weg führt von beiden Seiten her an 21 mannshohen Stelen vorbei (neun in Endingen, zwei beim Friedhof und zehn in Lengnau). In Deutsch und Englisch informieren sie über die historischen Stätten, etwa Synagogen, rituelle Tauchbäder, Schulhäuser, Wohnhäuser mit doppelten Eingängen für Juden und Christen und den jüdischen Friedhof, der zwischen beiden Dörfern liegt. Der Heimatschutz gibt einen kostenlosen Faltprospekt ab. Zusätzliche Informationen, auch über Führungen, finden sich auf der Website www.juedischerkulturweg.ch. Der Kulturweg soll Verständnis wecken für andere Glaubensbekenntnisse und Kulturen, als Sinnbild für ein multikulturelles Land und über die Region hinaus als ein touristischer Mehrwert. Finanziert wurde das Projekt durch Beiträge von Kanton und Gemeinden, Institutionen und privaten Mäzenen. Recherchen und Texte stammen von den Historikern Franz Laube und Andreas Steigmeier, die Gestaltung der Stelen besorgte Agnès Laube mit Fotos von Frank Reiser. Die Konstruktion besorgten raumprodukt gmbh, Zürich, und with design, Endingen. Zur Arbeitsgruppe Jüdischer Kulturweg Endingen–Lengnau gehören Franz Bertschi, Gemeinderat und Projektleiter, Lengnau, Lukas Keller, Gemeindeammann von Endingen, Jules Bloch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Endingen, Käthi Frenkel, Autorin, Franz Laube, Historiker, Agnès Laube, Gestalterin, Roy Oppenheim, Publizist, Andreas Steigmeier, Historiker.      [gb]





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