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Jcall und die Schweiz

May 11, 2010

«Appell an die Vernunft»

Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss gehört zu den ersten, die den Appell in der Schweiz unterschrieben haben. Unter den Unterzeichnenden finden sich auch Jochi Weil und Shelley Berlowitz, Zürcher Initianten des vor einem Jahr ins Leben gerufenen Appells an die israelische Regierung «Für ein Israel, das die Menschenrechte wahrt». Dieser wurde bis heute 1357-mal unterschrieben (von 288 Schweizern, 339 Amerikanern, 193 Israeli, 106 Kanadiern – und einem Palästinenser). Jochi Weil sieht im neuen Appell nicht etwa eine Konkurrenz, sondern vielmehr eine «glückliche Fortsetzung, die vielleicht das Gewissen von ungefähr 13 Millionen Juden weltweit aufrütteln kann. Oder die Haltung des arroganten Schweigens ändern, die bisher seitens der israelischen Regierung beobachtet werden konnte.» Weitere Persönlichkeiten, die JCall unterstützen, sind unter anderen Jean Halpérin, Daniel Halpérin, Demian Halpérin, Jack Steinberger, Pierre Hazan, René Schwok, Yaël Reinharz, Leo Kazan, Igaal Niddam, Emmanuelle Hazan, Rachel Babecoff, Vivane Armand-Gerson, Emmanuel Déonna, Jenny Rice, Metin Arditi, Véronique Hayoun, Massimo Sandri.


Die wichtigsten Punkte

 «Wir sind europäische Bürger jüdischer Herkunft (...). Was immer auch unsere persönliche Agenda sein mag, ist die Verbindung mit dem Staat Israel Teil unserer Identität (...). Wir stellen fest, dass die Existenz Israels erneut gefährdet ist. Die Gefährdung von aussen ist nicht zu unterschätzen, doch ist diese nicht die einzige Gefahr. Eine Gefährdung liegt auch in der Besatzung und in dem Auf- und Ausbau der Siedlungen im Westjordanland und in den arabischen Vierteln Ostjerusalems, die ein moralischer Fehler und ein politischer Irrtum sind und die unter anderem zum inakzeptablen Vorgang der Delegitimierung Israels als Staat führen. Aus diesem Grunde haben wir beschlossen, uns basierend auf folgender Grundlage zu engagieren:

1. Die Zukunft Israels bedingt notwendigerweise die Schaffung des Friedens mit dem palästinensischen Volk und die Gründung eines palästinensischen Staates gemäss dem Prinzip «zwei Staaten für zwei Völker».

2. Es ist daher von grösster Wichtigkeit, dass die Europäische Union gemeinsam mit den Vereinigten Staaten von Amerika Druck auf beide Parteien ausübt und ihnen hilft, eine vernünftige und schnelle Regelung des israelisch-palästinensischen Konflikts zu erreichen.

3. Die endgültige Entscheidung liegt bei den Israeli. Die systematische Identifizierung mit der Politik der israelischen Regierung ist gefährlich, weil sie im Gegensatz zu den echten Interessen des Staates Israel stehen kann.

4. Wir möchten eine europäische Bewegung gründen, die die Stimme der Vernunft zum Ausdruck bringt. Diese Bewegung möchte über den traditionellen Meinungsverschiedenheiten stehen und setzt sich die Zukunft Israels und seine Koexistenz mit einem souveränen und lebensfähigen palästinensischen Staat zum Ziel. [ta]

www.jcall.eu







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