Israels bester Freund
In den vergangenen Tagen äusserten prominente amerikanisch-jüdische Offizielle wie Malcolm Hoenlein vom Dachverband President’s Conference erneut Zweifel an der Freundschaft Barack Obamas zu Israel. Der Anlass war weit hergeholt. Es ging um die Benennung eines Platzes in Cisjordanien nach einem palästinensischen Terroristen, die Washington angeblich nicht schnell genug verurteilt habe. Klarer sprechen Zahlen und Fakten: Angesichts dramatisch wachsender Staatsschulden sieht Obamas letzter Haushaltsentwurf eine leichte Steigerung der amerikanischen Finanzhilfe für Israel auf 3,1 Milliarden Dollar vor. Obama hat auch die ohnehin intensive israelisch-amerikanische Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet deutlich verstärkt (tachles berichtete). Zudem werden derzeit in Washington neue Lieferungen modernster Rüstungsgüter an Israel diskutiert, um den Staat gegen die Unruhen in der arabischen Welt zu wappnen. Die Kritik Hoenleins dürfte so eher die Sorge reflektieren, dass Obama einen neuen Anlauf nimmt, die Regierung Netanyahu doch noch zu einer Zweistaatenlösung mit den Palästinensern zu bewegen. Doch dazu scheint der US-Präsident derzeit angesichts der Krisen von Libyen bis Japan wenig Neigung zu verspüren. [am]


