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Europa als Sehnsucht und Bedrohung

von Mirjam Buschor, August 27, 2009
Vom 1. bis zum 3. September findet im Literaturhaus Basel die zweite Internationale Konferenz der Gesellschaft für europäisch-jüdische Literaturstudien in Zusammenarbeit mit dem Institut für Jüdische Studien der Universität Basel statt.

Zentrales Thema der Konferenz bilden die Veränderungen der europäischen Dimension jüdischen Schreibens vor, während und nach den zentralen Brüchen des 20. Jahrhunderts. Diskutiert werden soll die Bedeutung der räumlichen Verschiebungen jüdischen Schreibens durch die israelische Staatsgründung und die Verlagerung in die hebräische und die englische Sprache sowie die Rolle Europas für die jüdische Literatur. In Frage gestellt wird das Spannungsverhältnis zwischen einem Europa als Ort der Sehnsucht und einer Heimat, aus der man flüchten muss – und die Möglichkeit, dass Europa aus der politisch-literarischen Fantasie verschwinden könnte. Zahlreiche Vorträge behandeln Themen wie etwa Joseph Roths und Walter Benjamins Abschied von Europa, die Suchbewegung russisch-jüdischer Schriftsteller, jüdisches Schreiben in Amerika, weibliches Schreiben und die Poesie Paul Celans.
Am zweiten Abend wird ein Vortrag von Doron Rabinovici zum Thema «Von ohnehin bis andernorts» gehalten. Er liest aus veröffentlichten und unveröffentlichten Texten. Erzählerisch behandeln diese das schmerzhafte Verhältnis der Nachgebornen zum Holocaust, seine jüdischen wie nicht jüdischen Figuren pendeln zwischen Erinnern und Vergessen. Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren, lebt heute in Wien. Er ist Schriftsteller, Essayist und Historiker und engagiert sich stark gegen Xenophobie und Rassimus. Eingeführt wird sein Vortrag von Alfred Bodenheimer.
  
Dienstag, 1. September, bis Donnerstag, 
3. September. Literaturhaus, Barfüssergasse 3, Basel. www.literaturhaus-basel.ch.





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