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Diskussion über Primarschule vertagen?

Von Valerie Wendenburg , January 14, 2011
Am kommenden Montag findet die Generalversammlung in der Israelitischen Gemeinde Basel statt. Die Zukunft der Jüdischen Primarschule Basel steht entgegen der ursprünglichen Planung nicht auf dem Programm, könnte aber dennoch Thema sein.

Anders als geplant, wird die Diskussion über die Jüdische Primarschule Basel (JPS) vertagt. Voraussichtlich im Frühjahr werde die Gemeinde über mögliche Wege für die Zukunft der Schule informiert: «Sobald das Grobkonzept steht» heisst es von Seiten der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB). Diese hat erneut eine Task Force ins ­Leben gerufen (vgl. tachles 01/11), deren Ziel es ist, bis in diesem Frühsommer ein Konzept verabschieden zu können. ­Dieses solle dann bis Sommer 2012 bereitstehen, betont IGB-Sprecher Peter Bollag.



JPS ist Budgetposten

Nähere Informationen sind bislang nicht in Erfahrung zu bringen – fest steht, dass die Task Force sowohl den weiteren Alleingang der JPS als auch Kooperationen mit der Staatsschule und mit Privatschulen prüft. Fest steht aber auch, dass bei jeder der dieser Möglichkeiten Mehrkosten entstehen würden (vgl. tachles 40/10 und 52/10). Daher verwundert es, dass das zurzeit hoch aktuelle und vielleicht budgetrelevante Thema JPS an der Generalversammlung (GV) nicht thematisiert werden soll. Überhaupt halten sich IGB und JPS betreffend der Auskünfte zum Thema zurück. Informieren darf nur IGB-Sprecher Bollag und selbst Rabbiner Yaron Nisenholz, den tachles in seiner Funktion als Gemeinderabbiner und als Vater jüdischer Kinder auf der JPS anfragte, sagte: «Der Vorstand der IGB hat beschlossen, dass es nur eine Person gibt, die sich gegenüber der Presse äussert, und hat auch mich gebeten, mich als Gemeindeangestellter daran zu halten.» Auch von der Task Force selbst stand niemand für eine Auskunft zur Verfügung.

«Neue Ausgangslage»

Über die Ergebnisse der Sitzung der Task Force vom Dienstag kann also nur spekuliert werden. Auf die Frage, was die neue Arbeitsgruppe denn von derjenigen unterscheide, die bereits vor vier Jahren gegründet wurde, sagt Bollag: «Damals war es die Aufgabe der Task Force, Geld für die Schule zu beschaffen. Heute besteht die Herausforderung im Rahmen des Projekts Harmos die JPS von vier auf sechs Jahre zu erweitern. Dies ist eine gänzlich neue Ausgangslage.» Finanziell äussert kritisch war die Situation der Schule bereits vor Harmos – und nennenswerte Geldbeträge wurden von der Task Force nicht gefunden. Auf Nachfrage, was denn in den vergangenen vier Jahren geschehen sei, heisst es: «Die JPS wurde zur Tagesschule mit Mittagstisch ausgebaut. Die Qualität der Schule wurde erheblich verbessert. Mit diesen Massnahmen konnten auch die Schülerzahlen wieder vergrössert werden.» Im August 2007 besuchten 15 Mädchen und Jungs die JPS, seit dem Schuljahr 08/09 ist die Zahl der Schüler mit 17 konstant.

Schule zum Thema machen

Ob die Zukunft der JPS, die laut Budget 2010 von der IGB mit 150 000 Franken jährlich subventioniert wird, an der GV am Montag tatsächlich nicht thematisiert werden wird, liegt in den Händen der Gemeindemitglieder. So sagt IGB-Präsident Guy Rueff, es gäbe an der GV kein explizit genanntes Thema JPS, da es im Moment «nichts Definitives» zu berichten gäbe: «Aber jedermann ist bei jedem Budgetposten dazu aufgefordert, Fragen oder Ergänzungen zu bringen.» Daher können die Mitglieder ihre Fragen zur JPS – oder die Frage nach einer Erhöhung oder Kürzung des Budgetpostens Schule – an diesem Punkt anbringen und die Diskussion über die Schule, die in der Vergangenheit immer wieder das «Herzstück der Gemeinde» genannt wurde, aufgreifen.



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