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Oktober 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 10 Ausgabe: Nr. 10 » October 4, 2010

Die anderen Juden

October 4, 2010
Zehn Stämme Israels sind laut der Bibel aus dem israelitischen Nordreich von den Assyrern verschleppt worden. Wie Alexander Alon in dieser Ausgabe erläutert, regt die historisch kaum überprüfbare Erzählung weiterhin Spekulationen über den Verbleib der «verlorenen Stämme» an, die zumal von Hobbyforschern in jedem Winkel der Erde vermutet werden. Mit Blick auf die «Heimholung» der äthiopischen Falaschen nach Israel zeigt Alon jedoch auch, dass die Suche nach «anderen Juden» einschneidende politische Konsequenzen haben kann.
Davon gar nicht einmal so weit entfernt kochen Debatten um die jüdische Identität hoch, die jüngst etwa von den Thesen Thilo Sarrazins in Deutschland ausgelöst wurden. Seine Spekulationen über angeblich mit einem «jüdischen Gen» verbundene Eigenschaften... more...

Mission erfüllt

Von Alexander Alon, October 4, 2010
Seit ihrer Verschleppung nach Assyrien tauchen zehn verschollene
israelitische Stämme weltweit immer wieder auf. Eine Verfolgungsjagd.
Der Durchbruch kam 1973. Der damalige oberste sephardische Rabbiner Ovadia Josef erklärte in einem rabbinischen Gutachten, dass «die Falascha die Nachfahren jüdischer Stämme sind, die nach Süden, nach Kusch, gewandert sind. Und es besteht kein Zweifel, dass die (...)... more...

Standpunkt

Von Akiva Eldar, October 4, 2010
Die Aufregung in Deutschland um die Äusserungen Thilo Sarrazins über ein spezielles Gen, mit dem sich Juden angeblich vom Rest der Menschheit unterschieden, wurde auch in der israelischen Presse rezipiert. In Berlin hatten sich unter anderem der Aussen- und der Verteidigungsminister vom Sozialdemokraten und Bundesbankvorstandsmitglied Sarrazin distanziert.

Ein jüdisches Gen? Es ist nicht zu fassen, dass Rassentheorien in Deutschland immer noch ungehindert kolportiert werden. Aber was ist von dieser  intellektuellen Perle zu halten: «Wenn ein Konvertit über die Orthodoxie zum Judentum übertritt, so trägt er das... more...

Eine Geschichte der friedlichen Koexistenz

Von Shalva Weil, October 4, 2010
Die Juden der Stadt Kochi (Cochin) im Bundesstaat Kerala passen nicht so recht in das Profil einer typischen jüdischen Gemeinde. Zu ihrer besten Zeit vor der Alija von 1948 umfasste sie 2400 Mitglieder, die nie unter Antisemitismus der lokalen Bevölkerung zu leiden hatten. Die Gemeindemitglieder werden anhand ihrer Hautfarbe in «Weisse» und «Schwarze» eingeteilt.
In jüngerer Zeit wurden die «schwarzen» Cochin-Juden, die von der Malabar-Küste Keralas stammen und dort während Hunderten oder Tausenden von Jahren niedergelassen sind, als Malabari-Juden bezeichnet. Sprachliche Spuren bestätigen die Existenz altertümlicher... more...

Die dritte Diaspora

Von Beatrice Schmid, October 4, 2010
Saloniki, einst bekannt als «Jerusalem des Balkans», war bis 1943 Heimat einer Ladino sprechenden sephardischen Gemeinde. Heute leben die Nachfahren der sephardischen Juden aus dem Osmanischen Reich in alle Welt zerstreut.
Im Sommer 1925 unternahm eine Gruppe junger Zionisten aus Saloniki, 25 Jugendliche und vier Leiter, eine vierwöchige Exkursion nach Erez Israel. Sie waren Mitglieder von Derorim-Maccabi, der Jugendsektion der Gesellschaft Theodor Herzl. Die Reise stellte in jenem Jahr zweifellos das wichtigste... more...

Die Alten vom Berge

Von Andreas Schneitter, October 4, 2010
Als in Israel noch eine jüdische Königsherrschaft existierte, da waren sie schon da: die kaukasischen Bergjuden. Seit rund 2500 Jahren versuchen sie, ihre jüdische Identität nach der Sitte der Väter zu bewahren. Und im muslimischen Aserbaidschan ein globales Vorbild für das friedliche Zusammenleben von Muslimen und Juden zu sein.
In der Mitte von Quba, im nördlichen Aserbaidschan, 50 Kilometer entfernt von der russischen Grenze, sickert ein Fluss durch sein breites, geröllverstopftes Bett. Plastikmüll weht umher, die Sonne brennt, es riecht nach trockener Erde und gärendem Obst. Auf beiden Seiten der... more...

Fluchtpunkt spanische Karibik

Von Stanley M. Hordes, October 4, 2010
Die Universität von New Mexico beginnt ein grossangelegtes Forschungsprojekt zu Geschichte und Präsenz sogenannter heimlicher Juden auf Kuba, in der Dominikanischen Republik, auf Puerto Rico und Jamaika.
Das Institut für Lateinamerika und die Iberische Halbinsel an der Universität von New Mexico arbeitet an einem Projekt, das die Geschichte sogenannter heimlicher oder Kryptojuden auf den einst unter spanischer Herrschaft stehenden Inseln der Grossen Antillen – Kuba, Dominikanische... more...

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