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Mai 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 05 Ausgabe: Nr. 5 » April 27, 2009

Rund um das Mittelmeer

April 27, 2009
Kreuzweg der Kulturen und gerade für die jüdische Geschichte seit Jahrtausenden ebenso Schauplatz von Katastrophen wie friedlicher Prosperität: Der Mittelmeerraum bleibt dramatischem Wandel unterworfen, der nur in seiner Komplexität zugänglich und nicht auf schlichte Formeln reduzierbar ist. Wenn wir daher in der vorliegenden Ausgabe Schlaglichter auf Länder rund um das Mittelmeer werfen, stossen unsere Autoren ebenso auf Heimaten jüdischer Gemeinden wie auf solche, die ihnen nur noch als Orte der Sehnsucht oder Erinnerung zugänglich sind.
Wie der amerikanische Historiker Michael Fischbach erläutert, haben zwischen 1948 und 1970 etwa 800 000 Juden ihre Heimat in Nordafrika und der arabischen Welt verlassen. Viele sind vor Pogromen geflohen und mussten einen Grossteil ihrer Habe zurücklassen. Andere suchten nach einer besseren... more...

Künstlerkolonien an der Riviera

Von Katja Behling, April 27, 2009
Frankreich war bis zum Kriegsausbruch das wichtigste europäische Aufnahmeland für deutsche Emigranten. Die südfranzösische Küstenregion fungierte als Sammelpunkt für die vertriebenen Kulturschaffenden.
Der 1942 gedrehte Kinoklassiker «Casablanca» mit Ingrid Bergman und Humphrey Bogart in den Hauptrollen hat dem während des Zweiten Weltkrieges existierenden südeuropäischen Flüchtlingskorridor ein – und das vielleicht bekannteste – Denkmal gesetzt: Die westlichen Alliierten waren im... more...

«Alexandria, warum?»

Von Jasmina El-Sonbati, April 27, 2009
Bibliothek, Pharos, Weltwunder der Antike, Kleopatra, Völkergemisch. Alexandria, die Stadt am Mittelmeer, war intellektuelles Zentrum der hellenistischen Welt und erlebte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine unvergleichliche Blüte. Menschen verschiedenster Herkunft und Konfessionen lebten in der Polis des Alexander friedlich zusammen. Schriftsteller und Künstler nährten den Mythos Alexandria zusätzlich. Was blieb übrig vom kosmopolitischen Alexandria? Ein Spaziergang durch die Stadt heute.
Lawrence Durrell definiert das typische Alexandrinische im «Alexandria Quartet» folgendermassen: «Capitally, what is this city of ours? What is resumed in the word Alexandria? Five races, five languages, a dozen creeds» (Was ist unsere Stadt? Was umfasst das Wort Alexandria? Fünf Rassen, fünf... more...

Das Jerusalem der Sephardim

Von Gundula Madeleine Tegtmeyer, April 27, 2009
Von den Ende des 15. Jahrhunderts aus ihrer spanischen Heimat vertriebenen Juden fanden Tausende im Osmanischen Reich Zuflucht – die meisten von ihnen in der mazedonischen Hafenstadt Saloniki. Vier Jahrhunderte lang war es ihre Stadt. Sie nannten sie «Madre de Israel» – die «Mutter Israels».
Die Vorgeschichte ist weitgehend bekannt: Im Jahre 1154 bringen die aus dem Maghreb stammenden Almohaden (arabisch: «al muwahidun», die «Bekenner der Einheit Gottes») das maurische Spanien unter ihre Kontrolle und stellen Juden sowie Christen vor die Wahl:  Entweder sie konvertieren zum... more...

Verschiedene Schicksale

April 27, 2009
Die jüdische Gemeinde in Libyen nach 1945
Wie überall in Nordafrika siedelten Juden auch im heutigen Libyen schon in der Antike. Nach dem Exodus aus Spanien liessen sich Sephardim in Tripolitanien und der Kyrenaika nieder. Während des deutschen Afrikafeldzuges wurden libysche Juden in Lager... more...

Mikrokosmos am Bosporus

Von Sibylle Thelen, April 27, 2009
In der Türkei setzt sich ein neuer Trend unter Kulturschaffenden durch: die multiethnische Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. Trotzdem tut sich das Land noch immer schwer damit, sich mit seiner Geschichte auseinanderzusetzen.
Istanbul mit all seinen krassen Kontrasten ist wie erschaffen als Kulisse für die türkische Literatur. Auffallend viele Romane spielen hier. Auch Mario Levis Annäherung ans Leben der Minderheiten erzählt von Istanbul, genauer: vom Alltag im europäisch geprägten, vielsprachigen und... more...

Der lange Kampf um Gerechtigkeit

Von Michael Fischbach, April 27, 2009
Zwischen 1945 und den siebziger Jahren haben etwa 800000 Juden ihre Heimat in arabischen Ländern und Nordafrika verlassen. Die meisten von ihnen gingen nach Israel. Viele flohen vor Verfolgung und mussten ihr Eigentum zurücklassen. Doch der jüdische Staat hat ihre Entschädigungsansprüche bis heute nicht aufgegriffen, sondern zum Instrument im Konflikt mit den Palästinensern degradiert. Der Historiker Michael Fischbach stellt diese Problematik in seinem aktuellen Buch «Jewish Property Claims Against Arab Countries» vor, auf dem sein vorliegendes Essay beruht.
Während und nach dem arabisch-israelischen Krieg von 1948 haben Hunderttausende Juden ihre Heimstätten in der arabischen Welt verlassen. Je nach Land, sozialem Stand oder den Zeitumständen machten sich diese Sephardim oder Misrachim unter ganz unterschiedlichen Umständen auf den Weg. Häufig war... more...

Mit Mythen aufräumen

Von Katja Behling, April 27, 2009
In Italien wurden ausländische und italienische Juden verfolgt. Bis 1943 wurden auch auf italienischem Boden Konzentrationslager errichtet.
Gegen Ende der zwanziger Jahre hatte sich die faschistische Herrschaft im Zeichen des Führerprinzips zu einer persönlichen Diktatur Mussolinis entwickelt. In seiner 1932 veröffentlichten «Lehre des Faschismus» (Dottrina del fascismo) legte er seine ideologischen Ideen vom totalitären Staat... more...

Blühendes jüdisches Leben

Von Katja Behling, April 27, 2009
Der Bürgerkrieg ab 1936 machte aus dem Exilland Spanien ein Durchreiseland. Heute gibt es auf der katholisch dominierten Iberischen Halbinsel wieder ein reges jüdisches Leben.
Frankreich war das Ausgangsland der meisten, die während des Zweiten Weltkrieges über Spanien nach Portugal und von dort nach Übersee emigrierten. Spanien war 1933 bis 1936 eher Exilland, 1939 bis 1944 eher Transitland – dazwischen lag der Bürgerkrieg. Viele Emigranten, darunter Schriftsteller... more...

Für Erinnerung und Frieden

April 27, 2009
Von führenden Akademikern und Politikern in Nordafrika und Europa ins Leben gerufen, will das «Project Aladdin» in aufklärender Weise den Dialog zwischen Juden und Muslimen fördern und die Verbreitung antisemitischer Legenden parieren. Im Kern des Vorhabens steht die Aufarbeitung des Holocaust. Der marokkanische König Mohammed VI. hat dem Projekt jüngst das folgende Grusswort übersandt.
Die Legende von Aladdin stellt uns vor die schwere Herausforderung, gemeinsam und in innovativer Weise über eines der dunkelsten und tragischsten Kapitel der modernen Geschichte nachzudenken. Diese Aufgabe wiegt umso schwerer, als niemand von uns behaupten kann, dass er den Holocaust in seinem... more...

Mourchidat – neue Wege zum Islam

Von Sally Williams, April 27, 2009
In Marokko stärken weibliche Geistliche die moderate Strömung des Islam. Ein Augenschein in Rabat und Casablanca.
Im Herzen der Altstadt von Rabat bahnt sich eine Revolution an. Hier steht hinter den Mauern der Medina, wo Händler Imitationen von Gucci-Sonnenbrillen neben den traditionellen Bzeghir-Pfannkuchen feilbieten, das Seminar Dar al-Hadith al-Hassania. Vor dem Gebäude sprudelt ein Springbrunnen,... more...

Sehenswürdigkeiten

April 27, 2009
Griechisch-römisches Museum (derzeit wegen Renovation geschlossen), Pompejussäule, Römisches Theater, Nekropole von Chatby, Katakomben von Kom El Chokafa, Festung Qaitbay, Parkanlage Montazah, Wohnung des Dichters Konstantin Kavafis, Moschee des Mursi Abul Abbas, Eliahou-Hanabi-Synagoge,... more...
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