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März 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 03 Ausgabe: Nr. 3 » March 18, 2010

Magnet Moskau

March 18, 2010
«Fahren wir nach Moskau! Es gibt nichts Besseres als Moskau!» Für die vorliegende Ausgabe über das jüdische Leben in der russischen Hauptstadt gibt es kein besseres Motto als das Tschechow-Zitat, mit dem die Zürcher Slawistikerin Regula Heusser-Markun ihren Beitrag zur Geschichte Moskaus... more...

Wiederaufleben der jüdischen Kultur

March 18, 2010
In der Autonomen Republik Krim ist das jüdische Leben wie in den jungen Demokratien der Nachfolgestaaten der UdSSR ziemlich gespalten.
Von Andrea Dunai
Die 26 100 Quadratkilometer grosse Autonome Republik Krim wird in der statistischen Nationalitätenkarte der Ukraine in 20 verschiedenen Farben dargestellt. Diese Vielfalt umfasst unter anderen drei Nationalitäten, die jüdischer Herkunft sind. Die Zahl der Krimtschaken... more...

Neue Freiheit an der Moskwa

March 18, 2010
Moskaus jüdische Organisationen erleben eine Renaissance. Antisemitismus ist in Russland keine Staatsdoktrin mehr. Doch mit der äusseren Freiheit nimmt die Konkurrenz unter den jüdischen Glaubensrichtungen zu.
Von Klaus-Helge Donath
Adolf Schajewitsch erzählt: «Wenn ich unsere Kinder in der Synagoge tanzen sehe, kommt es mir immer noch wie ein unwirklicher Traum vor.» Vor 30 Jahren, als der Rabbiner seine Arbeit in der «choralnaja synagoga», der ältesten Synagoge im Moskauer Stadtzentrum,... more...

Liebesgrüsse vom Hudson

March 18, 2010
Mit «Russia!» hat die «Beet Generation» junger russisch-amerikanischer Intellektueller eine überzeugende publizistische Plattform geschaffen. Doch die Finanzkrise macht auch der ambitionierten New Yorker Zeitschrift arg zu schaffen.
Von Monica Strauss
Die Idee war überzeugend: Ein englischsprachiges Hochglanzmagazin über das moderne Leben in Russland – aber für Leser im Westen. Allein in New York leben etwa eine halbe Million russischer Einwanderer. Und so konnte Ilya Merenzon in den sorglosen Tagen vor der... more...

In Zahlen

March 18, 2010
Moskaus jüdische Gemeinde
1912 lebten 15 353 Juden in Moskau. Bis 1926 war ihre Zahl auf 131 000 gestiegen, das machte 6,5 Prozent der Einwohner Moskaus aus. 90 Prozent von ihnen waren unter 50 Jahre alt. 1939 lebte etwa eine Viertelmillion Juden in Moskau. Sie stellten nach den Russen... more...

Nonkonformistische Kunst in Russland

March 18, 2010
Der sowjetische Staat machte Kunst und Kultur für seinen Machtapparat dienstbar. Opportun war der «Sozialistische Realismus», subversiv die Abweichung davon. Kunst bis 1989 zeugt von Systemtreue, aber die «Zweite Avantgarde» auch von kritischer Haltung unterdrückter Künstler in einer multiethnischen Diktatur.
Von Katja Behling
Als «Horde farbespritzender Brüllaffen» beschimpfte die Kritik die Künstler und den Galeristen beim Ersten Deutschen Herbstsalon 1913 in Herwarth Waldens Berliner Galerie «Der Sturm». Unter den geschmähten Künstlern waren die Russen Marc Chagall, Natalia Gontscharowa,... more...

Das jüdische Dilemma

March 18, 2010
Unter den Zaren war die überwiegende Mehrheit der Juden an ihren «Ansiedlungsrayon» zwischen dem Baltikum und dem Schwarzen Meer gebunden. Nur in der weltoffeneren Hauptstadt St. Petersburg entstand bis 1917 eine bedeutende jüdische Gemeinde. Aus Moskau wurden die Juden jedoch 1891 vertrieben. Erst nach der Februarrevolution strömten Hunderttausende Juden aus Litauen, Weissrussland und der Ukraine auch nach Moskau. Dort wurden sie zu einer Funktionselite der Sowjetherrschaft.
Von Robert Brym
Die historische Transformation nach der Oktoberrevolution liess die Juden anfänglich zu einer privilegierten Minderheit werden. Gegenüber den illiteraten Bauern, die 1917 die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stellten, waren sie relativ urban und gebildet. Und im... more...

«Kaserne der Weltrevolution»

March 18, 2010
Im Hotel Lux in Moskau kreuzten sich zu Stalins Zeiten die Wege unzähliger Polit-Grössen.
Von Martin Dreyfus
Dicht neben dem pompösen Eingang zum Jelissejew führte eine unscheinbare Tür ins Hotel Lux. Der weitläufige, aber in der Ausführung recht bescheidene und ziemlich abgenutzte Bau verriet nicht, dass dort ohne Unterlass die Kessel der Weltrevolution brodelten. Allerdings... more...

Nach Moskau!

March 18, 2010
Die russische Metropole als Magnet und Phönix aus der Asche.
Von Regula Heusser-Markun

Fahren wir nach Moskau! Ich flehe dich an, fahren wir! Es gibt nichts Besseres auf der Welt als Moskau!» Mit diesen Worten bestürmt Irina, die jüngste der «Drei Schwestern» in Tschechows Theaterstück aus dem Jahr 1900, die älteste, Olga. Viele von... more...

Die Autoemanzipation der anderen Juden

March 18, 2010
Von Refusniks, falscher Nostalgie und einem anderen jüdischen Selbstverständnis

Die siebziger Jahre. Der Eiserne Vorhang war dicht, aber nicht unüberwindbar. Informationen über die Situation der Juden in der damaligen Sowjetunion drangen in den Westen. Judentum im Untergrund. Judentum zum Teil unter Lebensgefahr. Gefängnis, Hausarrest oder Arbeitslager, die Angst vor den... more...

Ein Atelierbesuch

March 18, 2010
Pavel Feinsteins Figuren spielen mit jüdischen Traditionen und bevölkern eine zwischen Witz und Grauen schwankende Welt. Der Berliner Künstler malt technisch hervorragende Stillleben und Porträts in fast altmeisterlicher Manier, zeichnet Tiere. Das Felix-Nussbaum-Haus zeigt seit dem 21. Februar Arbeiten des gebürtigen Russen. Im Sommer widmet ihm das Kunstmuseum Hagen eine grosse Einzelschau.
Von Katja Behling
Den gusseisernen Heizkörper mit dem Rankenmuster gibt es noch, auch das hohe Sprossenfenster. Pavel Feinstein arbeitet in einem historischen Atelier – im lichtdurchfluteten Dachgeschoss eines grossbürgerlichen Altbaus im Berliner Stadtteil Wilmersdorf. Dort malte bis 1933... more...
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