Juli 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 07
Ausgabe: Nr. 7 » July 2, 2009
Zeit für Kaffee
July 2, 2009
Die Kette Dunkin’ Donuts behauptet, «Amerika laufe» auf ihrem Kaffee. Das trifft durchaus zu, nimmt man den Firmennamen weg. Auch Europa und weite Teile Vorderasiens und Nordafrikas können ohne Kaffee seit Jahrhunderten nicht funktionieren. Doch der Auszug aus gerösteten Bohnen ist so... more...
«Picasso am Nebentisch»
Von Martin Dreyfus,
July 2, 2009
Im Sommer 1947 sandte Friedrich Torberg aus der Emigration in Amerika sein Romanmanuskript «Hier bin ich mein Vater» an den Verlag Bermann-Fischer in Stockholm. Auf das mit «Dr. Frisch» unterzeichnete Antwortschreiben des Verlages replizierte Torberg, ob «Dr. Frisch» mit jenem Dr. Justinian... more...
Auf der Suche nach dem eigentlichen Leben
von Regula Heusser-Markun,
July 2, 2009
Es gibt wohl keine Biografie, die nicht auch eine Kaffeehaus-Biografie in sich bärge. Der halböffentliche Raum dieser Gaststätten, die anders als Bar, Beiz oder Kneipe auf einen Namen jenseits jeden Verdachts der Zwielichtigkeit hören, verspricht einen gefahrenfreien Ausbruch aus dem Alltag. Ist... more...
Zwecklosigkeit heiligt den Aufenthalt
Von Monica Strauss,
July 2, 2009
«Teilhaftig der eigentlichsten Reize dieses wunderlichen Caféhauses wird allein der, der dort nichts will als dort sein. Zwecklosigkeit heiligt den Aufenthalt.»Aus Alfred Polgars «Theorie des Café Central»Obwohl nichts weniger einem Wiener Kaffeehaus gleicht als New Yorker Imitate, konnte die... more...
Unbehaust und weise
Von Irene Armbruster,
July 2, 2009
Am besten konnte er schreiben, wenn um ihn herum erzählt, debattiert, gefeiert und getrunken wurde. Auch deswegen lebte und arbeitete der österreichische Schriftsteller Joseph Roth in den Cafés der europäischen Hauptstädte. Ein «Ersatz-Zuhause» unter vielen war zum Beispiel in den zwanziger... more...
Kaffee als kultureller Nährboden
Von Shachar Pinsker,
July 2, 2009
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war in Wien der Spruch im Schwange: «Die Juden gehören ins Kaffeehaus.» So unüberschaubar war damals die Präsenz assimilierter Juden in den Künstler- und Literaten-Cafés der österreichisch-ungarischen Kaiserstadt. Heute trinkt man in Tel Aviv nicht nur den... more...
Ein Netzwerk von Luftschlössern
Von Steven Beller,
July 2, 2009
Nachdem Kaiser Franz Joseph sich geweigert hatte, den christlichsozialen Volkstribun Karl Lueger nach dessen Wahlsieg im Amt des Bürgermeisters zu bestätigen, geriet Wien im Dezember 1895 in eine schwere Autoritätskrise. Am 3. Dezember berichtete die «Neue Freie Presse» über «widerliche... more...
Ist Starbucks kalter Kaffee?
Von Andreas Mink,
July 2, 2009
Die Kaffee-Revolution frisst ihre Kinder. Im Touristenort Mystic, Connecticut, hat die Kaffeehauskette Starbucks im vergangenen Jahr eine zweite Filiale eröffnet. Das Städtchen liegt an der neuenglischen Küste zwischen New York und Boston und wird gerne von Wochenendausflüglern besucht, die sich... more...
«Ein Mann liest Zeitung»
July 2, 2009
Es ist eine Schande.» Mit diesem schlichten Bekenntnis beginnt ein Roman, den die meisten nicht gelesen haben und dessen Autor Justin Steinfeld (1886–1970) ebenso unbekannt geblieben ist. Dabei war sein erst posthum erschienenes Buch von einem begeisterten Feuilleton auf eine Stufe mit... more...
Konklusion jüdischer Kaffeehauskultur
von Yves Kugelmann,
July 2, 2009
Bob Dylans «Hurrican», Leonard Cohens «Suzanne» und dann ein Reigen französischer Chansons trällern aus den Lautsprechern im Café Mersand und vereinen sich mit dem unveränderten Dekor aus den fünfziger Jahren. Einer nach dem anderen: Georges Brassens, Jacques Brel, Gilbert Bécaud und Edith... more...
«Ohne den Teufel ist nun mal nichts»
Von Katja Behling,
July 2, 2009
Für Sonia Simmenauer und ihren Vater schloss sich an einem Abend im Januar 2008 ein Kreis: Nach fast 70 Jahren war im Vorjahr die Hamburger Talmud-Thora-Schule im Grindelviertel als jüdischer Kindergarten, Schule und Gemeindezentrum wiedereröffnet worden. Als kurz darauf eine alteingesessene... more...
Vergessene Flipperkästen und stumme Kellner
Von Peter Stephan Jungk,
July 2, 2009
Cafés in Paris – in meiner Kindheit bedeutete das: Flipperautomaten! Wir fuhren mit dem Zug von Wien in die schönste Stadt der Welt. Ein Mal jährlich wiederholte sich der gleiche Vorgang – Aufwachen im Schlafwagen, der Orient-Express hatte schon die grauen Ränder der Banlieue erreicht,... more...
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