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Februar 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 02 Ausgabe: Nr. 2 » February 8, 2010

Exzesse und Kurzsichtigkeit

February 8, 2010
Ein Investmentbanker kommentiert die Krise an der Wall Street. Nach Jahren bei einemWeltkonzern arbeitet der Autor heute bei einem Hedge Fund. Er zieht es vor, seine Beobachtungen anonym zu publizieren.

Ich arbeite seit den späten achtziger Jahren für grosse Finanzdienstleistungsunternehmen. In dieser Zeit habe ich zahlreiche Zyklen von Auf- und Abschwüngen erlebt. Das Pendel zwischen Anstellungen und Entlassungen, Exzess und Zurückhaltung, zwischen Zuversicht und Zweifel schlägt in jedem... more...

«Reichtum ist wie Meerwasser»

February 8, 2010
Film und Literatur, Kabarett und Musik haben die Weltwirtschaftskrise von 1929 und die aktuelle thematisiert. Sie zeigen, wie Geld die Persönlichkeit eines Menschen beeinflusst und wie die Gesellschaft funktioniert.
Von Katja Behling
Ein Arbeitsloser nimmt sich das Leben, eine zahlungsunfähige Familie muss ihre Wohnung räumen, Kleinbürger ertränken ihren Kummer im Alkohol – ein paar junge Arbeiter hingegen werden aktiv und organisieren ein Sportfest, wodurch sie die Kraft der Solidarität erleben.... more...

Staatsbankrotte und Schulden

February 8, 2010
Aufstrebende Nationen trifft die Rezession besonders hart. Die Wirtschaftswissenschaftler Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff haben jüngst mit «This Time is Different» eine auf das Mittelalter zurückgehende Geschichte von Finanzkrisen und Spekulationsblasen vorgelegt. Im Folgenden fasst Carmen Reinhart einige Thesen des von der Fachwelt begeistert aufgenommenen Werkes zusammen. Sie konzentriert sich auf den Vergleich von Bankenkrisen in der jüngeren Vergangenheit.
Von Carmen M. Reinhart
Seit dem Beginn der Hypothekenkrise im Sommer 2007 und deren Übergreifen auf die internationalen Finanzmärkte im Frühherbst 2008 behaupten auch Fachleute, dass wir es hier mit einem neuartigen, nie da gewesenen Phänomen zu tun haben. Allerdings bestand auch vor der... more...

Gefahr für den sozialen Frieden

February 8, 2010
Der Schweizer Unternehmer und Börsenexperte René Braginsky über die Wirtschaftskrise, die Börse und Anlagechancen.
Interview Yves Kugelmann
aufbau: Wie ordnen sie die Wirtschaftskrise der letzten Monate aus Schweizer Sicht ein
René Braginsky: Wir hatten das Glück, dass die Schweizer Bankinstitute ausser den Grossbanken nur wenig in die schlechten Immobilienpapiere involviert waren. Indirekt hatte... more...

Das grosse Comeback

February 8, 2010
Die Finanzkrise ging von der Wall Street aus. Doch während immer mehr Amerikaner arbeitslos werden und ihre Häuser verlieren, ist an der Wall Street längst wieder der Alltag eingekehrt: Die Banker erzielen mit riskanten Spekulationen erneut Rekordgewinne.
Von Sebastian Bräuer
Für Sean Egan brach am 15. September 2008 eine Welt zusammen. «Das ist das absolute Ende der Wall Street, wie wir sie kennen», sagte der Gründer der Rating-Agentur Egan-Jones wenige Stunden nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers. «Es ist das Ende... more...

Amerika als schlechtes Vorbild

February 8, 2010
Eine verbesserte internationale Zusammenarbeit bei der Regulierung der Finanzmärkte und im Kampf gegen den Protektionismus ist zwingend notwendig.
Von Joseph E. Stiglitz
Obwohl die Finanzkrise globale Ausmasse hat, sind die politischen Reaktionen darauf lokaler Natur. Dies gilt sowohl für die Bemühungen für die Wiederbelebung der Wirtschaft als auch für Massnahmen, die eine Wiederholung der Krise verhindern sollen. Daher empfiehlt... more...

Tanz im Dunkeln

February 8, 2010
Ein Abriss zur Rolle der Kultur im Amerika der Depressionszeit.
Von Morris Dickstein
Dass die grosse Depression nach 1941 ausklang, ist nicht in erster Linie den Initiativen des «New Deal» zu verdanken, so bedeutsam sie auch gewesen sind. Doch wirtschaftspolitisch verblassten diese neben der enormen Mobilisierung Amerikas für den Krieg gegen die... more...

«Wasserspülung und Verbrechen»

February 8, 2010
Um das Jahr 1900 war Wien eine Hochburg der künstlerischen Moderne. Doch hygienisch fiel die Metropole weit hinter die Neue Welt zurück – bis ein jüdischer Unternehmer aktiv wurde.
Von Monica Strauss
Im Jahr 1898 stiess der angehende Wiener Architekt Adolf Loos bei seiner Rückkehr von einigen Wanderjahren in Amerika diese Klage aus: «Unsere Wasserhähne, Toiletten, Waschtische etc. sind noch weit, weit hinter den englischen und amerikanischen Einrichtungen zurück.... more...

Von Konstantinopel nach Paris

February 8, 2010
Eine Ausstellung im jüdischen Museum in Paris ehrt eine der bedeutendsten Unternehmer- und Mäzenatenfamilien Frankreichs.
Von Katja Behling
Das jüdische Museum im Pariser Viertel Marais, das Musée d’art et d’histoire du Judaïsme, veranschaulicht vom 16. Januar bis zum 7. März unter dem Titel «Der Glanz der Camondos» («La Splendeur des Camondo. De Constantinople à Paris 1806–1945») die so gloriose... more...

Im Sog der Krise

February 8, 2010
Die Angst vor einer «Kernschmelze» an den Börsen und Kreditmärkten ist seit dem vergangenen Frühjahr verflogen. Wie der Wirtschaftsjournalist Sebastian Bräuer in dieser Ausgabe berichtet, ist die Wall Street längst zu den Praktiken zurückgekehrt, die im Herbst 2008 zunächst zum Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers und dann weltweit zu Erschütterungen geführt haben, die sich nur mit der Grossen Depression der 1930er Jahre vergleichen lassen.
In der vorliegenden Ausgabe befassen wir uns mit den Ausstrahlungen der Krise und versuchen eine Einordnung. Schliesslich haben die Banker mit ihren kreativen Derivaten, die sich als «toxisch» entpuppen sollten, nicht in einem Vakuum gehandelt. So konstatiert der Zürcher Unternehmer René... more...

Der Salomon aus Brockton

February 8, 2010
Kein Jurist in den USA hat als Schlichter einen besseren Ruf als Kenneth Feinberg. Nun setzt sich der Washingtoner Anwalt erneut mit einer hoch komplizierten Aufgabe auseinander: Für die Regierung von Barack Obama legt Feinberg die Gehälter von Spitzenmanagern fest, deren Firmen staatliches Rettungskapital erhalten haben.
Von Andreas Mink
Wäre Salomon Amerikaner, hätte er einen schütteren, grauen Haarkranz um seine Glatze, eine schlanke, leicht gebeugte Statur und eine kräftige Stimme, die seit über 30 Jahren in Gerichtssälen und Konferenzräumen den Ton angibt. Salomon würde Kenneth Feinberg heissen und... more...

Die Irrelevanz des Bernard Madoff

Von Felix Wadewitz, February 8, 2010
Vor einem Jahr flog der Milliardenbetrüger Bernard Madoff auf. Nun ziehen seine Opfer im Kampf um eine Entschädigung vor Gericht. Ihre Anwältin sagt: Es geht nicht um Madoff. Das System hat versagt.
Von Felix Wadewitz
Helen Davis Chaitman kann sich noch genau an den 11. Dezember 2008 erinnern. Es war der Tag der spektakulären Verhaftung von Bernard Madoff. Die renommierte Anwältin sitzt am Esstisch ihrer Wohnung an der New Yorker Park Avenue und schweigt einen Moment. An jenem Tag vor... more...
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