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Dezember 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 12 Ausgabe: Nr. 12 » February 8, 2010

Von Shylock bis Bech

December 7, 2009
Jüdische Charaktere im Werk nichtjüdischer Autoren: Das Thema muss den Rahmen einer Monatszeitschrift sprengen. So steht vor William Shakespeares «Kaufmann von Venedig» und seinem Shylock «Der Jude von Malta» – Christopher Marlowes Schauerstück aus den Jahr 1592 mit dem durch und durch... more...

Deutschtum oder Bärenhäuterei

December 7, 2009
Die deutschsprachigen Schriftsteller in Los Angeles, die Exilschriftsteller, identifizierten sich nicht als Juden oder Christen, sondern als Angehörige einer gemeinsamen Kultur. Gleichwohl finden sich in ihrem Werk und ihren Äusserungen ganz unterschiedliche Positionen zum Schicksal der Juden in den dreissiger und vierziger Jahren.
Von Ehrhard Bahr
In seiner mehrbändigen Geschichte Kaliforniens mit dem Titel «Americans and the California Dream» hat der amerikanische Historiker Kevin Starr in dem Band über den Zweiten Weltkrieg zwei Kapitel den deutschsprachigen Exilschriftstellern in Los Angeles gewidmet.
Es... more...

Lockenkopf und grosse Nase

December 7, 2009
Mit dem Schriftsteller Harry Bech hat John Updike eine jüdische Figur geschaffen, die sich nur schwer aus den Niederungen gängiger Klischees lösen kann.
Von Monica Strauss
In den fünfziger und sechziger Jahren haben jüdische Autoren wie Norman Mailer, Bernard Malamud, Phillip Roth oder Saul Bellow die amerikanische Literatur so stark dominiert, dass sich der nicht jüdische Schriftsteller Edward Hoagland zu einer Stellungnahme veranlasst... more...

«An meinem Fünfundsiebzigsten»

December 7, 2009
Hundert Briefe sind angekommen,
Ich war vor Freude wie benommen,
Nur etwas verwundert über die Namen
und über die Plätze, woher sie kamen.

Ich dachte vor Eitelkeit eingesungen:
Du bist der Mann der «Wanderungen»,
Du bist der Mann der märk’schen... more...

Ein Visionär in Prag

December 7, 2009
Als Karel Čapeks Roman 1936 tschechisch und gleich auch deutsch erschien, baute Hitler schon die Wehrmacht auf, und Goebbels hatte jene gerügt, die schamlos behaupteten, der Jude sei auch ein Mensch. Neben Franz Kafka war Karel Čapek der zweite Visionär in Prag.
Von Katarina Holländer
Als der Orient-Express um 6.25 Uhr in Buchs eintrifft und ihm drei hochgewachsene Herren entsteigen, herrscht Verwunderung. Es sind keine Molche. Man flüstert erleichtert, die Vaduzer Verhandlungen können mit diesen Delegierten der Molche ohne unnötige Komplikationen... more...

«... kommen Sie, Cohn!»

December 7, 2009
Zu Theodor Fontanes Gedicht «An meinem Fünfundsiebzigsten» und seinem Verhältnis zur kulturell-literarisch interessierten jüdischen Bevölkerung.
von Martin Dreyfus
Ob Theodor Fontane derzeit ein noch gern gelesener, oft zitierter Autor ist, bleibe dahingestellt. Dass er es, weit über seine Schaffenszeit hinaus und wie er anhand des anlässlich seines 75. Geburtstages verfassten Gedichtes selber festgehalten hat, nicht vorwiegend in... more...

«Schönberg wird mir die Freundschaft kündigen»

December 7, 2009
Jüngst hat der in Los Angeles praktizierende Anwalt E. Randol Schoenberg mit «Apropos Doktor Faustus» ein Buch vorgelegt, das den Streit zwischen seinem Grossvater, dem Komponisten Arnold Schönberg, und Thomas Mann über die Figur des Adrian Leverkühn dokumentiert und analysiert. Darin ist ein Essay des namhaften Musikhistorikers Bernhold Schmid enthalten, der den Streit im Folgenden untersucht.
Von Bernhold Schmid
«Es scheint nicht überflüssig, den Leser zu verständigen, daß die im 22. Kapitel dargestellte Kompositionsart, Zwölfton- oder Reihentechnik genannt, in Wahrheit das geistige Eigentum eines zeitgenössischen Komponisten und Theoretikers, Arnold Schoenbergs, ist und von... more...

Selber Schöpfer sein

December 7, 2009
Die Figur des künstlichen Anthropoiden Golem regt die Fantasie von Schriftstellern und Filmemachern noch heute an.
Von Irene Armbruster

Die Grundlage ist Staub und Wasser. Beides wird zu einer formbaren Masse vermischt und weise Männer gestalten daraus eine menschliche Figur. Schliesslich wird dieser Anthropoide beseelt un d damit zum Leben erweckt: Das geschieht entweder durch das Aussprechen... more...

Ungleich unter Gleichen

December 7, 2009
Juden in Gesellschaft und Literatur: Zur Dialektik einer unüberwindbaren Diskrepanz wider die Normalität des Normalen.

Von Yves Kugelmann

Juden in der Literatur. Als Aussenseiter stehen sie nicht selten im Zentrum von Dramen und Romanen nicht jüdischer Autoren. Sie werden zum Instrument, ihre Betrachtung soll ganze Gesellschaften verständlich machen. Aussenseiter scheinen zur Erklärung notwendig,... more...

Chiffre des Fremden

December 7, 2009
Leben und Werk von Thomas Mann belegen des Autors projüdische Einstellung. Sein literarisches Figurenkabinett durchlief einen Entwicklungsprozess: Gab es im Frühwerk Thomas Manns noch antisemitische Klischees, distanziert sich der Schriftsteller und Gegenspieler Hitlers in seinem Spätwerk von jeglicher Judenfeindlichkeit.
Von Katja Behling
Das Verhältnis des Schriftstellers Thomas Mann zu den Juden und zum Judentum war ein «recht einfaches», schenkt man des Autors eigenen Worten Glauben. Und zweifelsohne ein projüdisches. In «Die Lösung der Judenfrage», verfasst als Antwort auf eine so betitelte... more...

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